Warum aber haben nicht alle die Probleme?
1. Zeitliche Unterschiede: Die Zusammenschaltungen sind zur "prime time" ausgelastet aber nicht den ganzen Tag.
2. DNS-basierte Content-Verteilung: CDNs nutzen mehrstufige Verfahren, die Last zu verteilen, dabei ist ein erster Schritt, basierend auf dem nach einem Hostname anfragenden DNS-Server einen "netztopologisch" naheliegenden Content-Standort auszuwählen. Unterschiedliche Nutzerstandorte führen somit zu unterschiedlichen DNS-Servern, damit zu unterschiedlichen zugewiesenen Content-Standorten und in weiterer Folge zu unterschiedlichen Zusammenschaltungen (es gibt bei mittleren und großen Netzbetreibern nicht nur eine Zusammenschaltung zwischen den Netzen sondern i.d.R. mehrere bis viele).
2.1 Das erklärt z.B. auch, warum so mancher Dienst durch die Nutzung alternative DNS-Server plötzlich besser (oder schlechter) werden kann: Der "netztopologisch" andere DNS-Server-Standort führt zu einer anderen Content-Standort-Auswahl und somit zu anderen "Datenpfaden".
3. IP-Präfix basierte Nutzung anderer Pfade: Ein gutes Beispiel war (oder ist) hier lange Zeit Telekom<->TATA: Weil die Zusammenschaltung in Frankfurt verstopft war (oder ist) wurde (oder wird) - je nach IP-Präfix - der Traffic dann halt über Paris, London oder Amsterdam geführt. Führt zu einer höheren Latenz und damit etwas langsamerer Rate aber trotzdem noch schneller, als durch die auf Anschlag betriebene Zusammenschaltung in Frankfurt.
4. Manche Content-Netze gehen leider auf die erpresserische Methode von restriktiven Eyeball-Netzen ein und bezahlen dann halt den Aufpreis für die direkte Zusammenschaltung.