Ich studiere Sozialpädagogik und habe Soziologie als Fachprüfung absolvieren können, so dass ich dir höchstens meinen kleinen Eindruck schildern kann, die unsere 6 Soziologie-Professoren uns vermittelt haben.
Soziologische Theorien scheinen sich nur sehr langsam zu verändern, so dass ein großer Teil der Inhaltes auf Vermittlung an sich sehr betagten Theorien entfällt, da diese selbst heute noch eine Relevanz besitzen. Berühmte Namen wären hier Karl Marx, Max Weber, Pierre Bourdieu etc. Sich auf solche Theorien einzulassen ist mir persönlich ziemlich schwierig gefallen, die sich natürlich in gesellschaftliche Rahmenbedingungen einzuordnen sind (die ebenfalls weitschweifig auszuführen sind) so dass das ganze eher auf Geschichtsunterricht hinausläuft, was ja auch nicht jedermanns Sache ist.
Im allgemeinen würde ich Soziologie so beschreiben, dass sie gesellschaftliche Zustände und Dynamiken erkennen muss und empirisch untersucht. Auch hier kann man einen ganzen Fundus an Theorien erwarten, was ich wiederum sehr interessant gefunden habe, da es soziale Ungleichheiten in unserer Gesellschaft adäquat erklären kann.
Das absolute K.O.-Kriterium ist m.E. jedoch die mangelnde Lösungsbereitschaft der Soziologie. Gesellschaftliche Zustände werden oftmals sehr ausführlich beschrieben, jedoch Veränderungsmöglichkeiten (insbesondere sozialpolitische) geben sie häufig nicht zum Besten, was jedoch gerade für uns Sozialpädagogen (die das, was die Soziologen beschreiben ja "reparieren" müssen) wirklich hilfreich wäre.
Letzendlich habe ich ebenfalls schon 3 oder 4 Leute kennengelert, die das Studium aufgrund Theorieüberhang und mangelhafter Jobaussichten geschmissen haben.
So, ich koch mir jetzt mal nen Kaffee. Schön, dass wir drüber geredet haben
