Zitat
Original geschrieben von der_blub
Hurra, meine knapp 2 Monate alte Seiko 5 ist mir hingefallen. Dabei hat sich wohl das Teil, dass für den Automatikaufzug sorgt gelöst. D.h. das Ding, was sich bewegt, wenn sich das Handgelenk bewegt, hat Spiel nach oben / unten. Es ist aber in der Mitte noch befestigt (es stößt z.b. gegen den Glasboden, wenn man an der Uhr wackelt). Das Uhrwerk geht noch (bzw. ist erst stehen geblieben, als die Gangreserve alle war).
Mit welchen Kosten muss ich da etwa rechnen?
(Ich hoffe es war enigermaßen verständlich formuliert...)
So einigermaßen verständlich, ja. 
"Das Ding, das sich bewegt" nennt man Rotor oder Schwungmasse.
In einer vereinfachten Darstellung: Die Schwungmasse ist bei einem Seiko 7S26-Werk (wie auch bei fast jedem anderen automatischen Werk) mit einem drehbaren Stift, der sogenannten Rotorachse, befestigt, die ihrerseits die durch die Drehungen des Rotors erzeugte Schwungenergie auf die Hauptfeder überträgt und sie somit spannt. (Ich verzichte an dieser Stelle auf eine ausführliche Beschreibung, wie es möglich ist, daß die Rotorachse die Feder spannen kann, egal in welche Richtung sie sich dreht). Der Rotor selbst sitzt in einem Kugellager (außer bei Rolex-Werken, dort ist die Rotorachse entsprechend stärker dimensioniert und in synthetischem Rubin gelagert), damit die durch die Schwungmasse verursachte Unwucht oder starke Erschütterungen nicht zu Beschädigungen der Rotorachse führen.
Hat die Schwungmasse nun "Spiel nach oben und unten" bedeutet dies wahrscheinlich einen Bruch der Rotorachse unter der Wucht des Aufschlags der Uhr auf den Fußboden. In jedem Fall ist die Verbindung zur Feder unterbrochen. In der Folge dreht sich der Rotor noch. Die Drehung läuft aber ins Leere, da die Hauptfeder nicht mehr gespannt wird. Da sich ein 7S26-Werk leider nicht über die Krone aufziehen läßt, heißt das, was Du schon beschrieben hast: Sobald die Feder abgelaufen ist, bleibt das Werk stehen.
So, und was machst Du nun mit der Uhr? Der erste Gang sollte Dich zwar zum Uhrmacher führen, denn es könnte sein, daß sich lediglich die Rotorachse von der Feder gelöst hat, also nur der Kraftschluss zwischen Feder und Schwungmasse wiederhergestellt werden muß. Sollte aber die Rotorachse gebrochen sein, dann kannst Du das Werk (und d. h. hier: die Uhr) eigentlich nur noch entsorgen, denn das komplette Zerlegen des Werkes und der Austausch der Rotorachse lohnt sich schlicht und einfach nicht. Abgesehen davon müßtest Du auf das Ersatzteil wahrscheinlich eine kleine Ewigkeit warten, falls es überhaupt als Einzelteil verfügbar ist.
Außerdem kann es sein, daß die Unruhe durch die starke Erschütterung des Sturzes nicht mehr symmetrisch läuft, also in der Folgezeit stärkere Gangabweichungen auftreten können. Die Stoßsicherung verhindert zwar i. d. R. sehr wirkungsvoll ein Zerbrechen der Unruhe. Doch kann ab einer bestimmten Stoßenergie auch die beste Stoßsicherung Dejustierungen an der Unruhe eben nicht mehr verhindern.
Der langen Rede kurzer Sinn: Es läuft alles auf einen neue Uhr hinaus.
Viele Grüße und einen
Happy Day