Dieses ständige Schauen auf den vermeintlich gleichermaßen einflußnehmenden, vermeintlich sogar auslösenden und bösen, vermeintlichen Gegenspieler des Invasoren, Despoten, Land- und Menschenverbrauchers zeigt eigentlich nur, daß die entsprechende Agitation und Propagande Wirkung gezeigt hat. Wenn ich mich recht erinnere, dann gab es sowas derart ausuferndes nichtmal zu Lebzeiten des Wahrschauer Paktes. Klar haben sich dann Westkommunisten und Friedensextremisten durchaus zu Wort gemeldet und Kritik geübt. An den Versuch von um 180 Grad verdrehten Zuschreibungen erinnere mich aber nicht.
Zu Zeiten der Kriege zwischen und gegen Stellvertreter war ich nicht dabei, aber wenn es damals schon ähnlich hohe und mächtige Gegenempörungswellen gegeben hätte, dann wäre das doch zumindest in neueren Berichten erwähnt. Wahrscheinlich hätte man sich auch längst daran gewöhnt. Also ist das wohl neu jetzt. Und wahrscheinlich wird genau dies ein erwähnenswertes bis geschichtsbildendes Merkmal späterer Berichte über die aktuellen Vorgänge werden. Irgendwas muss es ja geben und offenbar müssen wir irgendwie durch diese wahrscheinlich objektiv entbehrenswerte Phase durch. Mir tut es aber sowohl um die Verschwendung von Zeit und Resourcen leid. Aber auch und besonders finde ich schade, daß unser Hickhack ja keine Ausnahme mehr darstellt, sondern zu einem Phänomen geworden ist und eigentlich nur denjenigen Menschen in den betroffenen Ländern schadet, die sich derlei Geplänkelluxus weder leisten können, noch wollen.
Wie keiner von uns und fast kein oder kein anderer sich nachhaltig und tatkräftig für die eindeutig Unterdrückten vom Prager Frühling, vom Tiananmen-Platz, von Guantanamo oder auch vom Gezi-Park einsetzte und einsetzt, so sind wir auch in der Ukraine ausschließlich weit entfernte, unbetroffene und auf Wortbeiträge beschränkte Zuschauer. Aber auch unsere Oberen snd ja keine in sich geschlossene, ausschließlich auf Erbfolge berufene Klasse, sodaß sie es uns auch rechtmachen wollen. Und auch und besonders, weil sich ja Jahre und Jahrzehnte später Dampf und Rauch genügend weit lichten liegt mir auch daran, daß ich mich nicht auf die letztlich menschlich und moralisch falsche Seite schlage. Andere setzen andere Schwerpunkte und auch denken sie andersfristig. Zurückschauen ja, aber nicht zur Rechtfertigung neuen Unrechtes. Und auch, wenn man die ferne und nahe Vergangenheit bedauern mag, so geht es doch immer, überall und für jeden immer nur vom aktuellen Zustand aus weiter, nicht von einem schon vergangenen oder nichtmal erreichten.
Selbst wenig ukrainrussoeuroangelsächsich, das Ganze, aber sehr wohl davon ausgelöst. (-:=