VoLTE: Schneller verbinden, bessere Qualität
Wie gut VoLTE jetzt schon ist, zeigt die Auswertung unserer Messungen. Der durchschnittliche POLQA-Score zur Sprachqualität und die Geschwindigkeit beim Gesprächsaufbau machen einen Sprung nach vorne. Hatten wir in München für Vodafone noch einen Schnitt von 8,5 Sekunden beim Verbindungsaufbau ohne VoLTE gemessen, so kommen wir mit VoLTE auf einen Wert von 5,8 Sekunden. Die Differenz ergibt sich zum großen Teil daraus, dass die VoLTE-Smartphones keinen Circuit Switched Fallback mehr durchführen müssen. Denselben Effekt haben wir auch im O2-Netz gemessen, aber hier liegt der Wert nur bei 7 Sekunden. Ohne VoLTE sind es 10,7 Sekunden. Die Sprachqualität steigt ebenfalls an. Hier haben wir in München für Vodafone einen Wert von 3,45 ohne VoLTE ermittelt. Mit VoLTE beträgt er 4,0. Zum Vergleich: Einen Unterschied von 0,5 Punkten ergibt sich auch, wenn man das Vodafone-Ergebnis auf der Zugfahrt mit dem in den Städten vergleicht. Der Unterschied ist also hörbar.
Können die Smartphones beider Gesprächsteilnehmer VoLTE, dann erhalten sie vom Provider auch fast immer eine passende Verbindung. In Berlin hatten wir sogar eine VoLTE-Quote von 100 Prozent für Vodafone und O2. Auf der Bundesautobahn von Berlin nach München lag der Schnitt immer noch bei 92 Prozent für Vodafone und 84 Prozent für O2. Im nächsten Jahr wird VoLTE aller Voraussicht nach ein integrierter Bestandteil unseres Netztests sein, und die Gesamtwertung beim Telefonieren kräftig durchmischen. Ob die Telekom, die VoLTE bislang noch nicht für die Kunden freigegeben hat, dann noch die besten Noten für Telefonie und LTE bekommt, bleibt abzuwarten: Ohne VoLTE stehen die Chancen nicht sonderlich gut. Da helfen auch neue Geschwindigkeitsrekorde nicht weiter, und die Note „Sehr gut“ rückt in weite Ferne.