ZitatOriginal geschrieben von Sencer
Das ist eine grobe Fehleinschätzung deinerseits. Zu Zeiten des kalten Krieges waren auf beiden Seiten hunderte Nuklearwaffen vorhanden. Zu dem Zeitpunkt wurde der Ausdruck "Megadeath" geprägt für Millionen Tote, die man erwartete, wenn es zum Ausbruch eines Krieges gekommen wäre. Und nicht nur die Kuba-Krise hat gezeigt, wie realistisch die Befürchtung eines solchen Ausbruchs tatsächlich war.
Dem gegenüber stehen heute Terroristen bestenfalls mit "ein bißchen Sprengstoff" gegenüber. Aber genau da ist ja auch die Definition des Terrors. Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier hat es am treffendsten ausgedrückt...
Und genau diese Art von Reaktion (verschärfte Sicherheitskontrollen, Diskussion über Einschränkung persönlicher Freiheit aka Big Brother, andauernde Warnungen der Geheimdienste über kurz bevorstehende Anschläge, vor allem die Unberechenbarkeit des Gegners wann, wo und auf welche Art es zum Anschlag kommt) lässt dem kleinen Bürger, der die Auswirkungen direkt und am eigenen Leib erfährt, die Gefahr präsenter erscheinen als eine mögliche Vernichtung durch den atomaren overkill.
Situationen wie die Kuba Krise, den U2 Abschuß, Berlin Krise usw. sind auch absolute Spitzen des kalten Krieges gewesen, analog zu den Terroranschlägen in New York, Washington, Madrid, London, Bali und den kürzlich verhinderten Sprengungen der Flugzeuge von London aus, die Spitzen im "Krieg der Kulturen" gewesen sind.
Der feine Unterschied ist die permanente Erinnerung an die mögliche Gefahr dass es jederzeit und überall zu erneuten unberechenbaren Anschlägen kommen kann.
Der Gegner war damals greifbar, bekannt, halbwegs berechenbar und sofort als solcher zu erkennen, ein möglicher "Schläfer" in der direkten Nachbarschaft lässt einen eben unruhiger schlafen als der böse Russe hinter dem eisernen Vorhang.