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Original geschrieben von Laubi
Die Entscheidung ist nicht einfach. Tendiere allerdings nach wie vor noch zur Sub Date. Mal sehen ... wenn ich das Geld zusammen habe, werde ich wohl mal Wempe in Köln einen Besuch abstatten; die sollen ja im Bereich Service und Beratung mehr als 'nur' gut sein. Wird dann wohl eine Bauchentscheidung.
Habe ich da richtig gelesen: Du tendierst zur Sub Date? Nicht mehr zur Sub No Date? (Nicht, daß ich diese Entscheidung in Frage stellen würde - ich persönlich halte es auch lieber mit Uhren, die über eine Datumsfunktion verfügen.)
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Original geschrieben von Bob_Harris
[Gangabweichung von 8 Sek. in 7 Tagen]
Wahnsinn, diese Gangabweichung hat meine Seamaster fast an einem Tag... :eek:
Wie kann es eigentlich sein, dass Rolex-Werke hier einerseits nachvollziehbar kritisert werden (und die Bilder mit dem roten Staub waren ja mehr als eindrucksvoll), gleichzeitig aber eine so hervorragende Ganggenauigkeit realisiert wird?
Oder hängt das bspw. mit Tragegewohnheiten zusammen (nehme dir Uhr nachts ab) bzw. habe ich vielleicht einfach eine Montags-Seamaster erwischt? :confused:
Ich habe bei Rolex zwar stets die nur vergleichsweise mäßige Finishqualität und die m. E. zu schnell verschleißenden Rotorachsen kritisiert, aber niemals die Präzision, mit der die Werke ihre Arbeit verrichten. Wenn die "Genfer Krönchen" eines können, dann ist es das Design und die Produktion von Uhrwerken, bei denen - mit Ausnahme der Finessierung und des Aufzugsystems - einfach alles stimmt:
1. Durch die Beschränkung auf die wesentlichen Funktionen und ein intelligentes Design kommen die Werke mit weniger Teilen aus als die Konkurrenz; Rolex verzichtet bewußt auf alle "grande complications" wie ewige Kalender, Rattrapante-Chronographen oder Tourbillons.
2. Alle Teile sind sehr groß dimensioniert; aus den damit einhergehenden hohen Materialstärken und Einzelteilgewichten resultiert eine hervorragende Unempfindlichkeit gegen Stöße sowie Lage- und Temperaturveränderungen.
3. Alle Teile sind ab Werk extrem maßhaltig; dies ist die Grundvoraussetzung für die überragende Langzeit-Ganggenauigkeit.
Zur Seamaster: Es könnte durchaus sein, daß Du ein "Montagsmodell" erwischt hast, so etwas gibt es auch bei Luxusuhren. Meine SM-GMT läuft mit max. +3 Sek./24 h, i. d. R. aber +1-2 Sek./24 h. Und selbstverständlich wirken sich Tragegewohnheiten, Umgebungsparameter wie Temperaturen bzw. Temperaturwechsel und die Dauer der Wartungsintervalle auf die Ganggenauigkeit aus. Das alles ist in diesem Thread doch schon wiederholt (und von meiner Seite auch hinreichend detailliert) dargelegt worden. Bei Bedarf einfach mal ein bißchen stöbern ... Denn wie heißt es so schön: repetitia non semper placent - Wiederholungen gefallen nicht immer ...
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Original geschrieben von indiana1212
Das hat meine Submariner aber auch damals (vor dem Crash) schon gemacht. Also so um die maximal 10 Sekunden in der Woche.
Aber lass uns das am besten gleich mal aufgreifen. Wollte das eh noch posten weils super interessant ist 
Also:
Der Eine Trägt die Uhr 24 Stunden am Tag. Der Andere nimmt die über Nacht runter und Herr Meier legt die auf einen Uhrenbeweger. Soweit so gut.
Nun stellt sich mir die Frage, wenn ich eine Uhr speziell über Nacht lagere, kann man dann damit die Gangabweichung regulieren?
Also wenn die Flach am Tisch liegt, dan tickert ja der Zeiger "rundum glücklich" vor sich hin. Aber wenn ich die Uhr senkrecht auf das Gehäuse lege und dann das Armband gespreizt habe, so muss doch der Sekundenzeiger den "Berg" bewältigen.
Das bedeutet, daß der Zeiger (Uhr liegt auf der Krone) von 12 Uhr bis knapp 4 Uhr talwärts fährt
und ab dann der Berg wieder erklommen werden muss bis 12 Uhr. Das bedeutet ja einen höheren Kraftaufwand (denke ich).
Wie wirkt sich sowas denn aus bzw. wie lagert man Automatikuhren am geschicktesten, damit man so wenig wie möglich Gangungenauigkeiten hat?
Oder ist das an sich egal?
[...]
HappyDay
Ist your Turn 
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Wenn Du mich schon so freundlich bittest, dann will ich dazu auch mal was sagen:
1. Man kann selbstverständlich durch das Ablegen einer mechanischen Uhr in bestimmten Positionen bzw. auch bei bestimmten Temperaturen das Werk "regulieren".
2. Mit einem armen kleinen Sekundenzeiger, der da bergauf und bergab gehetzt wird, hat das natürlich nichts zu tun. 
Die allgegenwärtige Kraft, die hier am Werk ist, nennt sich Schwerkraft (präziser: Massenanziehungskraft oder Gravitation). Und die wirkt zwar auch auf die Zeiger aus, aber dies spielt eigentlich keine Rolle. Viel gravierender wirkt die Gravitation (Wortspiel beabsichtigt
) auf die Feder in der Uhr. In den Positonen "Zifferblatt oben" bzw. "Zifferblatt unten" ist die Auswirkung auf die Feder vernachlässigbar. Denn die Feder auf ihrer senkrecht angebrachten Federachse wird durch Deckel und Boden des Federgehäuses praktisch vollständig daran gehindert, der Schwerkraft nachzugeben. Seitlich dagegen hat die Feder im Gehäuse natürlich viel mehr Spiel - logisch, eine vollständig gespannte Feder benötigt zum ungehinderten Entspannen ja rundum zusätzlichen Raum. In Positionen wie "Krone oben" oder "Krone unten" hat dies zur Folge, daß die Feder der Schwerkraft viel stärker folgen kann. Da die Feder dabei nicht mehr gleichmäßig abläuft, sondern leicht "unrund", treten eben Gangabweichungen auf.
3. Die Frage nach "optimaler Lagerung" läßt sich nicht pauschal beantworten. Da muß jeder Uhrenträger selbst experimentieren, welche Position und Temperatur am besten geeignet ist, um entweder Vorgang oder Nachgang bestmöglich zu kompensieren oder die Position und Temperatur zu finden, in der und bei der eine sehr genau laufende Uhr möglichst wenig Gangabweichung aufweist.
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Original geschrieben von Nightstalker
Meine Submariner läuft in etwa gleich, ca. 1-2 Sekunden pro Tag. Ist eigentlich recht normal bei der Serie oder etwa nicht :confused:
Ja, aber kein Grund "confused" zu sein. Für eine mechanische Uhr ist das ein hervorragendes Ergebnis.
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Original geschrieben von Nightstalker
Bei der Seamaster ist das ein wenig viel mein ich, bring sie doch mal zum Juwelier wg. feinregulieren. Da lässt sich ein besserer Wert erzielen.
Ganz bestimmt. Zur Regelage habe ich ja schon häufiger was geschrieben, bei Bedarf also mal ein paar Seiten zurückblättern.
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Original geschrieben von Nightstalker
Ich schwärme immer noch von meiner Aquatimer, die hat in einem Monat ca. 10 Sekunden Abweichung. Vor 1 1/2 Wochen gestellt, sind es jetzt vielleicht 4 Sekunden. Das nenn ich einen guten Wert.
Das ist ganz ausgezeichnet. Fast so gut wie meine Marcello Tridente. Die läuft seit fast sechs Wochen ohne "Krönchenziehen" und weicht dabei gerade mal +3 Sek. von der Atomzeit ab. Jemand da oben muß mich wohl sehr sehr lieb haben ... 
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Original geschrieben von Nightstalker
Happy
welche Wert bzgl. Ganggenauigkeit erzielen eig. richtig hochwertige Uhren mit Tourbillon?
I. d. R. zumindest keine wesentlich schlechtere Ganggenauigkeit als richtig hochwertige Armbanduhren ohne Tourbillon. 
Mal im Ernst: Da Tourbillons (sich beständig um die Federachse drehende Federgehäuse) die Auswirkung der Schwerkraft kompensieren, wenn diese mehr oder weniger konstant aus einer Richtung kommt, sind sie im Hinblick auf die Ganggenauigkeit bei einer Armbanduhr eher irrelevant. Zumal sie die beiden weitaus größeren Gefahren für die Ganggenauigkeit, nämlich wechselnde Temperaturen und Stöße, nicht abwenden können. Auch die sogenannten fliegenden Tourbillons, die auch die ohnehin nur sehr geringen Schwerkrafteffekte in den Positionen "Zifferblatt oben" und "Zifferblatt unten" auszugleichen vermögen, bringen da wenig, um nicht zu sagen, gar nichts.
Bitte bedenke, daß Abraham Louis Breguet das Tourbillon erfand, um die Ganggenauigkeit von Taschenuhren zu verbessern, die durch ihre eher statische Tragweise (immer mit "Krone senkrecht nach oben" in der Westentasche) und die ständig "erschlaffende" Feder (kein automatischer Aufzug) erheblich mehr unter der Gravitation zu leiden hatten als eine dynamisch getragene Armbanduhr. Nicht zu vergessen, daß die Qualität der damaligen Uhrenfedern mit der von heute nicht zu vergleichen ist.
Bedenke bitte weiterhin, daß durch die moderne Materialforschung die Qualität der Uhrenfedern heutzutage so gut ist, daß die Federspannung erheblich stärker ist als vor 200 Jahren, als Breguet seine damals revolutionäre Erfindung machte. Und die stärkere Federspannung sowie der automatische Aufzug, der die Feder ja ohnehin stets bei maximaler Spannung hält, wirken den Folgen der Schwerkraft viel besser entgegen als jedes noch so gute Tourbillon dies vermag.
Natürlich gelten in der Hierarchie der uhrmacherischen Komplikationen Tourbillon und fliegendes Tourbillon immer noch als die Königsklasse schlechthin. Es gibt auf der ganzen Welt wohl nur wenige Dutzend Uhrmacher, die in der Lage sind, ein Tourbillon zu entwicklen und auch zu bauen. Aber in der Praxis ist dies mehr eine ehrfürchtige Verbeugung vor dem wohl größten und bedeutendsten Uhrmacher-Genie, das je auf Erden wandelte. Und diese Ehrerbietung gegenüber Breguet lassen sich Uhrenmanufakturen wie Patek Philippe extrem gut bezahlen.
In diesem Sinne Prosit (das ist auch Lateinisch und heißt: "es möge nützen") und einen
Happy Day