ZitatOriginal geschrieben von nutella-mann
Aber warum soll überhaupt jemand "bestraft" werden?
Es geht hier nicht um Strafe, sondern um Stigmatisierung. Im Mittelalter hieß das "an den Pranger stellen." ![]()
ZitatOriginal geschrieben von nutella-mann
Da wird jetzt momentan gnadenlos auf den Porsches und dem Paradebeispiel Q7 mit 6 Liter Hubraum und 292g/km herum geritten. Selber lassen sie sich mit genau sowas rum kutschieren, und auf die Wochenend-Sommer-fahrer wird mit dem Finger gezeigt. Wenn es schon unter dem Deckmantel "Umweltschutz" verändert werden soll, warum nicht nach g/km mal gefahrenen km? Das ist doch bloss wieder viel Wind mit dem Ergebnis, dass die meisten Leute mit den 0815-Wägen mehr bezahlen müssen. Andere trifft das sowieso nicht, weil sich Leute mit viel Geld sagen: ich zahl' das, was es kostet, weil ich mir den Spaß nicht verderben lasse.
Ob das wirklich noch "Spaß" macht, wenn man durch die entsprechende öffentliche Diskussion als Fahrer eines hochmotorisierten Fahrzeugs mit entsprechendem Verbrauch als "asozialer Klima- und Umweltvergifter" gebrandmarkt wird? Ich nehme an, daß hier schon relativ kurzfristig ein Paradigmenwechsel stattfinden wird: Große, leistungs- und hubraumstarke PKW und SUV werden vom Statussymbol für Wohlstand zum Ausweis mangelhafter Umweltgesinnung und Gesellschaftsfeindlichkeit oder Überheblichkeit umdefiniert.
Klingt vielleicht etwas philosophisch, ist aber wohl eiskalte Berechnung unserer Politiker: Wenn man aus einer Krise nicht mehr herauskommt, dann zünde man ein paar Nebelkerzen und definiere einen inneren oder äußeren "Feind" oder "Sündenbock", an dem die Volksseele ihren Zorn austoben kann. Sogar die alten Römer hatten dafür schon ein Sprichwort: divide et impera - teile und herrsche!
"Das Schöne" an einem solchen Besteuerungsmodell ist doch, daß man die "Stellschraube CO2-Ausstoß" (Freigrenze + Steuersatz je Gramm CO2) jederzeit so anziehen kann, daß man fast nach Belieben das Steueraufkommen generieren kann und gleichzeitig die Grenze zwischen "gesellschaftlich akzeptablem" Verbrauch und "asozial hohem" Verbrauch entsprechend verschieben kann. Noch ist ein Golf GTI-Fahrer kein asozialer Paria. Noch nicht!