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Original geschrieben von schmidt3
Ob die inflationäre Vergabe der Staatsbürgerschaft an Personengruppen, innerhalb derer nicht wenige dieses Privileg offenbar nicht wirklich zu schätzen wissen, als "großer Erfolg" zu werten ist, darf dann doch bezweifelt werden.
Mich macht es stolz, dass Deutschland ein so attraktives Land ist, dass Menschen aus aller Welt hier her kommen wollen. Mittlerweile sind wir nach den USA das zweitbeliebteste Einwanderungsland der Welt. Als jemand der schon ein bisshen rumgekommen ist in der Welt und der auch schon selber mal "Ausländer" in einem anderen Land war, kann ich das auch nachvollziehen. Wieso man jemandem, der hier 8 Jahre am Stück gelebt und gearbeitet hat, sowie die Deutsche Sprache beherrscht, die Staatsbürgerschaft verweigern sollte, ist mir schleierhaft. Knapp 30.000 Einbürgerungen pro Jahr (0,03% der Bevölkerung) halte ich desweitern nicht für "inflationär". Man darf ja nicht vergessen, dass diese Menschen schon viele Jahre und Jahrzehnte in Deutschland leben, bevor sie diesen Schritt tun (können). Außerdem gab es in den Jahren vor der Reform durch SPD/Grüne zwischen 80.000 und 105.000 Einbürgerungen pro Jahr. (Quelle)
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Original geschrieben von schmidt3
Daß die "Biodeutschen" als Gruppe zunehmend an politischem Gewicht verlieren, hängt per se aber nicht mit ihrer sinkender Zahl zusammen, sondern ergibt sich erst im Zusammenspiel mit der Generierung immer neuer "Passdeutscher" ohne biodeutschen Nichtmigrationshintergrund. Angesichts der zunehmend "großzügigen" Auswahl dieser "Passdeutschen" wird dies eben nicht von jedermann als ausschließliche Bereicherung empfunden.
Natürlich sinkt das politische Gewicht einer Gruppe wenn sie schrumpft. Und sie sinkt natürlich erst recht, wenn andere Gruppen gleichzeitig wachsen. Allerdings kann ich hier nicht das Problem sehen, dass Du dabei hast. :confused: So funktioniert doch nunmal Demokratie, oder?
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Original geschrieben von schmidt3
Einige politische Parteien nutzen diesen Effekt allerdings sehr erfolgreich zu ihren Gunsten.
Welche Parteien und inwiefern nutzen sie das zu ihren Gunsten?
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Original geschrieben von Stromae
Das ganze funktioniert seit knapp 4 Jahre oder schon länger im E-Plus Netz.
Tatsächlich? Das wäre mir neu.
o2 hat es damals IMHO für den Palm Pre eingeführt, der die Uhrzeit im ausgeschalteten Zustand nicht weitergezählt hat und daher beim Starten erstmal die alte Uhrzeit vom Zeitpunkt des Ausschaltens hatte. Die anderen NBs hatten sich IMHO nicht dazu bequemt, das einzuführen.
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Original geschrieben von rmol
Erst hielten sie "Je suis Charlie"-Schilder bei der Pegida-Demo hoch, nun verträgt ihr Boss aber selber keine Satire 
Und nein, ihm "Heil Hitler" in den Mund zu legen ist nicht boshafter als einige Charlie-Karikaturen...
Hach, das ist so wunderbar ironisch, dass man eigentlich nur noch lachen kann.
:top:
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Original geschrieben von schmidt3
Was die Staatsangehörigkeit betrifft, so galt auch hier bis 2000 prinzipiell das Abstammungsprinzip (ius sanguinis), bis dies (damals noch gegen heftigen Widerstand von Union und FDP) von der rot-grünen Schröder-Regierung aus durchsichtigem politischen Kalkül geändert wurde. Wie geplant, wird seitdem die Teilmenge der "Biodeutschen" unter den "Passdeutschen" immer kleiner.
Tja, ohne dieses Gesetzesänderung gäbe es heute etwa eine halbe Million "Deutsche" weniger in Deutschland. (Quelle) Insofern würde ich das schon als großen Erfolg verbuchen. Das es immer weniger "Biodeutsche" (wie Du es nennst) gibt, ist völlig unabhängig von dieser Gesetzesänderung. Das haben wir uns selber zuzuschreiben.
Die Geburtenrate ist bereits seit den 70er Jahren unter 2 (Quelle) - d.h. auf (ungefähr) zwei Erwachsene folgen aktuell nur noch 1,3 Nachkommen. Im Übrigen ist die "Biodeutschen-Dunkelziffer" (zur Zeit) noch viel niedriger. "Am wenigsten Kinder haben deutsche Frauen ohne Migrationshintergrund der Jahrgänge 1974–1992: 0,33". (Quelle) Als Folge davon ist seit Anfang der 70er Jahre die Sterberate konstant höher als die Geburtenrate. Also sinkt die Zahl der "Biodeutschen" schon seit langem.
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Original geschrieben von murmelchen
Deutscher ist er dann wenn es in seinem Pass steht. Egal wie viel %Blut von irgendwas da drin steckt oder wo er geboren wurde.
Ich stimme Dir zu. Das ist prinzipiell auch meine persönliche Ansicht. Doch an und für sich ist das eigentlich nur rechtlich* korrekt, denn der gesellschaftliche Konsens ist das IMHO nicht. Darauf wollte ich mit meinem Beitrag hinweisen. Die Familien der "Gastarbeiter" von damals sind heute umgangssprachlich immer noch "die Türken", auch wenn sie hier schon in der dritten Generation leben und z.B. in einer Partnerschaft mit einer/einem "Deutschen" sind. Was schreibt man also in so einem Artikel? "Der Deutsche"? "Der Türke"? "Der Deutsche mit türkischen Wurzeln" oder "Der gebürtige Hamelner"? Letztere Formulierung finde ich am geglücktesten.
* Je nach Sprachfestigkeit hat man das Recht auf einen deutschen Pass nach 6 - 8 Jahren legalen Aufenthalts in Deutschland. Ich habe nicht den Eindruck, dass die breite Masse der Gesellschaft einen seit 6 Jahren in Deutschland lebenden Inder mit deutschem Pass und indischem Akzent als "Deutschen" bezeichnen würde. Vermutlich würde er das aber selber aber auch nicht tun.
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Original geschrieben von phonefux
Bei Golem selber schreibt ein User: "IT-News für Profis". Aber offenbar nicht von Profis. 
Ich hatte ja mal überlegt, bei Golem ein Abo abzuschließen, weil ich dort doch schon täglich vorbeischaue. Aber solche Aktionen halten mich dann doch etwas davon ab.
Das ist ja auch nicht das erste Mal. Gerade wenn es der Aufreisser eines Artikels sein soll, dichte ich doch nicht irgendwas hinzu, nur weil nichts Gegenteiliges in den Pressemitteilungen steht.
Und das hat ja auch einen wirtschaftlichen Impact. Allein die verunsicherten Kunden, die jetzt vom Support versorgt werden müssen, verursachen Kosten. Dazu kommen die Kunden, die vielleicht nur die Überschrift des Artikels, das Update allerdings nicht gelesen haben und jetzt deswegen o2 gar nicht mehr in Betracht ziehen.
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Original geschrieben von Felsen2000
SPON baut zusätzlich den Hinweis "gebürtiger Hamelner" ein um den Eindruck zu erweckenm es würde sich um einen (wie darf man das noch politisch korrekt nennen?) Deutschen ohne Migrationshintergrund handeln
Die Frage ist hier, ab wann ist man denn dann Deutscher? 3 Generationen? Oder min. 50% "deutsches Blut"? Und wer entscheidet das? Ich denke jemand mit Geburtsort Deutschland, Staatsangehörigkeit Deutsch sowie Muttersprache Deutsch ist unzweifelhaft ein Deutscher, solange er sich selber auch als Deutscher identifiziert - unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Herkunft der Eltern.
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Original geschrieben von frank_aus_wedau
Das ist falsch.
Dem würde ich vehement widersprechen. Der Vorteil einer reinen Zufallsauswahl besteht ja genau darin, dass man keine vorherige Kenntnis über die Gruppe braucht, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Man braucht lediglich die Größe der Gesamtgruppe ("Grundgesamtheit") sowie die gewünschte Wahrscheinlichkeit, mit der das Endergenis zutreffen soll ("Vertrauensniveau"). Daraus lässt sich dann einfach die benötigte Größe der Stichprobe ausrechnen, die vollständig zufällig ausgewählt sein muss. Ganz im Gegenteil dazu würde man durch das vorherige Auswählen von Personen aufgrund bestimmter Merkmale das Gesamtergebnis verfälschen, da man niemals alle Merkmale wissen und berücksichtigen könnte (dafür ist so gut wie jede Gruppe viel zu inhomogen).
"Für die Durchführung einer einfachen Zufallsauswahl ist keinerlei vorherige Kenntnis der Merkmalsverteilungen innerhalb der Grundgesamtheit erforderlich, eine erwartungstreue Repräsentativität stellt sich durch das Verfahren selbst ein." (Quelle)
Hier gibt es einen Rechner für meine oben genannte Formel zur Stichprobengrößenberechnung. Praktischerweise ist der schon mit für diese Studie passenen Werten befüllt (Grundgesamtheit: 20.000 Personen, Vertrauensniveau: 95%). Der Rechner spuckt als notwendige Stichprobengröße 377 Personen aus. Das heißt, sollten die Teilnehmer vollständig zufällig ausgewählt worden sein, ist das Ergebnis der Studie mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% korrekt.
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Original geschrieben von frank_aus_wedau
Voraussetzung einer repräsentativen Umfrage mit kleinem Teilnehmerkreis ist die sorgfältige Auswahl der Teilnehmer nach festliegenden Kriterien.
Eben nicht. Außer Du siehst Zufälligkeit als Kriterium - dann ist es korrekt. Schau Dir mal die von Dir verlinkte Seite nochmal genau an. Da wird nämlich als mögliches Verfahren für die "Bildung einer repräsentativen Stichprobe" gleich an erster Stelle die "Einfache Zufallsstichprobe" genannt.
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Original geschrieben von Guron
Hab gerade bei Golem gelesen, dass wenn man die Datenautomatik abschalten lässt, man nach dem Verbrauch des Inklusiv-Volumens gar kein mobiles Internet mehr hat. Die Drossel wird also abgeschafft.
Das ist IMHO falsch. Danach sollte wie gehabt gedrosselt werden.
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Original geschrieben von Timba69
BTW: Macht es im Ergebnis keinen Unterschied. Denn selbst die absolute Zahl 400 lässt keine sicheren Rückschlüsse zu. Da kann Journalismus und die TU mehr; das traue ich denen zu.
Statistisch gesehen dürften sowohl 400 als auch 140 befragte Personen für eine verhältnismäßig so kleine Gruppe voll und ganz reichen. Für die großen Wahlumfragen der letzten Bundestagswahlen hat man in er Regel ca. 1.000 - 1.500 Leute befragt um eine repräsentative Stichprobe für ca. 62 Mio. Wahlberechtigte zu erhalten. Wichtig ist dabei die Zufälligkeit - insofern könnte durch die Ablehnung von 65% der ausgewählten Personen dort eine Verzerrung stattfinden. Andererseits hat man gleich bei drei verschiedenen Demo-Terminen befragt, was sich positiv auf die Repräsentativität auswirken dürfte.