Zitat
Original geschrieben von Charlie_D
Tja, als Sportschütze und legaler Waffenbesitzer kann ich nur sagen:
Jede Waffe, egal welcher Art, lässt einen Konflikt eskalieren. Man schneidet damit sich und dem Gegenüber jeglichen Handlungsspielraum ab.
[...]
Auch wenn es oft ein Wunschtraum bleibt: Wir sollten 2007 eigentlich gelernt haben, mit Konflikten anderst umzugehen...
Das kann ich (als ehemaliger Sportschütze und aktiver Kampfsportler (Jiu-Jitsu)) nur zu 100 % unterschreiben: Jede Waffe hebt einen Konflikt automatisch auf die nächste Stufe der Gewalt. Nicht umsonst gelten für den Einsatz von Schlagstöcken und Schußwaffen bei der Polizei sehr strenge Vorschriften - und da handelt es sich bei den Waffenträgern um ausgebildete Profis, nicht um irgendwelche keulenschwingenden Teenager mit pubertären "Ein-Mann-sieht-rot"-Phantasien á la Charles Bronson (der englische Originaltitel lautete passenderweise übrigens Death Wish), die nicht wissen, was sie tun. 
Der erste Schritt zur Konfliktvermeidung ist die Übersicht in der Situation. Dazu gehört eben auch, daß man dunkle und unübersichtliche Stellen meidet, sich sorgfältig umschaut, mögliche Flucht- und Rückzugswege in seine Bewegungen mit einbezieht, Distanz zu Unbekannten (vor allem zu Gruppen von Unbekannten) hält und sich keinesfalls "umzingeln" läßt (wg. Fluchtweg).
Der zweite Schritt ist das eigene Auftreten: selbstsicher, aber ruhig, nicht laut und provozierend.
Der dritte Schritt ist ggf. - bei pöbelnden Jugendbanden sicherlich der weiseste Schritt - der "geordnete Rückzug." Danach per Mobilfunke die Polizei zu verständigen und präzise den Vorfall zu schildern, dürfte dann wohl das geringere Problem sein.
Der vierte Schritt wäre - bei mehreren Angreifern - die Abwehr des ersten Angreifers und dann die sofortige Einleitung von Schritt 3 - nimm die Beine in die Hand und renn, was die Lungen hergeben. 
Übrigens kann man sich gerade bei betrunkenen Aggressoren beim Einsatz einer Schlag- oder Stichwaffe einen ganzen Haufen Ärger einhandeln. Die meisten Richter haben nämlich wenig Verständnis dafür, wenn man einen alkoholisierten, mithin also nur eingeschränkt handlungsfähigen Menschen mit einem Schlagstock (egal ob Teleskopschlagstock oder Tonfas) zusammendrischt. Da wird aus Notwehr dann vor Gericht ganz schnell (schwere) Körperverletzung als Straftat statt straffreiem Notwehrexzess.
Und außerdem ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen - wie hier schon mehrfach geschildert - daß man vom "Schlagstock-Schwinger" zum "Schlagstock-Beschwungenen" wird, nämlich dann, wenn man seine Waffe nicht professionell einzusetzen gelernt hat. Und solch eine Professionalität erfordert hartes Training, das lernt man nicht von heute auf morgen. Zusätzlich ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß man als "Nicht-Profi" mit seiner Waffe entweder zu hart oder zu schwach zuschlägt - im ersten Fall endet das vor Gericht, im zweiten landet der Nicht-Profi höchstwahrscheinlich selbst in der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Und selbst wenn man die erste Auseinandersetzung "siegreich" übersteht, so stehen einem evtl. noch weitere Auseinandersetzungen bevor mit den "großen Brüdern", Freunden und Bekannten des Unterlegenen. Und wie will man die dann austragen? Etwa mit einem Smith&Wesson oder doch lieber gleich mit einer Uzi? 
Also, lieber TE, schmeiß Dein Tonfas in die nächste Mülltonne und begrabe Deinen Traum von "Selbstverteidigung per Schlagstock". Werde Dir erst einmal über die rechtlichen, menschlichen und auch verteidigungstechnischen Probleme Deiner "Lösung" im klaren. Dann wirst Du selbst einsehen, daß es in bestimmten Situationen einfach das Beste ist, ruhig und sachlich zu bleiben, wenn das nicht hilft, Fersengeld zu geben und ggf. die Polizei zu verständigen. Die sind im Umgang mit Randalierern jeglicher Couleur erheblich routinierter und haben dabei - und das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil - das Recht auf ihrer Seite.
Als keulenschwingender Teen hat man dagegen schon den ersten Eintrag im Vorstrafenregister so gut wie sicher, wenn man nach erfolgtem Schlagstockeinsatz von der Polizei "zur Einvernehmung gebeten" wird. Und das hängt einem für den Rest des Lebens an. Ist es das denn wirklich wert, sich seine Zukunft zu verbauen, bloß weil man aufgrund einer jugendlichen Leichtsinnstat mit dem Makel einer Vorstrafe behaftet ist? 