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Original geschrieben von ChickenHawk
Aber was gewisse Leute hier mal wieder für einen polemischen Unsinn vom Stapel lassen geht ja nun wirklich auf keine Kuhhaut. Fehlt nur noch der Seitenhieb man hätte doch auch damals in den 90ern die Finger von Serbien und dem Kosovo lassen sollen und sich die jeweiligen Volksgruppen doch lieber gegenseitig umbringen lassen, dort hätte die UN und insbesondere Deutschland ja auch nichts verloren gehabt...
Was die Hintergründe der Afghanistan-Invasion angeht, so darfst Du Dich gerne mal lesend weiterbilden statt "gewissen Leuten" Polemik zu unterstellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Afghanistan_seit_2001
Ein besonders pikantes Zitat, das bezeugt, dass es der Regierung von G. W. Bush eigentlich nur um irgendeinen Grund zur Invasion ging und nicht darum, konkret nachzuweisen, dass die damalige afghanische Regierung oder Osama bin Laden hinter den Anschlägen von "Nine-Eleven" steckten, nach dem Motto: nein, wir wollen nicht die Schuld al-Qaidas oder der Taliban beweisen müssen, wir suchen einfach nur einen Grund, militärisch loszuschlagen:
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Am 11. September 2001 verübten 19 Angehörige der al-Qaida die Terroranschläge in den Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten forderte daraufhin von der Taliban-Führung, die Ausbildungslager der al-Qaida zu schließen und deren Anführer auszuliefern. Die Taliban boten zunächst an Osama bin Laden in Afghanistan vor Gericht zu stellen. Später forderten sie als Bedingung für eine Auslieferung, dass Beweise für seine Verwicklung in die Anschläge vorgelegt würden. Die Vereinigten Staaten lehnten dies ab. Präsident Bush sagte dazu: "There's no need to discuss innocence or guilt. We know he's guilty." (dt. Es gibt keinen Grund über Schuld oder Unschuld zu diskutieren. Wir wissen, dass er schuldig ist)
Was die Intervention auf dem Balkan angeht, so hat sich Deutschland m. W. daran aus verfassungsrechtlichen Gründen erst beteiligt, als es ausdrücklich um rein friedenserhaltende Maßnahmen im Rahmen eines UN-Mandats ging, und selbst das stieß damals bei vielen Menschen auf Skepsis und Ablehnung. Vermutlich ahnten die Kritiker schon damals, wo dieser grundsätzliche Tabubruch enden würde...
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Original geschrieben von bernbayer
HappyDay989
Wir kommen in dieser Frage nicht weiter, die Meinungen sind zu unterschiedlich, so daß weiter sich Argumente um die Ohren zu schlagen nichts bringt.
Das schrieb ich ja bereits heute Morgen bzw. Mittag, wie Du mit einem Blick auf die entsprechenden Beiträge jederzeit nachlesen kannst. 
Ich sehe aber auch keinen Zwang dazu, dass wir uns unbedingt "einigen" müssen - worauf denn auch, außer darauf, dass wir uns nicht einigen können! 
@ Chicken Hawk: Schön, dass Dir wenigstens nach der Veröffentlichung Deines Beitrags so etwas ähnliches wie ein Argument eingefallen ist, das Du in aller Heimlichkeit noch nachschieben konntest. 
Afghanistan als souveräner Staat war bereits anerkannt, egal, wie Du es nun drehen und wenden willst. Wie Du hier
http://de.wikipedia.org/wiki/A…h_der_Unabh.C3.A4ngigkeit
selbst nachlesen kannst, wurde selbst in den Zeiten des Bürgerkriegs der Status des Landes als souveräner Staat nicht aufgehoben, und wer hätte wohl auch die Legitimation gehabt, so etwas zu tun! Im übrigen kontrollierten die Taliban Anfang 2001 mehr als 90 % des Landes, die sogen. Nordallianz war auf ein paar Fleckchen Erde reduziert worden. De facto stellten die Taliban also die Regierung, und der Umstand, dass man mit der Regierung eines anderen Landes möglicherweise Meinungsverschiedenheiten hat, ggf. sogar schwerwiegende, liefert immer noch keinen rechtlich belastbaren Grund für eine Invasion. Die Taliban mögen den Gegnern im eigenen Land, eingebildeten wie tatsächlichen, nicht gerade mit den Grundsätzen der Nächstenliebe begegnet sein, doch so schwer es einem auch fallen mag: das ist nur ein innenpolitisches Problem Afghanistans, das innerhalb der Grenzen Afghanistans ausschließlich von Afghanen gelöst werden muss und geht höchstens noch die unmittelbaren Nachbarn etwas an, aber garantiert kein Land im fernen Westen mehr. Und wenn man in ein anderes Land einmarschieren will, so wie die USA 2001 in Afghanistan (und 2003 im Irak, dieselbe fadenscheinige Argumentation, nur glaubte man der US-Regierung ihre erlogenen Invasionsbegründungen da nicht mehr), dann sollte man schon etwas mehr in der Hand haben als ein paar Vermutungen, für die nicht nur jegliche Beweise fehlen, sondern von denen sich der Oberbefehlshaber der Invasorenarmee sogar weigert, sich überhaupt auf den Versuch einer Beweisführung einzulassen - das entsprechende Bush-Zitat habe ich Dir nachgewiesen. Der Vorwurf einer sehr fragwürdigen Weltsicht trifft daher wohl eher auf Herrn Bush und seine Anhänger zu als auf mich.
Ich gehe davon aus, dass ich die Hintergründe, warum ich TvG als Kriegsminister bezeichnet habe bzw. immer noch bezeichne, umfangreich genug dargelegt habe. Die Geschichte Afghanistans nun von dem Moment, in dem Kain seinen Bruder Abel erschlug bis zum heutigen Tage in allen Einzelheiten und unter jedem nur möglichen Blickwinkel hier auszubreiten, geht am Thema dieses Threads wohl meilenweit vorbei. Hier geht es ja in erster Linie um "Respekt vor Minister Guttenberg" bzw. um Gründe, von diesem Minister alles andere als begeistert zu sein.