Beiträge von sparfux

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Fonds mit hohem Zwischengewinnanteil


    Zitat

    Original geschrieben von Louvain
    sparfux


    Ok, die Begründung für die Verwendung der "Stückzinsmethode" verstehe ich. Mir ist es damals nicht gelungen, Altverluste mit in die Phase der Abgeltungssteuer hinüberzubringen ( ;) ), so dass ich mich diesem Thema nie beschäftigt habe. Allmählich solltest Du die Altverluste doch verbraucht bzw. umgewandelt haben, die Frist für die Verrechnungsmöglichkeit läuft doch Ende des nächsten Jahres ab.


    Wie oben geschrieben gibt es ja auch eine Möglichkeit, die Alt- in endlos vortragbare Neuverluste zu wandeln (wieder mit einer Variation der Stückzinsmethode). Da Ende 2008 Finanzkrise war und ich viel in Aktien-ETF investiert war (und immer noch bin), werde ich geschätzt die nächsten 5-6 Jahre wohl keine Abgeltungssteuer zahlen müssen.

    Re: Re: Re: Re: Re: Fonds mit hohem Zwischengewinnanteil


    Zitat

    Original geschrieben von BartS1975
    Oder sie hatten keine Lust zu klagen. Denn dass das Gestaltungsmissbrauch ist, dürfte unstrittig sein, Definition: "Danach liegt Gestaltungsmissbrauch vor, wenn der Steuerpflichtige eine rechtliche Gestaltung zum Zwecke der Steuervermeidung wählt, die wirtschaftlich unangemessen ist."


    Und auch vor 2009 war es kein Gestaltungsmissbrauch, solange man noch einen kleinen Gewinn mit der Transaktion gemacht hat (ohne Berücksichtigung des Steuervorteiles).

    Re: Re: Re: Re: Fonds mit hohem Zwischengewinnanteil


    Zitat

    Original geschrieben von Louvain
    Das siehst Du richtig, das Papier ist ungeeignet für eine Zinsverschiebung ins nächste Jahr. So ganz verstehe ich diese Verschiebungsaktivitäten mittlerweile nicht mehr, da sich die Steuersätze ja nicht ändern. Zum Jahreswechsel bei der Einführung der Abgeltungssteuer habe ich verschoben, was der Teufel hält (was mir aufgrund des Einbruchs bei meinen Kap-Erträgen eine Diskussion mit meinem FA eingebracht, die haben sich anfänglich bockig angestellt und unterstellten mir "Gestaltungsmissbrauch", doch nach Einspruch musste das FA es dann doch akzeptieren), doch jetzt sehe ich den Sinn nicht mehr.


    Das Grundprinzip ist zwar heute noch im Wesentlichen das gleiche, das Du bei Deiner Schiebeaktion angewandt hast. Heutzutage geht es aber darum, dass Leute, die noch Altverluste gebunkert haben (Ich hatte Ende 2008 in großem Stil während der Finanzkrise Fonds, die noch nicht über der Jahresfrist waren, verkauft und dann ähnliche Papiere wieder gekauft.), diese heute nutzen können, um die Kapitalerträge unter den Freibetrag zu drücken. Die gebunkterten Verluste kann man jetzt aber nur bis Ende kommenden Jahres mit Kursgewinnen, nicht aber mit Zinsgewinnen verrechnen.


    Da ich keine direkt verrechenbaren Kursgewinne habe und auch bis Ende kommenden Jahres nicht alle Altverluste verbrauchen kann, muss ich 2 knifflige Fragen zu lösen:


    1.) Wie kann ich Zinsgewinne in Kursgewinne wandeln? --> Stückzinstrick
    2.) Wie kann ich Altverluste in Neuverluste (unendlich vortragbar) wandeln? --> Stückzinstrick


    Für diese 2 Problemstellungen gibt es mittlerweile eine Weiterentwicklung des traditionellen Stückzinstricks, bei der man die Erträge nicht mehr ins nächste Jahr schiebt, sondern innerhalb eines Jahres die Wandlung vornimmt. Da ich am Jahresende am besten abschätzen kann, wieviel Zinserträge ich haben werde, wieviel ich also mit 1.) wandeln muss, nehme ich dazu Papiere, die möglichst am Jahresende auslaufen. Da ist der 28.12. perfekt. Damit diese Weiterentwicklung funktioniert, muss man das Papier bei Broker A kaufen, dann zu Broker B transferieren und dort wieder verkaufen. Der Vorteil dieser Weiterentwicklung ist, dass die Altverluste im gleichen Jahr und nicht erst ein Jahr später verrechnet werden.


    Soweit ich das verstanden habe, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, wurde ein "Gestaltungsmissbrauch" mit Einführung der Abgeltungssteuer abgeschafft.

    Zitat

    Original geschrieben von Sunny67
    Kann man irgendwo Tabellen finden, die nach der Stückzinseffizienz sortiert sind?


    Dazu gibt es leider nichts, zumindest nicht was mir bekannt ist.


    Ariva.de hat diesbezüglich m.E. die beste Suche. Lies mal hier und folgende Posts. Du solltest dann noch die Spalten in der Tabelle umsortieren, so dass auch Emissionsdatum, Fälligkeitsdatum, Kupon, Abstand Basispreis, Spread mit angezeigt werden.

    Re: Re: Re: Fonds mit hohem Zwischengewinnanteil


    Zitat

    Original geschrieben von Sunny67
    Wenn ich mir bei dem genannten Papier die Kennzahlen bei Comdirect anschaue, steht dort unter Stückzinsen 19,23. Bei einem aktuellen Kurs von 107,50 komme ich (zumindest derzeit noch) nicht auf eine Stückzinseffizienz von 20%, aber zur Sicherheit, ob ich es richtig verstehe: Für jeden Anteil, den ich erwerbe erhalte ich bei meiner Kaufbank 19,23€ im allg. VVT gutgeschrieben (bzw. mit anderen Einkünften bei dieser Bank verrechnet). Übertrage ich die Papiere zu einer anderen Bank wo ich noch einen hohen allg. VVT habe, wird bei einem Verkauf dieser VVT entsprechend belastet. Alles richtig?


    Wenn Du erst ~4 Wochen vor Aublauf des Papieres - also Ende November - kaufst, sind die Stückzinsen noch gestiegen. Dann sollten es etwa 20% sein.


    Bzgl. der Funktionsweise möchte ich Dich nochmal auf die Links verweisen, die ich vor einiger Zeit hier gepostet habe. Da ist das etwas genauer erläutert. Bei der Kauf-Bank bleiben die Stückzinsen als negative Kapitaleinnahmen stehen, die direkt oder indirekt über die Steuererklärung auch mit Zinsgewinnen verrechnet werden können. Bei der 2. Bank, bei der Du das Papier verkaufst, fallen dann entsprechnede Kursgewinne an. Dort solltest Du eigentlich keine anderen Kapitalerträge aufgelaufen haben, damit Du diese Kursgewinne über die Steuererklärung mit den Altverlusten verrechnen kannst.

    Ja ich habe ja geschrieben, dass ein Restrisiko bleibt.


    Ein Fonds mit hohen Zwischengewinnen (z.B. einer mit EM- oder Junk-Anleihen) birgt aber auch Kursrisiken. Wenn ich dann für den gleichen Steuereffekt noch mehr Geld rein stecken muss , habe ich auch einen ähnlichen absoluten Verlust, egal ob Sky stark fällt oder in China "der Teufel los ist".


    Wieviel Risiko man eingehen will, muss am Ende jeder selber abwägen. Ich mache das jetzt schon seit 8 Jahren und es hat bisher immer geklappt, eben auch weil die Haltedauer sehr kurz ist und weil gegen Ende des Jahres an der Börse zumindest im Schnitt immer eher bessere Zeiten sind.

    Re: Fonds mit hohem Zwischengewinnanteil


    Zitat

    Original geschrieben von Sunny67
    Ich möchte meine steuerlichen Verhältnisse in 2012 optimieren und bin daher auf der Suche nach einem ausgabeaufschlagfreien Fonds mit relativ hohem Zwischengewinnanteil. Am besten wäre es, wenn er bei der Postbank (kostenfrei) erwerbbar ist, er schwankungsarm ist und er eine stetige Wertsteigerung aufweist. Ich denke hierbei an einem Geldmarktfonds, den ich (bevorzugt) bei der Postbank erwerbe. Die enthaltenen Zwischengewinne mindern meine Steuerlast auf Dividenden bei der Postbank. Nach dem Fondserwerb will ich die Anteile gleich weiter zu einer anderen Bank übertragen, wo ich noch einen hohen allg. Verlustverrechnungstopf (VVT) habe. Bei der Zielbank werden die Fonds gleich wieder an die Fondsgesellschaft zurückgegeben - wegen dem dortigen VVT ohne Steuerabzüge.


    Kennt jemand einen Fonds der sich hierfür gut eignet oder kann mir jemand Tips zur Suche geben? Ich habe bisher nichtmal Seiten finden können, wo der aktuell in den Fonds enthaltene Zwischengewinn angegeben wird.

    Du wirst bei Zwischengewinnen nicht glücklich werden. Technisch und steuerlich funktioniert das zwar, allerdings musst Du so viel Geld einsetzen, um einen Nennenswerten Effekt zu erzielen, dass Deine Opportunitätskosten - Du hättest das Kapital ja auch sinnvoll anlegen können - den steuerlichen Gewinn ziemlich drücken werden.


    Wie schon geschrieben: Schau Dir Aktienanleihen an. Da kann man sichere Papiere auswählen, die sich kurz vor Ablauf fast wie reine Anleihen verhalten.


    Als Tipp aus dem Nähkästchen: :) Ich beobachte TB70ZF für eine Steueroptimierung am Jahresende. Das ist eine Aktienanleihe auf Sky. Wenn der Kurs bis zum Jahresende in etwa hält, kann man mit dem Papier eine Stückzinseffizienz von ~20% erzielen, d.h. um beispielsweise Deine Kapitalerträge um 2000,-€ zu drücken, musst Du nur 10000,-€ einsetzen. Die Aktion kann man in 3-4 Wochen durchziehen. Es bleibt natürlich ein Restrisiko, dass Sky dann bis unter die Schwelle einbricht. Bei einem Abstand des Aktienkurses zur Schwelle von (derzeit) rund 37% ist das Risiko aber m.E. vertretbar.


    Vielleicht gibt es bis zum Jahresende ja noch weitere Kandidaten. TB70ZF ist aber bisher das beste, was ich dieses Jahr gefunden habe.

    Erstattete Sollzinsen ... das könnte natürlich auch sein. Wegen der (unzulässigen) 2 Tage Laufzeit und/oder einem Wochenende, passiert es beim mir schon ab und zu mal, dass die Rückzahlung erst am 6. statt am 5. erscheint.


    Da ich bisher nie Sollzinsen für den einen Tag zahlen brauchte, sehe ich das nicht mehr so eng mit dem Überweisungstag. Ist ja schließlich auch ein Fehler der CoFi, dass die Überweisungen einen Tag zu lange brauchen.