Das mit dem Entzug des Doktorgrads hat übrigens alles rein nichts mit "Bestrafung" zu tun - allein diese Denkweise ist verräterisch:
Denn sie - diese Denke - tut so, als hätte der Plagiator (die Plagiatorin) einen "Anspruch" , einen "Besitzstand", der ihr "gehört" (wie ein Grundstück, ein Privatflugzeug, eine chinesische Vase)... oder wie die Zugehörigkeit zum Bildungsbürgertum (darum gehts unterschwellig auch, wenn immer wieder ihre durchaus kontrovers zu beurteilenden Verdienste betont werden.)
Und man setzt diesen Besitzstand als so selbstverständlich, unhinterfragbar, unverrückbar, dass daran zu rütteln wie ein Sakrileg, im engeren Sinne eine Bestrafung erscheinen muss.
Besagte Kreise in denen A.S. schwebt, haben die Denkfigur des Wegnehmens (Bildungs-Chancen, Bildungsgerechtigkeit, Umverteilung von unten nach oben) spiegelbildlich ebenso fest der Unterschicht zugedacht, dass man sich einen unfreiwilligen Transfer dieser Denkfigur auf sich selbst nur noch als Synonym von Bestrafung vorstellen kann.
Bist du dann auch dafür, dass ein Fälscher der einen Koffer voll Banknoten fälscht und in einem Banktresor 30 Jahre lang einsperrt, dieses dann gut abgehangene "Geld" dann behalten und in Umlauf bringen darf? Das bedeutet ja wohl der Verjährungsgedanke... Verjährung ist bei Strafrecht akzeptiert - aber hier geht es nicht um Bestrafung auch wenn das noch so oft suggeriert wird!
Bist du auch dafür, dass ein Mensch, der wegen Trunkenheit keinen Führerschein mehr hat und sich auf dem Schwarzmarkt ein gefälschtes Dokument besorgt, dass dieser Mensch, so es ihm gelingt 30 Jahre lang unfallfrei durch die Gegend zu brausen, - solche Fällle gibt es immer wieder - den falschen Führerschein kostenlos gegen einen echten umtauschen darf?