Wie Tagesschau berichtet, machen jetzt immer mehr Banken ernst. So gab es bereits im vergangenen Jahr den Fall, dass die Stadtsparkasse Düsseldorf Kunden gekündigt hat, die den Negativzinsen nicht zustimmen wollten. Nun ziehen andere Institute nach. So hat die Postbank mehreren Kunden, die mehr als 50.000 Euro auf ihren Konten liegen hatten und dem Verwahrentgelt ihre Zustimmung verweigerten, die Geschäftsbeziehung gekündigt. Laut einem Sprecher der Deutschen Bank konnten mit den meisten Kunden aber einvernehmliche Lösungen gefunden werden.
Auch in der Sparkasse Dortmund gab es Kündigungen. Hier ist in einem Bericht des Handelsblatts von 15 Fällen die Rede. Bei ING soll in den nächsten Wochen ebenfalls zu diesem Vorgehen gegriffen werden. Ein Sprecher der Direkt-Bank erklärt der Tagesschau, dass die Kündigungen sogar eine „niedrige vierstellig Anzahl an Kunden“ betrifft. Diese hätten auch nach mehrfacher Erinnerung dem Negativzins nicht zugestimmt.
Negativzins: Nicht alle Banken drohen den Kunden mit Kündigung
Wie auf chip.de nachzulesen ist, wollen Konkurrenten wie die Berliner Sparkasse oder die Commerzbank stattdessen noch abwarten. Bevor es zur Kündigung kommt, sollen einvernehmliche Lösungen für die Kunden gefunden werden.
Es gibt aber generell einen Lichtblick: So haben viele Banken verlauten lassen, dass sie in der Zukunft wieder auf Negativzinsen verzichten, sobald die Europäische Zentralbank keine Strafzinsen mehr von den Kreditinstituten verlangt. Solange das aber ausbleibt, könnte sich das Problem stattdessen noch vergrößern. Oliver Mihm, Chef der Bankberatungsfirma Investors Marketing, könnte sich vorstellen, dass auch Gering- und Mittelverdiener von den Kündigungsdrohungen betroffen sind, sobald 85 bis 90 Prozent der Kunden die neuen Geschäftsbedingungen mit dem Verwahrentgelt akzeptieren würden. Derzeit liegt die Zustimmungsquote bei rund 70 Prozent.