newage_02 & senderlisteffm
Das mag bei euch ja so sein. Aber jetzt das individuelle Nutzungsverhalten eines jeden Users darzulegen ist ein wenig am Thema vorbei. Ob GSM noch auf der Höhe der Zeit ist oder nicht ist eine prinzipielle Frage und keine des Nutzungsverhaltens einiger einzelner.
Zitat
Original geschrieben von Betamax
Ganz anders dagegen in Japan: dort ist UMTS schon seit Anfang des Jahrtausends der absolute Standard, Anfangs gab es sogar viele Handys, die ausschließlich UMTS konnten (FOMA genannt) - mittlerweile sind die dort aber auch auf LTE umgestiegen. Außerdem senden die auf viel tieferen Frequenzen, das "höchste" war meines Wissens 1500 MHz. Sprich: in Japan herrschten damals völlig andere Voraussetzungen, mit Deutschland ist das absolut nicht vergleichbar.
Genauer gesagt gibt es FOMA in Japan für den Massenmarkt seit 2004. Im gleichen Jahr begann die Kommerzialisierung von UMTS in Deutschland. Zeitlich gesehen hat Japan also kaum Vorsprung gehabt.
Desweiteren ist der aktuelle Erfolg von FOMA/UMTS in Japan nicht nur an die von dir beschriebenen technischen Gegebenheiten gekoppelt. Sondern auch aufgrund der Tatsache, dass die japansichen Netzbetreiber ihren Kunden eine ganz andere Art von Mobiltelefon-Bindung vorschreiben:
Erstens sind Neugeräte quasi nur über den Netzbetreiber selbst zu bekommen.
Zweitens haben japanische Geräte einen sehr restriktiven SIM-Lock, der Quasi nicht zu knacken ist. Ein Gerät eines bestimmten Netzbetreibers kann daher so gut wie unmöglich bei einem anderen Netzbetreiber genutzt werden.
Drittens, der standardiesierte E-Mail-Push-Service (der eine Verbreitung hat ähnlich wie SMS bei uns - wohl eher noch mehr) kann nur genutzt werden, wenn die eingelegte SIM vom gleichen NB kommt wie das Gerät (sämtliche E-Mail- und Internet-Einstellungen sind in die Gerätefirmware hardcoded). D.h. selbst Tricksereien wie HyperSIM oder ein irgendwie geknackter SIM-Lock würden das Gerät nicht voll Nutzbar machen. Abgesehen davon sind solche Spielchen eh irrelevant, da sie den normalen Kunden nicht interessieren.
Viertens - und das ist meiner Meinung nach der Knackpunkt - es ist eine Tradition der japansichen Netzbetreiber zwei bis drei Kollektionen von Mobiltelefonen pro Jahr auf den Markt zu bringen. Es gibt also NB-übergreifend mehr oder minder festgelegte Zeitpunkte im Jahr, an denen neue Geräte erscheinen (produziert von den Haus und Hof Herstellern wie Panasonic, Sharp, Fujitsu, Mitsubishi etc..). Das macht das ganze etwas strukturierter und hat für die NBs den Vorteil, dass Einführungen von neuen Technologien (FOMA / LTE / ...) ganz einfach ist. Man kann nämlich ab einer bestimmten Geräte-Kollektion einfach nur noch solche Handys verkaufen, deren Technik man gerne als Standard sehen möchte. Deshalb funken heutige japanische Handys in Japan nur noch unter 3G. Ein GSM-Modul ist technisch zwar für Roaming-Zwecke eingebaut, kann aber in Japan nicht genutzt werden, da kein GSM-Netz existiert.
Die Situation in Japan ändert sich zur Zeit allerdings stark. Der Smartphone-Boom macht nämlich (leider) auch dort nicht halt. Und damit ist oben genanntes traditionelles Vorgehen nur sehr schwer aufrecht zu erhalten. Allerdings wird das dem Erfolg von LTE in Japan keinen Abbruch tun. LTE-Handys sind dort schon seit Monaten verfügbar.