Zitat
Original geschrieben von SunnyStar
Mal im Ernst, man kann eine Seiko in Bezug auf Qualität und Wertbeständigkeit nicht mal im entferntesten mit einer Rolex oder ähnlichem vergleichen.
...zum Glück 
Objektiv feststellbare mechanische und Materialqualität haben nicht zwangsläufig mit der Wertbeständigkeit eines Gegenstandes zu tun, weil bei letzterer eben auch das Image eine Rolle spielt, welches nicht notwendigerweise auf der Qualität eines Produktes begründet sein muß.
Die ganz normalen Seiko-Uhren (inkl Superior) sind nach den Maßstäben ihrer jeweiligen Preiskategorien von sehr guter Qualität. Wertbeständig sind sie nicht, aber das ist in der Klasse bis 750 € ohnehin keine Uhr. Keine Seiko, aber auch keine Tissot, nicht einmal die preiswerten Quarzuhren von Maurice Lacroix. Die sind alle schlagartig nur noch 50 % dessen wert, was sie gekostet haben, sobald jemand mit ihnen am Handgelenk aus dem Laden spaziert.
Die Grand Seiko-Uhren spielen dagegen in einer ganz anderen Liga und sind qualitativ vom Allerfeinsten. Ein Freund zeigte mir vor einigen Monaten mal eine GS 9S55, die er sich - auch nur mit Beziehungen - in Japan gekauft hatte. Selbst unter 10facher Lupe gab es da absolut nichts zu meckern. Zugegeben, Patek Philippe, Vacheron Constantin, Gerald Genta und auch Jaeger LeCoultre können das noch steigern (A. Lange & Söhne und Glashütte Original natürlich auch), aber dafür sind dann auch gänzlich andere Preise fällig. Von daher sollte man nicht Äpfel und Birnen vergleichen, bloß weil beides Früchte sind. 
Grand Seiko ist in Verarbeitungsqualität und Preis etwa bei Rolex und IWC anzusiedeln, sowohl bei Stahl- wie auch Golduhren, wobei - im Gegensatz zu den "Krönchen" - keine Diamanten und andere Edelsteine auf Zifferblättern und Lünetten zu finden sind. Preislich sind die GS-Uhren schwer einzuordnen, vor allem deshalb, weil sie außerhalb Japans offiziell nicht verkauft werden und damit kein wirklicher Markt außerhalb des Landes der aufgehenden Sonne besteht. Sicher ist aber, daß die Nachfrage erheblich höher ist als das Angebot und die Preise der wenigen nach Europa gelangten Uhren bei Auktionen i. d. R. ziemlich stabil sind. Einzelne Modelle erzielen sogar Rekordpreise, z. B. eine GS mit Automatikwerk Grand Seiko 4520 VFA (Very Fine Adjusted), die im letzten Jahr für 26.000 $ in die USA verkauft wurde. Dieses Modell wurde nur von 1969–1970 gebaut, insgesamt nur 100 Stück, und davon wurden nur 73 offiziell verkauft. Der Grund für den hohen Preis dieser goldenen Beobachtungsuhr war die Tatsache, daß das in der Uhr verbaute Werk JEDEN EINZELNEN Konkurrenten aus der Schweiz in Punkto Präzision (Ganggenauigkeit) aus dem Feld schlagen konnte, denn keiner wagte es, auf seine Uhren die GARANTIE zu geben, daß über einen Zeitraum von 24 Monaten das Werk keinesfalls mehr als 2 Sekunden pro Tag abweichen würde - wohlgemerkt, das war 1969! Näheres zu Grand Seiko findet sich hier, dort auch der Hinweis, daß die Abweichung der dem Verfasser vorliegende GS 4520 VFA auch nach über 30 Jahren Gebrauch immer noch unterhalb der garantierten 2 Sek./24 h liegt. :top: Und auf alle aktuellen Grand Seiko-Mechanikuhren gibt Seiko 30 Jahre Garantie auf die Funktion sämtlicher Teile des Werkes. Mir ist kein Uhrenhersteller aus Deutschland oder der Schweiz bekannt, der mit annähernder Überzeugung zur Qualität seiner Produkte steht.
Ansonsten möchte ich mich zu Deinen Ausführungen wirklich nicht weiter einlassen, denn, so leid mir diese Feststellung tut, es lohnt sich wirklich nicht. Jedenfalls scheint Dir die "helvetische Uhren-Marketing-Abteilung" ganz schön die Gehirnwindungen ausgespült zu haben mit ihren Slogans. Verkauf doch mal eine gebrauchte IWC oder Omega, und dann schau doch mal, was von der vielgepriesenen Wertbeständigkeit dieser Luxusmarken übrigbleibt. Bei der Differenz zwischen dem Neupreis und dem Verkaufspreis, den man nach ein, zwei Jahren noch für ein wirklich erstklassig gepflegtes Exemplar erzielt, fließen die Tränen aber gleich literweise.
Uhren sind nun einmal keine Wertanlage. Und wer jetzt sagt "stimmt, aber Rolex ist die große Ausnahme", dem sage ich, daß es auch bei Rolex nur einige Modelle sind, die wirklich heiß begehrt sind, so daß Sammler bereit sind, Liebhaberpreise für gebrauchte Uhren zu bezahlen. Für den Rest gilt, daß auch hier ein beträchtlicher Wertverfall einsetzt, wenn auch sicherlich nicht so hoch wie bei anderen Luxusmarken. Aber bitte sehr: Beim Verkauf einer SINN ca. 25 - 30 % vom Neupreis zu verlieren (außer bei der 142, der 157 und dem EZM 1, da verdient man noch Geld mit) mag sich zwar tragischer anhören, als 15 % an einer Rolex zu verlieren. Doch bei einer SINN sind diese im Mittel 25 % durchschnittlich 250 € an 1.000 €, bei Rolex sind es 15 % an ca. 4.000 € = 600 €. Und wenn der Ticker erst mal weg ist, dann bleibt dem Verkäufer neben dem Verkaufserlös nur der Verlust gegenüber dem Neupreis, aber nicht das Image der Uhr, die dann ein anderer trägt. 
@ Laubi: Danke für die Blumen, aber auf der Bühne der wirklich großen Experten spiele ich nicht einmal eine Nebenrolle.
Ich bin ein Uhren-Verrückter mit Grundkenntnissen, aber es ist eben nur mein Hobby.