Unzureichender Datendurchsatz von GPRS/EDGE als Abschaltungsargument, um auf schnellere Anbindung und besseren Ausbau im selber präferierten UMTS/LTE-Segment zu bauen ist zwar verständlich, geht aber an der Realität vorbei. Es ist ja nicht nur, daß GPRS flächendeckend, stabil und für Telefonie/SMS völlig ausreichend funktioniert, und auch nichtmal unbedingt, daß sich entsprechende limitierte Geräte nach wie vor sowohl industriell, wie auch privat in intensiver Nutzung befinden. Denn schon wenn man sich Verkaufsränge und Stückzahlen bei gewerblichen Neuverkäufen vertragsfreier Geräte anguckt (laufend und beendet, jeweils nach Stückzahlen sortiert) ist offenkundig, daß GSM vielen Leuten auch bei Neuanschaffungen absolut ausreicht. Da geht selbst ein Motorola Razr V3i hundertfach für 50 Euro über die Bühne. Und auch auf den Amazon-Verkausrängen findet sich das Samsung Star S5230 zum einen auf Platz 3 aller Handy-Verkäufe und dann gleich noch zweimal innerhalb der Top10.
Drüber nachgedacht hatte ich bisher noch nie, aber die aufgelaufenen Argumente lassen es durchaus als möglich erscheinen, daß UMTS irgendwann abgeschaltet wird, während GSM noch weiterläuft. Die Technologiefolger werden vorher oder dann auf LTE wechseln und die Telefonierer, SMSler und Industrieanwender werden weiterhin mit GSM zufrieden sein.