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Original geschrieben von Foxy
Ich glaube kaum, dass sich eine Mehrheit finden würde, die befürwortet, dass ein Einzelhändler seine Geschäftsräume auch der Konkurrenz für eine geringe Gebühr zur Verfügung stellen muss. Man stelle sich vor, der MediaMarkt dürfte einfach beim Computerhändler um die Ecke einmaschieren, in dessen Laden Ware verkaufen und würde dem Ladenbesitzer nur 1 Cent pro verkauftem Artikel zahlen.
Na, das ist aber auch mehr als hinkend ...
Vergleichen wir doch mal mit den Ferngesprächs-CbC ... nach deiner Auslegung müssten die Regionalen Anbieter doch da auch schon längst Pleite sein, da alle zur Telekom wechseln würden, um CbC nutzen zu können. Und genau *das* passiert ja eben nicht, da die regionalen Anbieter *deutlich* unter den Telekompreisen anbieten. Trotz allem.
Der "vernünftige" Kunde wird sich für das beste Preis-/Leistungsverhältnis entscheiden. Nicht mehr und nicht weniger. Dass dies für die Telekom vermutlich fatale Folgen haben wird, ist abzusehen - oder auch nicht ("ach was, wir telefonieren schon immer über die Telekom und dabei bleiben wir auch!").
Der Kunde *muss* die Wahl haben. Wenn er künstlich keine Wahl hat, dann ist das eine nicht haltbare Bevormundung. Und genau *das* passiert hier.
Um bei deinem MM Beispiel zu bleiben - der MM darf in meinem Laden verkaufen und muss mir dafür den EK + einen kleinen Gewinn bezahlen (so stellt es sich ja realistisch gesehen auch bei der Telekom dar). Da hätte ich nichts dagegen, da ich mir nicht mehr die Mühe des Verkaufens machen muss. Ich werde meine Ware also ganz bestimmt los und wenn der MM gut ist und gut verkauft, dann habe ich auch was davon. Von den Kunden bekomme ich ja auch noch ein Ladeneintrittsgeld, dafür, dass sie überhaupt in meinem Laden kaufen dürfen. Klar, würde es mir nicht gefallen, dass ich jetzt auf einmal nicht mehr Mondpreise verlangen kann, aber so läuft´s halt in der freien Marktwirtschaft ;). Außerdem werden ja immer noch viele Kunden direkt bei mir kaufen, auch zu meinen Mondpreisen, ganz einfach, weil sie das Image des MM´s nicht mögen und schon immer bei mir gekauft haben. Ich bin dann halt einfach dem Wettbewerb ausgesetzt und kann mich nicht mehr auf meinen Lorbeeren ausruhen.
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Die Netzbetreiber müssen den Wiederverkäufern die Infrastruktur für einen sehr kleinen Betrag zur Verfügung stellen, das kaum bis nicht kostendeckend ist.
*Das* ist eine unbewiesene Behauptung. Die Netzbetreiber könnten doch auch so günstige Preise, wie die Wiederverkäufer anbieten, da sie ja keine Miete zahlen müssen - aber sie *wollen* es einfach nicht. Warum kostet z.B. ein Ferngespräch bei der Telekom tagsüber 12.3 Cent (über Analog) und CbC nur durchschnittlich 3 ct? Weil 3ct nicht kostendeckend sind? Wohl kaum. Warum sinkt der Preis bereits bei ISDN (sind doch eigentlich die gleichen Leitungen) und warum sinkt der Preis nochmals, wenn ich meine Grundgebühr erhöhe? Nein, das ist alles sehr durchsichtig. Der/die Netzbetreiber *wollen* einfach nicht und klappern gehört ja zum Handwerk ...
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Die Wiederverkäufer haben dabei kaum ein Risiko, da sie keine Investitionen ins Netz machen.
Die Netzbetreiber auch nicht, da die Kosten auf jeden Fall reinkommen. Nur die "fetten" Gewinne sind halt nicht mehr möglich. Es sind also Krokodilstränen, die da vergossen werden.
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Wer ein wenig Ahnung von der Materie hat, weiss, dass die letzte Meile zum Kunden der größte Batzen bei den Kosten eines Telefonnetzes ausmachen
Bestreitet auch niemand. Aber die Vermietung dieser Hausanschlüsse wird ja bereits "verboten", bzw. verlangt die Telekom höhere Preise als von den eigenen Endkunden - das kann ja wohl nicht sein.
Ich persönlich würde sogar so weit gehen, dass die Telekom an Endkunden direkt überhaupt nicht mehr verkaufen dürfte, sondern alles über Wiederverkäufer abgewickelt werden müsste. Die Telekom stellt die Infrastruktur und kassiert dafür Miete. Die Endkunden werden von verschiedensten Wiederverkäufern bedient und können sich das beste Preis-Leistungsverhältnis raussuchen.
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Bei einer Öffnung steht zu befürchten, dass der Anteil der regionalen Anbieter zurückgeht, da diese kein Call-by-Call zulassen müssen. Der Kunde wechselt zur Telekom zurück, um die Call-by-Call-Anbieter im Ortsnetz nutzen zu können.
Mag sein - aber auch das ist halt das berühmte unternehmerische Risiko. Hat der regionale Anbieter gute Konditionen, so hat er nichts zu befürchten, hat er die nicht, dann muss er sich halt was einfallen lassen. So wie 99,9% der Unternehmen in Deutschland bzw. Weltweit.
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Hier wird es daher einzig und allein vom Preis abhängen. Eine sehr ungesunde Entwicklung, wie ich meine.
Warum? Es hängt doch alles vom Preis ab. Ob ich nun eine Miele Waschmaschine kaufe oder eine, wo Miele drin ist und draußen "Universum" drauf steht aber deutlich billiger angeboten wird, das ist ja meine Entscheidung, aber die würde ich halt gerne selbst treffen und es nicht vorgeschrieben bekommen.