ZitatOriginal geschrieben von Lady X
Und wo solche Kämpfe gemacht werden kommt es häufig auch zu unnötigen zivilen Opfer. Vor allem wenn man sich die Jahrelange jagd auf Osama bin Laden ansieht die die USA betrieben haben. Da gibt es ganz sicher genügende unnötige Zivile Opfer, auf beiden Seiten!
Die Frage ist halt immer: wie sehen die Alternativen aus?
Jahrelang sind bei den völlig überdimensionierten Militäraktionen der Amerikaner tausende von Zivilisten, z. B. im Irak und in Afghanistan, und hunderte der eigenen Soldaten sinnlos gestorben.
Dies diente auch al-Qaida immer wieder als Nährboden für Propaganda, neue Anschläge, Rekrutierungen usw. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass al-Qaida im Irak mehr Iraker, hauptsächlich Schiiten, getötet hat als US-Soldaten oder andere Ausländer. Der im Jahr 2006 ebenfalls bei einem gezielten Attentat durch die Amerikaner ums Leben gekommene al-Qaida-Chef des Iraks, der Jordanier Abu Musab az-Zarqawi, hasste die Schiiten weitaus mehr als die "ungläubigen" Amerikaner. Und zumal war es für ihn ja auch erheblich leichter, unbewaffnete schiitische Zivilisten in großer Zahl durch Autobomben umzubringen als sich an das schwer bewaffnete und gut geschützte US-Militär heranzuwagen. Soviel also zum "Heldenmut" und Freiheitswillen der al-Qaida-Terroristen im Irak. Es ist wohl eine böse Ironie, dass es erst der US-Einmarsch in den Irak war, der al-Qaida dort so stark machte. ![]()
Wenn sich Obama nun entschlossen hat, diese nicht nur teuren, sondern auch unsinnigen und blutigen Militäraktionen zugunsten einer Vorgehensweise zurückzufahren, bei der erheblich selektiver vorgegangen wird, dann ist das sicher nicht die von allen angestrebte Ideallösung einer friedlichen Welt, in der sämtliche Konflikte ausschließlich mit Worten gelöst werden. Natürlich ist es, und das möchte ich zum wiederholten Male unmissverständlich klarstellen, kein Grund zur Freude (und erst recht nicht zum Jubeln!), wenn Menschen gezielt getötet werden, auch wenn es sich dabei um gefährliche Terroristen handelt, die ihrerseits überhaupt keine Hemmungen haben, hunderte oder auch tausende umzubringen. Und selbstverständlich ist es eine menschliche Tragödie, wenn bei solchen gezielten Tötungen Unbeteiligte ihr Leben verlieren oder schwer verletzt werden. Dies ist praktisch nicht zu rechtfertigen, egal mit wie viel Umsicht die Spezialkommandos vorgehen.
Ich halte eine solche Vorgehensweise aber, bei allen moralischen und juristischen Bedenken, die gezielte Tötungen selbst dann mit sich bringen, wenn man sie zur Abwehr einer weit größeren Gefahr durchführt, für weniger schlimm als Militäreinsätze, bei denen tausende Unbeteiligter sterben.
Es wäre natürlich schön, wenn solche Einsätze überhaupt nicht erforderlich wären, keine Frage. Aber es gibt nun einmal Extremisten, die gehen über Leichen und wollen auch nicht verhandeln.
Man kann jetzt auch die Geschichte der gewaltsamen Konflikte von Kain und Abel angefangen untersuchen, um auszumachen, wer jetzt "die Schuld" an den diversen Konflikten in dieser Welt trägt. Bei einer einseitigen und voreingenommenen Betrachtungsweise wird man schnell die USA als den Hauptschuldigen ausgemacht haben, bei einer differenzierten Betrachtungsweise wird man zu der Erkenntnis gelangen, dass die Ursachen erheblich vielschichtiger sind, auch wenn die USA beim Einsatz militärischer und terroristischer Gewalt sicherlich kräftig mitmischen.
ZitatOriginal geschrieben von basti12
Hm, eigentlich eher nicht. Die Medien schreiben doch - mittlerweile - alle von "Kill mission". Ich kann das übersetzen wie ich will, aber ein "festnehmen" kriege ich damit nicht hin.
Die Ursache liegt wohl darin, dass die US-Regierung seit dem gestrigen "sprachlichen Patzer" von wg. "kill mission" ihre Sprachregelung überarbeitet hat.
Sie lässt seitdem verlauten, natürlich hätte man bin Laden lieber lebendig als tot in die Finger bekommen, aber durch den erbitterten bewaffneten Widerstand bin Ladens sei eine Tötung unvermeidlich geworden. Vermutlich will man damit vor allem Kritik aus muslimischen Ländern und auch aus Europa zuvorkommen, die sich nun einmal nicht damit abfinden kann und will, dass der mächtigste Staatschef der Welt einfach so die gezielte Tötung eines Menschen ohne Gerichtsverfahren und rechtskräftiges Urteil anordnet. Für die amerikanische Öffentlichkeit war diese Korrektur der offiziellen Sprachregelung sicher nicht gedacht, dazu war die Reaktion der Öffentlichkeit wie der Medien dort zu einhellig euphorisch bei der Bekanntgabe von bin Ladens Tod.