Zitat
Original geschrieben von Felsen2000
Erstens sind die allermeisten legalen Migranten in Deutschland hochwillkommen. Auch wenn zum xten Mal der Versuch unternommen wird, die nötige Differenzierung wegzumobben: die allermeisten Nationalitäten integrieren sich völlig problemlos.
Aha, und Du glaubst der durchschnittliche Pegida-Anhänger hat sich differenziert mit Einwanderungs- und Asylrecht beschäftigt? Wohl kaum. 
Zitat
Original geschrieben von Felsen2000
Zum Beispiel ob Sie akzeptieren, wenn das Urteil eines Richters vorliegt, dass kein Asyl- oder sonstiger Bleibegrund vorhanden ist. Obwohl dieser Fakt hier schon mehrfach ignoriert wurde - es bleibt ein Fakt: die WEIT ÜBERWIEGENDE Anzahl von Menschen, die dieses Jahr und auch viele Jahre davor nach Deiutscland gekommen und geblieben sind SIND ILLEGALE. Die Anerkennungsquote liegt bei unter 10%, die Abschioebequote liegt irgendwo bei 20%. Alle anderen nicht anerkannten Ausländer bleiben TROTZDEM DA. Und sind damit Illegale.
Ich denke Du möchtest damit auf die sogenannte "Duldung" anspielen. Kurz zur Erläuterung: Asyl wird gewährt, wenn man (entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention) aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität, sozialer Gruppe oder politischer Überzeugung in seinem Heimatland verfolgt wird. Für in Deutschland ankommende Flüchtlinge gilt (entgegen der Konvention) die Einschränkung, dass diese Verfolgung durch staatliche Stellen erfolgen muss. Bei einem Teil der hier ankommenden Flüchtlinge wird der Asylantrag abgelehnt, da die Vorraussetzungen nicht erfüllt werden (38,5%, siehe unten). Sie müssten daher eigentlich abgeschoben werden.
Jedoch gibt es vielfältige Probleme, die einer Abschiebung entgegensprechen können. Das fängt damit an, dass das Heimatland aufgrund von Kriegszerstörung zur Zeit gar nicht mehr sicher erreicht werden kann und hört damit auf, dass dem Abzuschiebenden in seinem Land ein sogenannter "ernsthafter Schaden" drohen würde - dazu zählt: Verhängung/Vollstreckung der Todesstrafe, Folter/unmenschliche Behandlung oder eine "ernsthafte Bedrohung des Lebens infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines bewaffneten Konflikts". Beispielsweise würde der Asylantrag eines christlichen Boko-Haram-Flüchtlings aus Nigeria abgelehnt werden, da die Verfolgung dort nicht durch staatliche Stellen erfolgt. Gleichzeitg würde er aber in seinem Heimatland um sein Leben fürchten müssen. Also wird dann für einen Abzuschiebenden, der unter einen dieser Punkte fällt, ein sogenanntes "Abschiebehindernis" festgestellt - er ist ab sofort "geduldet". Du nennst ihn einen "Illegalen" - rechtlich gesehen ist das korrekt, denn "Duldung" bedeutet, dass von einer Strafbarkeit wegen illegalen Aufenthalts abgesehen wird. Einzige Ausnahme sind Härtefälle (sog. "subsidiär Schutzberechtigte"), denen trotz des abgelehnten Asylantrags eine befristete Aufenthaltserlaubnis erteilt wird und die sich daher anschließend legal in Deutschland aufhalten dürfen.
Du behauptest jetzt, dass 90% der Asylsuchenden abgelehnt werden. Das ist schonmal nicht ganz richtig. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 38,5% der Asylanträge aufgrund von Sachgründen abgelehnt. Weitere 36,7% Prozent wurden lediglich aus formalen Gründen abgelehnt (z.B. Antragsrücknahme oder formale Fehler). (Quelle) Weiterhin sagst Du, "lediglich" 20% der Asylsuchenden mit abgelehntem Antrag würden auch abgeschoben werden und der Rest bleibe hier. Das kann man auch nicht so einfach sagen. Ein abgelehnter Asylbewerber, der nicht geduldet wird, hat zunächst den Status "Ausreisepflicht vollziehbar". Er soll erst aus eigenen Stücken ausreisen, was durchaus geschieht und dann eben nicht als "Abschiebung" gezählt wird. Ansonsten wird die Ausreisepflicht auch tatsächlich "vollzogen" - d.h. er wird abgeschoben. Wie man nun sieht, gibt es hier also ein Zwischenstadium (man muss eigentlich ausreisen wurde aber noch nicht abgeschoben).
Um das ganze mal etwas mit Zahlen zu kleiden:
- 204.000 anerkannte Asylbewerber leben hier
- 145.000 abgelehnte Asylbewerber leben hier
-- davon 101.500 mit Status "Duldung" oder "subsidiär Schutzberechtigt"
-- davon 43.500 vollziehbar ausreisepflichtig, aber noch nicht abgeschoben (d.h. Menschen in dem oben genannten "Zwischenstadium")
(Zahlen von Ende 2013 (Quelle) bzw. Mitte 2014 (Quelle))
Zitat
Original geschrieben von Felsen2000
In so weit, john-vogel, ignorieren Sie die Tatsachen. Und auch diesemal werden Siem nicht bereit sein, aus dem "ich bin der moralisch überlegene Mensch hier"-Ecke herauszukommen und sich den Realitäten zu stellen.
Wieso denkst Du das? Fühlst Du Dich moralisch unterlegen? Ich denke, dass ich hier eigentlich größtenteils relativ sachlich mitdiskutiere - nur eben eine andere Meinung vertrete. Hier ist es eben nicht so kuschelig wie auf der Pegida/Bagida/etc Facebook-Seite, wo kritische Kommentare einfach entfernt werden.