Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von bernbayer
    @Hapyyday989


    Niemand will dir hier den Mund verbieten. Aber wenn du "Guttenberg" als "Kriegsminister" titulierst oder noch schlimmer, beim Afganistan-Einsatz von völkerrechtswidriger Invasion spricht, ohne diese Behauptung belegen zu können, mußt du dich nicht wundern, wenn du Widerspruch erntest. Das du dich nicht zum Thema äußern darfst, diese Aussage bzw. Aufforderung hat niemand gemacht.


    Die Aufgabe eines Verteidigungsministers wäre es, sich darum zu kümmern, dass Deutschland im Fall, dass es angegriffen wird, verteidigt werden kann. Wenn ein Minister sich statt dessen darum kümmert, dass die bisherige Verteidigungsarmee zu einer Berufsarmee umgebaut wird, die sich rund um den Globus in Kriegseinsätze schicken lässt (von Landesverteidigung kann angesichts dieser Pläne wohl niemand mehr ernsthaft reden, oder?), dann wüsste ich gerne, wie man einen solchen Minister anders bezeichnen soll denn als "Kriegsminister." Wie gesagt: mit Landesverteidigung hat das alles nichts mehr zu tun.


    Was die Völkerrechtswidrigkeit angeht, so ist doch ganz einfach zu fragen, was denn bitte der Grund für die Invasion in Afghanistan war? Die offizielle Begründung war, dass die USA, unser Bündnispartner in der NATO, angegriffen wurde ("Nine-Eleven"), und daher der sogen. "Bündnisfall" gegeben sei. Bloß eines ist dabei nie bewiesen worden: dass der Terrorangriff auf Veranlassung der afghanischen Regierung oder unter Beteiligung offizieller afghanischer Regierungsbehörden/Geheimdienste stattfand, was aber wohl die Minimalvoraussetzung für einen Krieg sein muss. Selbst die angebliche "Trumpfkarte", nämlich die Anschuldigung, Osama bin Laden sei der Hauptverantwortliche der Anschläge und befinde sich in Afghanistan, wurde nie bewiesen. Das FBI sucht bin Laden bis heute wegen aller möglicher Vergehen, doch die Anschläge von "Nine-Eleven" sind in der Liste der Vorwürfe nie enthalten gewesen. Wohl deshalb, weil man nichts davon beweisen kann. Halten wir also fest, dass es keinerlei der Öffentlichkeit je präsentierten Beweise gab oder gibt, die einen Krieg gegen Afghanistan hätten rechtfertigen können. Dann bleibt nur ein einziger Schluss übrig: es handelt sich um einen ungerechtfertigten Angriffskrieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, denn Afghanistan war bis Oktober 2001 ein souveräner Staat. Dass uns im Westen das politische und gesellschaftliche System dieses Landes nicht gefiel, wird zwar der eigentliche Grund für den Krieg gewesen sein. Aber ein zum Völkerrecht kompatibler Grund ist das nicht. (Der Westen ist zwischen 1950 und 2010 gegen viele der schlimmsten, brutalsten und menschenverachtenden Regime dieser Welt nicht vorgegangen. Solange diese Staaten nämlich entweder selbst groß und mächtig waren/sind, große und mächtige Verbündete hatten/haben oder von wirtschaftlichem, politischem oder militärischem Interesse als Verbündeter waren/sind, wurde/wird über Menschenrechtsverstöße gerne hinweg gesehen, als Beispiel sei einfach mal Saudi-Arabien genannt.)


    Es wurden als Grund für die Beteiligung Deutschlands am Krieg gegen Afghanistan nur markige Sprüche gehört: Deutschlands Freiheit müsse auch am Hindukusch verteidigt werden (Ex-Kriegsminister Peter Struck), man müsse den Afghanen helfen, Brücken und Schulen zu bauen und ihnen die Segnungen westlicher Demokratie und Freiheit bringen (warum hat man die Leute eigentlich nicht vor der Invasion gefragt, ob sie das überhaupt wollen?)


    Und das von der Politik immer wiederholte Standardargument schlechthin ist es natürlich, dass unsere Verbündeten von uns ganz einfach erwarteten, dass wir uns mit genügend "Kanonenfutter" am Kriegseinsatz beteiligten. Man könnte auch sagen: man erwartete, dass mehr als ein halbes Jahrhundert nach den letzten deutschen Invasionen fremder Länder die Deutschen endlich vergessen mögen, was sie der Welt und sich selbst einst versprachen, dass nämlich von deutschem Boden nie wieder Krieg in andere Länder getragen werden dürfte. Aus Sicht der Verbündeten war das übrigens verständlich: Man fühlte sich im Gespräch mit deutschen Politikern offenbar viel wohler, wenn man sicher in dem Wissen war, dass man gemeinsam ein paar Leichen im Keller (bzw. auf dem Schlachtfeld) hatte. Es ging unseren Verbündeten also eigentlich darum, Deutschland zum Komplizen der eigenen Verbrechen machen, und man darf wohl sagen, dass ihnen dies ausgezeichnet gelungen hat. Im Kleinen bezeichnet man so etwas als Gruppenzwang, in der großen Politik spricht man von "internationalen Verpflichtungen" und "dem Eintreten des Bündnisfalles."


    Auch hier ist TvG sicherlich nicht der Initiator des Übels. Man kommt nicht umhin, diesen eigentlichen Sündenfall der deutschen Außenpolitik, die hemmungslosen "Out-of-area"-Einsätze der Bundeswehr, der rot-grünen Regierung anzulasten. Doch TvG ist hier ein eifriger Verfechter des Prinzips, dass keine Morast so ekelig sein kann, dass man sich nicht mit Elan immer noch tiefer hinein wühlen kann. Reichte es den Kriegsministern von Scharping bis Jung, kleinere Kontingente zu entsenden, weil unsere Wehrpflichtigenarmee eigentlich für ganz andere Aufgaben konzipiert ist, die um das Thema "Landesverteidigung" zentriert sind, so hat TvG Blut geleckt, im wahrsten Sinn des Wortes: er will nun die Armee dergestalt umbauen, dass deutsche Profi-Soldaten endlich wieder effektiv auf der ganzen Welt in den Krieg geschickt werden können, egal wo, wie und wann. Und mit lässigen Reden von "Kriegseinsätzen" bereitet er das deutsche Volk schon einmal darauf vor, dass der Anblick von Särgen mit den Überresten deutscher Soldaten nach dem Willen des Kriegsministers schon bald wieder selbstverständlicher Bestandteil deutscher Wirklichkeit werden soll.



    @ ingo74: Du magst es als "linke Propaganda" ansehen, dass ich ganz entschieden etwas dagegen habe, mich an den Anblick von Särgen mit im Ausland verheizter deutscher Soldaten gewöhnen zu wollen. Ich habe auch etwas dagegen, mich an Bilder wie die auf Wikileaks gewöhnen zu müssen, auf denen zu sehen ist, wie ein Kampfhubschrauber "mal eben" einige Journalisten "platt macht", die zufällig gerade als Augenzeugen unerwünscht sind. Vor allem ist es kein schöner Gedanke, dass es demnächst dann wohl auch solche Bilder geben wird, auf denen deutsche Soldaten die Täter sein werden (warum sollten deutsche Soldaten in dieser Hinsicht auch nur um ein Haar besser sein als amerikanische?). Lass Dir versichern, dass diese meine Einstellung in den Zeiten, als Deutschland noch ein demokratischer Sozialstaat westdeutscher Prägung war, als völlig selbstverständlich galt, dass man nämlich seine Truppen nur in Marsch setzt, wenn man angegriffen wird bzw. der Angriff des Gegners unmittelbar bevorsteht. Heutzutage ist es offenbar völlig normal, dass man ohne provoziert oder angegriffen worden zu sein über fremde Länder in weiter Ferne herfällt, bloß weil einem Verbündeten das dortig herrschende System nicht in den Kram passt. Die lässige Selbstverständlichkeit, mit der ein deutscher Kriegsminister über solche Dinge schwadroniert, treibt mir ehrlich gesagt die Zornesröte ins Gesicht.

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    Original geschrieben von bernbayer
    Hör auf mit deiner billigen Polemik gegen einen der besten Verteidigungsinister den wir jemals in Deutschland hatten.


    TvG mag in den Augen vieler Leute ein guter Kriegsminister sein, doch mit der Verteidigung unseres Landes hat seine Amtsführung nun wirklich nichts zu tun, aber absolut gar nichts. :flop:


    Noch einmal, und dieses Mal wirklich in aller Deutlichkeit: Ich lasse mir von Dir keine Vorschriften machen, was ich zu denken und zu sagen bzw. schreiben habe. :mad:


    Du hast ein Recht auf Deine Meinung, aber das war's dann auch schon. Du hast überhaupt kein Recht, mir den Mund zu verbieten; in dieser Position bist DU nicht! Bei Dir scheint die Toleranz gegenüber anderer Leute Ansichten genau an der Stelle aufzuhören, an der die Ansichten anderer Leute von Deinen eigenen abweichen. Also entspann Dich und lerne damit zu leben, dass es nicht nur Jubelperser gibt, die "Hosianna" singen, wenn der derzeitige Kriegsminister erwähnt wird, sondern die ihn aus guten Gründen nicht mögen (ich möchte jetzt nicht den Inhalt meiner bisherigen Beiträge wiederholen) und dies auch klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Es ist doch völlig OK, dass wir nicht einer Meinung sind, da brauchst Du mir doch nicht ständig zu versuchen, mir Vorschriften darüber zu machen, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich tue das doch auch nicht, da wirst Du doch hoffentlich diese grundsätzliche soziale Kompetenz beweisen, mir gleichermaßen zu begegnen.

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    Original geschrieben von Maxx
    Wie ist deine Einschätzung zu Guinand? Würdest du das eher mit Steinhart gleichsetzen? Gerade auch im Hinblick auf Kundendienst und Revision, Ersatzteile etc.


    Diese Frage unvoreingenommen zu beantworten, fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer. Das liegt daran, dass ich Helmut Sinn, den Gründer und langjährigen Geschäftsführer und Inhaber von GUINAND persönlich kenne, und auch seinen Nachfolger, Horst Hassler, menschlich und - wenn man seine Herkunft als Branchen-Quereinsteiger bedenkt - mittlerweile auch fachlich sehr schätze. Management- und Organisationskompetenz brachte Horst Hassler schon von Beginn an in GUINAND ein, diesbezüglich darf man ihm sicherlich ein makelloses Zeugnis ausstellen.


    Man muss sagen, dass es bei GUINAND gelegentlich Spezialitäten gibt, allerdings muss man sich wirklich auskennen, um diese zu identifizieren. So gab's vor zwei Jahren mal eine Kleinserie von Uhren mit dem legendären Kaliber Buren 12.* Mit über 3.000 Euro aber ein sehr teures Vergnügen, aber unter dem Gesichtspunkt, dass es ansonsten keine einzige neue Uhr mehr mit diesem Werk zu kaufen gibt, eben auch ein exklusives. Vergleichbare Serien wird man bei Steinhart vergeblich suchen.


    Durch die Person Helmut Sinn ist die Situation emotional bei GUINAND für mich also etwas anders als bei Steinhart. Durch "den schnellen Helmut" ist eben immer noch der Bezug von GUINAND zur Marke SINN vorhanden, wenn auch in den letzten beiden Jahren, bedingt durch Helmut Sinns Rückzug aus der aktiven Geschäftsführung von GUINAND, allmählich verblassend.


    An dem Umstand, dass der "Modus operandi" bei GUINAND und Steinhart vergleichbar ist, ändert das nicht viel. Beide Firmen sind reine "Private Label"-Veranstaltungen, deren Uhren man pauschal am besten unter der Prämisse betrachtet: kaufen, wenn sie einem gefallen, aber bitte nur als reine Gebrauchsuhren, keinesfalls unter dem Aspekt des Sammlerobjekts. Herr Sinn und Herr Hassler mögen mir meine offene Einschätzung verzeihen.


    ---
    * Ehe ich es vergesse: das Buren 12-Werk hat deshalb einen legendären Ruf, weil es das erste serienmäßige Chronographen-Werk mit automatischem Aufzug war. Alleine die Entwicklungsgeschichte dieses Kalibers liest sich für Eingeweihte wie ein Krimi, leider einer ohne Happy Ending.

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    Original geschrieben von peeck
    Seit wann sind deutsche Truppen in Afghanistan ?
    Seit wann ist Guttenberg Verteidigungsminister ?


    Ich habe nicht behauptet, dass die deutsche Beteiligung an der völkerrechtswidrigen Invasion Afghanistans unter der Ägide des Kriegsministers TvG begonnen wurde. Ich habe lediglich gesagt, dass zu keinem Zeitpunkt der deutschen Beteiligung an dieser völkerrechtswidrigen Invasion so viele deutsche Soldaten in so kurzer Zeit aus einem Land fernab aller Grenzen, die Deutschland oder die NATO je hatten in Blechkisten zurückkehrten wie unter dem derzeitigen Kriegsminister, und der heißt nun einmal TvG. Und es ist TvG, der ständig markige Sprüche von "Kriegseinsätzen" deutscher Soldaten klopft, als könne er gar nicht erwarten, dass die Marschlieder deutscher Soldaten endlich wieder rund um den Globus gehört werden - "denn heute, da hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt!" Dazu passt auch die von TvG emsig voran getriebene De-facto-Abschaffung der Wehrpflicht und der Umbau der Bundeswehr zu einer reinen Berufsarmee. Denn in einer Berufsarmee bilden die Streitkräfte ein in sich geschlossenes Korps, einen Staat im Staat, der ausschließlich auf dem Befehl-und-Gehorsam-Prinzip basiert statt auf dem bewährten Prinzips des Staatsbürgers in Uniform. Aber natürlich stören kritische Staatsbürger in Uniform bei den Plänen, Deutschlands Söhne (und Töchter) rund um den Globus an alle Fronten zu schicken, um endlich wieder dafür zu sorgen, dass Deutschland seinen "Platz an der Sonne" erhält. Berufssoldaten stellen dagegen keine Fragen, sondern gehorchen, so wie in allen anderen Berufsarmeen eben auch.
    Von daher spielt unser Kriegsminister leider eine unselige Rolle, die ihn m. E. für ein Amt an der Spitze eines Bundeslandes oder gar dieser Republik disqualifiziert.


    Deinen bisherigen Postings in diesem Thread ist ja deutlich zu entnehmen, dass Du ein strammer CSU-Anhänger und TvG-Fan bist. Nun, das ist Dein gutes Recht.
    Mein gutes Recht ist es aber, dem derzeitigen Hype um TvG, welcher beinahe schon an Personenkult gemahnt, kritisch gegenüber zu stehen und dies auch klar und deutlich zu formulieren. Es ist sogar mein Recht, dies mit einer gewissen Portion Polemik zu tun, denn diese dient dem Ausdruck meiner Wut darüber, mit welcher ungehörigen Lässigkeit deutsche Politiker, die nie einen Krieg erlebt haben, heutzutage wieder von Krieg reden und deutsche Soldaten in eben solche Kriegseinsätze schicken wollen. Also erzähl mir bitte nicht, was ich mir sparen kann und was nicht, denn ich mache Dir auch keine Vorschriften darüber, was Du hier zu denken oder zu schreiben hast. Wenn Du mit meinen Ansichten ein Problem hast, ist es Dein gutes Recht, meine Ansichten zu kritisieren oder zu ignorieren, aber Du hast kein Recht, sie mir zu verbieten oder mir zu verbieten, meine Ansichten zum Ausdruck zu bringen. In diesem Land gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung immer noch, und das sogar für ausgewiesene Nicht-CSU-Anhänger.


    Und noch einmal: ich habe nicht behauptet, TvG sei für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan als Initiator verantwortlich. Das hat die damalige rot-grüne Regierung zu vertreten, die damals aus falsch verstandener Solidarität mit den USA und unter dem unmittelbaren Eindruck der Terroranschläge von "Nine-Eleven" bereit war, den "Kreuzritter" George W. Bush bei seiner "Mission" zu unterstützen. Doch mit welcher Lässigkeit mittlerweile ganz locker darüber diskutiert wird, wie und wo sich deutsche Truppen sonst noch rund um die Welt am effektivsten zur Wahrung deutscher Interessen einsetzen lassen - daran hat TvG einen sehr großen Anteil. Vom alten Grundkonsens aller demokratischen Parteien Deutschlands, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen dürfe, ist offenbar nicht mehr viel übrig geblieben. Vielen Dank dafür, Herr von Guttenberg. :flop:

    Erstens ändern Wahlen ohnehin nichts, denn wenn sie das täten, wären sie längst verboten. Sagte so oder so ähnlich angeblich der politische Journalist Kurt Tucholsky, und er hatte recht damit.


    Zweitens ist die CSU seit Goppels Zeiten ein bayrisches Phänomen, das man jenseits der Straussens, Stoibers, Seehofers und Guttenbergs kaum beschreiben kann. Dieser tiefste Konservatismus bei gleichzeitigem Bestreben, alle Konflikte möglichst in sozial verträglichen Kompromissen zu beenden ist schon einzigartig. Im Grunde ist die CSU die einzige Partei in der derzeitigen Berliner Regierungskoalition, die ein klares Profil hat, das bei den Menschen in diesem Land nicht als reines Erfüllungsgehilfentum der Großindustrie und der Großverdiener gesehen wird.


    Jetzt bräuchte die CSU nur noch einen geeigneten Spitzenkandidaten, und nicht ausgerechnet einen Kriegsminister, unter dessen noch recht kurzer Ägide so viele deutsche Soldaten in einem völkerrechtswidrigen Einsatz verheizt wurden wie niemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Ein Mann mit so viel Blut an den Händen, der auch noch die Auffassung vertritt, das Morden in einem fernen Land müsse mit deutscher Beteiligung weitergehen, damit Deutschland endlich wieder im Konzert der Großen mitspielen darf, ist für mich nicht der geeignete Kandidat, weder auf das Amt des bayrischen Ministerpräsidenten noch auf das des Bundeskanzlers. Der ist für mich höchstens ein zukünftiger Kriegsverdienstkreuzträger zweiter Klasse, der mit markigen Worten vom "Krieg in Afghanistan" versucht, die deutsche Bevölkerung darauf einzuschwören, dass deutsche Soldaten möglichst bald auch noch in viel mehr Ländern dieser Welt töten und sterben sollen. Der wäre 2003 bestimmt auch Herrn Bush beim Überfall auf den Irak gefolgt, wenn er damals bereits Deutschlands oberster Kriegsherr gewesen wäre. :rolleyes:

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    Original geschrieben von Joghurt2
    Nein. Ich sondiere seit geraumer Zeit immer mal wieder ebay und dabei ist mir diese Tendenz aufgefallen. Diese (meine) Erfahrung reicht, um deine pauschale Aussage, die du nicht -eindeutig- auf die billigen Modelle bezogen hattest anzuzweifeln.


    Interessant. Du hast also festgestellt, dass gebrauchte Steinhart-Uhren auf Ih-Bäh tendenziell zu Kursen nahe ihren Neupreisen verkauft werden, ist es das, was Du sagen willst?


    Bei den "richtigen" Modellen hochwertiger Hersteller kann ich Dir versichern (und einige Beispiele habe ich in meinem vorherigen Beitrag bereits angeführt), dass es genau so ist: die Uhren gehen auch gebraucht nahe Neupreis oder bei besonders gefragten Modellen, sogar darüber.



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    Original geschrieben von Joghurt2
    Orient, Ingersoll sind klassische "Billigmarken" (gerade bei Orient bekommt man unwahrscheinlich viel Uhr fürs Geld, weshalb ich Billigmarke eigentlich unangemessen finde), Steinhart ist im unteren Preissegment. Die Qualität, die man fürs Geld bekommt soll laut Forenerfahrungsberichten sehr ordentlich sein. Welches persönliche Problem du mit Steinhart hast, vermag ich nicht einzuschätzen.


    1. "China-Böller" von Ingersoll mit Orient oder sogar mit Steinhart in einem Satz zu nennen, ist schon ziemlich hart. Orient und auch Steinhart bauen sicherlich gute Uhren, mit denen man nichts verkehrt macht, wenn man diese Uhren unter dem Aspekt kauft: Kaufen, tragen, Spaß daran haben, aber nicht daran denken, die Dinger wieder zu verkaufen. Denn dann "verbrennt" man Geld.


    2. Von Ingersoll habe ich schon einige in der Hand gehabt - und ganz schnell wieder weg gelegt. Ich kenne ein paar Leute, die sich "just for fun" mal so einen "China-Böller" von Ingersoll gekauft haben. Bis auf einen waren alle damit schon nach weniger als sechs Monaten äußerst unzufrieden. Hauptkritikpunkte: extrem schlechte, nicht konstante Gangwerte und ein Kundendienst, der diesen Namen einfach nicht verdient.


    3. Ich habe schon einige Steinhart-Uhren in der Hand gehabt. Die Verarbeitung ist - gemessen am Preis - völlig in Ordnung, dagegen habe ich auch nie etwas gesagt. Bloß kaufen würde ich mir keine, weil ich einfach keine Uhr haben will, die man nicht mehr los wird, wenn die Dinger mal älter sind. Die allermeisten gebrauchten Steinharts, die sich noch zu halbwegs angemessenen Preisen wieder verkaufen lassen, sind nämlich relativ "junge" Exemplare. Versuch doch mal, für eine offensichtlich revisionsbedürftige Steinhart einen Käufer zu finden. Viel Spaß dabei! Das Problem bei Steinhart ist nämlich, dass viele Uhrmacher zwar die Werke reinigen, ölen und justieren können, weil es sich um Standardzeugs von ETA handelt. Aber bei den Gehäusen und Metallbändern hört "der Spaß" ganz schnell auf. Bedingt durch die kurzen Modellzyklen und den Umstand, dass Steinhart nur Direktvertrieb macht, ist es bei Steinhart sehr unwahrscheinlich, dass man im Revisions- bzw. Reparaturfall irgendwo anders Ersatzteile bekommt außer eben bei Steinhart. Und das bedeutet: man muss die Uhr einschicken, notfalls auch etwas länger warten und wenn man großes Pech hat, dann gibt's auch schon mal keine Teile mehr. Und damit hat man eine weitere Erklärung, warum man von höherpreisige Mechanikuhren (> 400 €) von Steinhart nur abraten kann: Mehr als 400 Piepen möchte ich nicht in die Tonne kloppen müssen, wenn's nach ein paar Jahren für eine beschädigte Steinhart-Uhr keine Ersatzteile mehr gibt. Wie gesagt: das Werk ist nicht das Problem, das Problem sind die Gehäuse- und Metallbandteile, Dichtungen, Kronen usw.

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    Original geschrieben von Mephisto
    [SINN]
    (die haben dann auch den Vorteil, dass sie neben toller Technik auch ein individuelles Design haben, das nicht seeeeehr eindeutig inspiriert ist ;))


    Doch, eindeutig inspiriert sind die auch. Der Trick besteht nur darin, dass die allermeisten der großen Vorbilder schon so lange vom Markt verschwunden sind, dass sich kaum noch jemand an sie erinnern kann. Deshalb gelten SINN-Uhren, obwohl oft auch designerisch an große Vorbilder angelehnt, heutzutage als eigenständige Designs. :D


    Die U-Serie, und da besonders die U1, ist allerdings ein eigenes Design der Fa. SINN.


    Die Baureihen mit den dreistelligen 5er-, 6er-, 7er- und 8er-Nummern sind eindeutig an die sogenannten Navigationsborduhren (NABO) aus den Militärflugzeugen der frühen 1960er Jahre angelehnt, markant treten dabei die überdimensionierten Ziffern 3, 6, und 9 hervor.


    Die 103 entspringt eindeutig dem Design der Heuer Autavia, die 144 entspricht bis heute der ersten Version des Porsche Chrono, die 903 ist ein (allerdings legitimer, weil Helmut Sinn vor 32 Jahren dafür ordentlich Geld an den Konkursverwalter von Breitling zahlte!) Nachbau der Breitling Navitimer, die 356 ist nicht viel mehr als eine 103 ohne Drehring usw.


    Dennoch stimmt es, dass die Marke SINN einen sehr guten Gegenwert fürs Geld bietet, und die Uhren in gut erhaltenem Zustand auch nach Jahren relativ hohe Wiederverkaufspreise einbringen. Der Grund liegt in der Beständigkeit, mit der SINN seine Modelle baut. Im Gegensatz zu Steinhart, bei dem bestimmte Modelle oftmals nur für sehr kurze Zeit gebaut werden und dann auf Nimmerwiedersehen aus der Produktpalette verschwinden oder mit geringfügigen Modifikationen umbenannt werden, so dass für Außenstehende keinerlei Kontinuität in der Modellpolitik erkennbar ist (was wiederum die Gebrauchtpreise negativ beeinflusst), baut SINN die allermeisten seiner Modelle jahrzehntelang. Damit sind auch kontinuierliche Preisanpassungen gegeben, die ihrerseits Auswirkungen auf die Gebrauchtpreise haben. Ein Beispiel: wer sich vor dreieinhalb Jahren eine neue 144 GMT als Stahlversion kaufte, zahlte dafür knapp 1.200 €. Heute kostet dieses Modell neu fast 1.700 €. Logisch, dass gut erhaltene gebrauchte Exemplare locker ihren damaligen Neupreis wieder einspielen. Man trägt also eine schöne Uhr, ohne dabei Geld zu verlieren. Und wer eine gut erhaltene alte SINN 142 (die Version mit dem Lemania 5300-Werk) oder einen EZM1 (nicht aus der Limited Edition!) anbieten kann, wird höchstwahrscheinlich sogar noch einen kleinen Profit machen können. :)


    Wink mit dem Zaunpfahl: es gibt zum Thema SINN ein eigenes Forum, das ich gerne weiterempfehle. Fairerweise bringe ich aber den Hinweis an, dass ich mit diesem Forum seit Jahren sehr eng verbunden bin und mich zu den maßgeblichen inhaltlichen Gestaltern dieser Webpräsenz rechnen lassen muss. ;)

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    Original geschrieben von Joghurt2
    Habe mal bei ebay versucht eine günstige Steini zu ergattern. Keine Chance. Die werden IMHO sehr hoch gehandelt!


    Ach, und Du meinst, bloß weil gerade vor ein paar Minuten zufällig keine bei Ih-Bäh drinstand, ist damit grundsätzlich in Frage gestellt, dass meine Feststellung berechtigt ist? :D


    Und glaubst Du ernsthaft, bloß weil jemand einen bestimmten, hohen Preis für seine Uhr verlangt, dass er ihn deshalb auch erhält und seinen Ticker zum Wunschkurs los wird? :D


    Bei den Steinharts bis 400 €, und das schrieb ich ja auch, mag das auch noch funktionieren, dass man damit nicht allzu viel Geld verbrennt. Wenn man nicht mehr als 400 € für 'ne Uhr ausgibt, kann man bei ihrem Verkauf halt auch nicht mehr als 400 € verlieren. ;) Doch bei den teureren Steinharts geht diese Rechnung eben nicht mehr auf. Steinhart ist eine klassische "Billigmarke" im Bereich der Mechanik, mehr traut man "am Markt" dieser Marke nicht zu, und das beeinflusst eben auch die Preise für gebrauchte Uhren.

    Beim ersten Pärchen handelt es sich um eine Kopie der GMT-Master von Steinhart versus die Omega Seamaster Planet Ocean. Beide Uhren sind selbst dann nur schwer vergleichbar, wenn man in beiden Fällen die Originale nimmt; die Rolex ist eine klassische Pilotenuhr mit Anzeiger einer zweiten Zeitzone, die Omega eine Dreizeiger-Taucheruhr im Retrodesign.


    Beim zweiten Pärchen handelt es sich um Fliegeruhren, die erste mit einem Automatikwerk, die zweite mit einem recht gut finissierten Handaufzugswerk.


    Die Omega dürfte aus Deiner Preisvorstellung von max. 1.500 € glatt rausfallen, es sei denn, Du kaufst sie irgendwo als gebrauchtes Exemplar (aber selbst da wird's bei wirklich gut erhaltenen Exemplaren schon eng). Bei Steinhart würde ich nichts kaufen, was mehr als 350-400 € kostet. Wenn man mehr Geld für eine Mechanikuhr ausgibt, sollte schon der Name eines Herstellers auf dem Zifferblatt stehen, der mehr kann als nur die Designs anderer Hersteller kopieren und irgendwo in Asien billig zusammenschrauben zu lassen. Denn wenn man die Uhr eines Tages wieder verkaufen möchte, weil man sich in eine andere Uhr "verliebt" hat, möchte man für sein altes Stück ja auch noch Geld bekommen. Bei gebrauchten Steinharts wird das sehr schwierig, denn die sind so billig, dass die meisten Leute sie lieber gleich neu kaufen.