Hi!
Beschäftige mich derzeit mit den gleichen Fragen.
Vorweg: die meisten scheitern finanziell daran, dass [URL=http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,537054,00.html]die Ansprüche schneller steigen als das verfügbare Nettoeinkommen[/URL].
Frage dich also immer selbst: brauche ich wirklich ein schickes Auto, das ich mir u.U. mangels eigenen Vermögens leasen muss? Muss es unbedingt der 2-Wochen-2000-Euro-Urlaub sein?
Mein Prinzip: Fixkosten niedrig halten! Nichts bzw. möglichst wenig ans Bein binden, was du nicht innerhalb von drei Monaten abstellen kannst. Daraus folgt:
a) nur die nötigsten Versicherungen zur Absicherung existenzieller Risiken, d.h. Krankenversicherung (sowieso verpflichtend), Privat-Haftpflicht mit ausreichender Deckungssumme (10 Mio Euro sollten es schon sein), Berufsunfähigkeitsversicherung.
b) Keine Ratenzahlungen! Entweder bar oder gar nicht. Wenn man selbst die Waschmaschine über 10 Monate finanzieren muss, solltest du vielleicht nochmal drüber nachdenken.
c) Keine schwachsinnigen Sparpläne! In den ersten zwei bis drei Berufsjahren erstmal ein vernünftiges, schnell liquidierbares Vermögen aufbauen.
d) Günstige Mietwohnung! Als Student haben dir doch auch 20qm gereicht, warum sollen es jetzt auf einmal Drei-Zimmer-Küche-Bad mit 80qm sein? Je nach Region würde ich mir an deiner Stelle überlegen, mit Freunden bzw. anderen Berufseinsteigern eine WG aufzumachen.
Innerhalb der ersten 12 bis 15 Monate solltest du soviel auf die Seite legen, dass du zwei, besser noch drei Monatsnettogehälter in Reserve hast. Geparkt wird diese Reserve auf einem Tagesgeldkonto, bringt aktuell bis zu 5%. Wie im Link oben empfohlen: setze dir eine hohe anfängliche Sparquote, und richte einen Dauerauftrag ein, sodass nach Eingang des Nettos die Sparrate sofort auf das Tagesgeldkonto wandert. Dadurch kommst du gar nicht erst in Versuchung. Da wir Menschen zu mentaler Kontenbildung neigen, dürfte es dir auch schwerer fallen, mal eben das Konto mit deiner Reserve zu räumen.
Sobald die erste Liquiditätsreserve steht, kannst du anfangen, in Festgelder zu investieren. Neben niedrigen Gebühren bzw. hohen Effektivrenditen solltest du darauf achten, wie schnell du an dein Geld im Notfall kommst.
Solltest du noch Kredite haben: erst einmal diese abzahlen! Du vernichtest Vermögen, wenn du Festgeld zu 4,5% anlegst, aber deinen Dispo zu 15% nutzen musst. Dein Girokonto sollte am Monatsende immer noch etwas von 0 entfernt sein.
Zu deinen Fragen:
zu 1): Siehe oben a), über eine Risikolebensversicherung kann man streiten. Würde ich nur machen, wenn du schon Familie hast bzw. bald in die Familienplanung einsteigen willst.
zu 2): Definitiv!
- Stromanbieter genau vergleichen, eigenen Verbrauch möglichst exakt bestimmen. Hat mir allein im ersten Jahr knapp 180 Euro gespart.
- GEZ abmelden sind nochmal 18 Euro. Zartbesaitete Gemüter können ja die 5 oder 6 Euro für ein Radio/PC zahlen. Spart immer noch min. 144 Euro pro Jahr.
- Handyvertrag nicht nach max. Subvention sondern nach günstigen Telefongebühren wählen.
zu 3): Besorg dir einen kostenloses Girokonto. Wer heute noch Kontogebühren zahlt ist selbst schuld. In Frage kommen die üblichen Verdächtigen Postbank, DKB, Netbank etc.
zu 4): Wohnsitz anmelden, Postnachsendung für die ersten drei Monate, deine neue Adresse eventuellen Kreditgebern (KfW, Bafoeg-Amt etc.) mitteilen.
Das Wichtigste zuletzt: nichts ist so wichtig, als dass man sich immer sofort und ohne Bedenkzeit entscheiden muss! Niemals unter Zeitdruck irgendwelche Versicherungen o.ä. abschließen. Informiere dich ausführlich, vergleiche online Konditionen verschiedener Anbieter, egal ob es um Strom, Versicherung oder Girokonto geht. Und sofern du nicht BWL/VWL o.ä. studiert hast: lege dir beizeiten passende Literatur zum Thema Vermögensanlage zu, damit du solche Fragen wie Effektivverzinsung, Risiken bestimmter Anlageformen etc. selbst beantworten kannst und nicht auf u.U. dubiose Berater angewiesen bist.