Beiträge von dw4817

    Zu 1: Kein Plan, aber diesen Huckel kann ich nur bei Speedtests mit TEF reproduzieren:


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    Das kann nur eine Art Trafficshaping oder Quality of Service sein, die ich eher nicht der LTE-Modulation bzw. dem Scheduling geschuldet sehe.

    Der "Huckel" hat aber auch nichts mit der Peering-Policy oder -Kapazitäten zu tun sondern ist einfach eine Bevorzugung kurzer Bursts vor langen Übertragungen. Das dürfte jeder Netzbetreiber eines Shared-Mediums in "Kundennähe" umsetzen, damit das "Surfempfinden" besser ist (kurze Bursts werden schnell durchgelassen) und nicht so stark durch große Downloads (= längere dauerhafte Übertragung) beeinträchtigt werden kann.

    Warum aber haben nicht alle die Probleme?

    1. Zeitliche Unterschiede: Die Zusammenschaltungen sind zur "prime time" ausgelastet aber nicht den ganzen Tag.


    2. DNS-basierte Content-Verteilung: CDNs nutzen mehrstufige Verfahren, die Last zu verteilen, dabei ist ein erster Schritt, basierend auf dem nach einem Hostname anfragenden DNS-Server einen "netztopologisch" naheliegenden Content-Standort auszuwählen. Unterschiedliche Nutzerstandorte führen somit zu unterschiedlichen DNS-Servern, damit zu unterschiedlichen zugewiesenen Content-Standorten und in weiterer Folge zu unterschiedlichen Zusammenschaltungen (es gibt bei mittleren und großen Netzbetreibern nicht nur eine Zusammenschaltung zwischen den Netzen sondern i.d.R. mehrere bis viele).


    2.1 Das erklärt z.B. auch, warum so mancher Dienst durch die Nutzung alternative DNS-Server plötzlich besser (oder schlechter) werden kann: Der "netztopologisch" andere DNS-Server-Standort führt zu einer anderen Content-Standort-Auswahl und somit zu anderen "Datenpfaden".


    3. IP-Präfix basierte Nutzung anderer Pfade: Ein gutes Beispiel war (oder ist) hier lange Zeit Telekom<->TATA: Weil die Zusammenschaltung in Frankfurt verstopft war (oder ist) wurde (oder wird) - je nach IP-Präfix - der Traffic dann halt über Paris, London oder Amsterdam geführt. Führt zu einer höheren Latenz und damit etwas langsamerer Rate aber trotzdem noch schneller, als durch die auf Anschlag betriebene Zusammenschaltung in Frankfurt.


    4. Manche Content-Netze gehen leider auf die erpresserische Methode von restriktiven Eyeball-Netzen ein und bezahlen dann halt den Aufpreis für die direkte Zusammenschaltung.

    Um wieder Topic-Kompatibel zu werden noch nachgereicht wie das bei TEF DE ist:


    Das O2-Mobilfunk-AS 39706 existiert zwar noch, aber nur noch als "Stummel" am Festnetz-AS 6805 (ex Mediaways). D.h. allein das AS 6805 und dessen Peering-Policy ist zuständig für den "Weg der Daten".


    Auch das E-Plus-Mobilfunk-AS 12638 existiert auch nur noch als "Stummel" am Festnetz-AS 6805, allerdings laufen die Ex-E-Plus-Kunden/-Marken seit spätestens Oktober 2016 über AS 39706.


    Ich rechne damit, dass AS 39706 und AS 12638 mittelfristig nicht mehr genutzt werden.

    Keine eigenen Erfahrungen.. Aha. Alles klar.

    Wenn man wegen Peering-Problemen den Anbieter gewechselt hat, dann kann man natürlich zu dem alten Anbieter keine aktuellen eigenen Erfahrungen mehr bieten. ;-)


    Meine eigenen Erfahrungen mit der Telekom gehen bis März 2020:

    * Vor Jahren hatte ich bereits begonnen, alle wichtigen Zusammenschaltungen (Tier-1 und ein paar Tier-2) auf L3-Ebene zu suchen und über meine Smokeping-Installation zu beobachten.

    * Ergebnis: Systematische Unterkapazitäten bei den Zusammenschaltungen mit allen wichtigen Tier-1 (für mich relevant waren vor allem die zu Telia, NTT, GTT und TATA, aber auch bei anderen trat es immer mal wieder auf), Ausnahme waren nur diejenigen Tier-1, die ebenfalls nur Access-Kundschaft haben (z.B. TI-Sparkle oder Orange).

    * Im Fall von Telia haben die für meine Kündigung dann ausschlaggebenden Engpässe im März 2019 begonnen und waren nach über einem Jahr nicht behoben (ob sie jetzt behoben sind weiß ich nicht, ich bin kein Telekom-Kunde mehr und kann dementsprechend die Zusammenschaltungen der Telekom nicht mehr monitoren).


    => Nie wieder Access-Kunde bei einem Anbieter der sich so Peering-feindlich verhält.


    Ich bin jetzt VVDSL-Kunde bei O2 (offene Peering-Policy) und habe als Backup DOCSIS bei Vodafone Kabel (selektive Peering-Policy), wobei das Backup bisher kein einziges Mal nötig war (aber es ist eine nette technische Spielerei, mit zwei Anschlüssen selbst ein bisschen Traffic-Engineering zu machen).