Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von Pfalzbuy
    Das du und andere in ihren Postings gegen die Aktionen der USA und der NATO hetzen ist ja das eine, aber [...]


    Ich habe lediglich auf einen Widerspruch hingewiesen, der sich daraus ergibt, dass "der Westen" immer sehr schnell mit Militäraktionen bei der Hand ist, wenn es um rohstoff- und energiereiche Länder geht oder um Gebiete von hoher strategischer Bedeutung, während man sich ansonsten sehr lange und vornehm zurückhält, wenn in einem Land zwar eine brutale Diktatur herrscht, aber ansonsten weder wirtschaftliche noch militärische Interessen des Westens besonders berührt werden.


    Im Fall Libyens hat man sich seitens des Westens augenscheinlich dazu entschlossen, den Kriegsparteien dabei zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig schwere Verluste zufügen. Das ist sicherlich eine sehr ökonomische Handlungsweise, denn der Sieger wird am Ende so abgekämpft und das Land so zerstört sein, dass man im Gegenzug für westliche "Wiederaufbauhilfe" viele Jahre lang das Öl zu Vorzugskonditionen wird sprudeln lassen können. ;)


    Wer ernsthaft unterstellt, dem Westen gehe es in Libyen (oder anderswo auf der Welt) um Menschenrechte, Schutz der Zivilbevölkerung und den schnellen Sturz eines brutalen Diktators, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann, den Osterhasen, den Klapperstorch und die Zahnfee. :D Dem Westen geht es einzig und allein darum, die Firmen, auf deren Gehaltslisten die meisten unserer Politiker mittlerweile stehen, möglichst profitabel zu halten, Absatzmärkte für westliche Produkte (gerne auch Waffen, bringen schließlich viel Geld und hohe Gewinne) sowie möglichst viele Arbeitsplätze und Wohlstand bei uns im Westen zu sichern, um die eigene Bevölkerung bei Laune zu halten.


    Ehrlich gesagt finde ich das völlig verständlich, schließlich ist sich jeder selbst der Nächste. Oder anders ausgedrückt: was kümmern mich ein paar hundert oder tausend Tote irgendwo in Afrika, in Asien oder Südamerika, solange ich zu bezahlbaren Preisen mein Auto betanken, in Urlaub fliegen, neue Handys (Made in China) kaufen und auch ansonsten prima leben kann? Solange wir uns mittels unserer überlegenen Waffen die Habenichtse aus den ausgebeuteten Ländern vom Hals halten oder sie - noch viel besser! - in ihren eigenen Ländern gegeneinander ausspielen können, ist doch alles in Ordnung. Machen wir uns nichts vor: wären die anderen an unserer Stelle, die würden keinen Deut anders handeln. Man wäre ein Narr, wenn man etwas anderes annähme. Und ein gefährlicher, weltfremder Idealist, wenn man sich anders verhielte.


    Oder wäre man ein anderes Verhalten einfach nur... mitmenschlich? :confused:

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    Original geschrieben von saintsimon
    Klar doch, nach dem monokausalen Weltbild wird alles nur vom Öl regiert, niemand ausser dem CIA hat ein einen eigenen Willen usw..


    Es ist doch wirklich sehr auffällig, dass USA und NATO immer dort besonders rasch und intensiv eingreifen, wo es entweder Ressourcen zu holen gibt oder das Land eine große geostrategische Bedeutung als Militärstützpunkt für die USA hat. Oder etwas verkürzt formuliert: Ganz offenbar genießen Schürf-, Abbau- und Förderrechte eine höhere Priorität als Menschenrechte. ;)


    In vielen blutigen Diktaturen Afrikas, Asiens und Südamerikas haben die USA und die NATO keinen Finger gerührt. Sicher ist nur: dort wo es um Ölreserven oder um geostrategisch (= militärisch) wichtige Bereiche geht, sind die Amerikaner immer mit dabei, wenn man schnell eingreifen muss. Ansonsten lässt man sich gerne etwas mehr Zeit, oder sogar sehr viel mehr.


    Prinzipiell kann man doch nur wenig dagegen einwenden, dass man fremde Länder durch den Einsatz militärischer Gewalt dazu bringt, ihre Rohstoffe zu günstigen Preisen an uns zu verkaufen statt z. B. an die Chinesen. Nur sollte man halt so ehrlich sein, dies auch entsprechend zu kommunizieren, statt lange um den heißen Brei herumzureden. Das macht Entscheidungsprozesse einfacher, transparenter und erhöht im Zweifelsfall auch die Akzeptanz solcher Maßnahmen bei der Bevölkerung des Westens, nach dem Motto: wer kann schon etwas dagegen haben, wenn die Luftwaffe der NATO in Libyen für die Sicherstellung des westlichen Nachschubs an Öl, sonstiger Rohstoffe oder zur Sicherung der Handelswege ein paar Leute plattmacht? Und ob's nun ein paar hundert mehr oder weniger werden, wen juckt das schon, wenn dafür das Tanken langfristig bezahlbar bleibt?


    PS: Achtung! Dieser Beitrag enthält Ironie und Sarkasmus. Die Lektüre erfolgt daher auf eigenes Risiko.

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    Original geschrieben von Bielefelder
    und hier gibts ein paar Bilder von Bielefeld ständig aktualisiert ;)


    Jaaaa, alles echt bei uns :D


    Das behaupten "sie" schon lange, aber davon wird diese Erfindung auch nicht existent... :rolleyes:


    Hier die Wahrheit über "Bielefake": Die Bielefeld-Verschwörung :eek:



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    Original geschrieben von Bielefelder
    Also ich kann Bielefeld nur empfehlen. Wer noch nicht hier war muß mal kommen ;)


    Wie kann man in eine Stadt kommen, die es gar nicht gibt? :confused:


    OK, ich werde es am Wochenende mal ausprobieren, und ich werde sogar Begleitschutz mitnehmen. Sicherheitshalber werden wir uns mit Kameras bewaffnen, um das ganze Ausmaß der Verschwörung in Bildern zu dokumentieren.


    SCNR! :D

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    Original geschrieben von schwuppi
    In meinen Gedanken schwirrt immer noch das Horror Ergebnis von Bayer Uerdingen - Dynamo Dresden.


    Wieso Horror-Ergebnis? Immerhin gewann Uerdingen damals (1986) das Rückspiel souverän mit 7:3, nach einer 0:2 Hinspielniederlage in Dresden. :D



    Schalke hat es selbst in der Hand, nächste Woche Mailand auszuschalten und weiterzukommen. Es erwartet doch niemand, dass sie die Mailänder noch mal so an die Wand spielen wie im Giuseppe-Meazza-Stadion, auch werden die sich das nicht noch einmal gefallen lassen. Die Fans sollten realistisch bleiben, und die Mannschaft muss die Nerven behalten und weder allzu große Furcht vor einem möglichen Scheitern auf der Ziellinie ("Angst essen Seele auf") an den Tag legen noch sich verzweifelt darum bemühen, möglichst perfekten Zauberfußball zu bieten. Eine solide, kontrolliert offensive Mannschaftsleistung und weniger Fahrlässigkeiten in der Innenverteidigung (konnte man z. B. in der Entwicklung und beim Abschluss des 2:1 der Mailänder gut beobachten) sollten für ein unspektakuläres Rückspiel mit einem ungefährdeten Remis oder einer knappen Niederlage reichen. Und dann heißt es nur: Mund abwischen und weiter.



    @ David328: Was das angeht, so bin ich Optimist, jedenfalls nach dem souveränen Sieg letzte Woche. :top:

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    Original geschrieben von saintsimon
    Das ist der Hintergrund. Was soll das ""Besinnen" denn heissen?


    Damit meinte ich eigentlich nur das, was ich auch schrieb: die Libyer werden sich ihre Art der Herrschaftsform nicht unbedingt vom Westen vorschreiben lassen wollen und auch nicht zwangsläufig die Art von Demokratie wählen wollen, die so typisch ist für den Westen, nämlich eine säkulare und pluralistische. Die Frage wird eher sein, ob "wir im Westen" es werden akzeptieren können, wenn sich die Libyer für ihren eigenen Weg entscheiden werden. Ich persönlich habe daran meinen Zweifel, denn bei uns werden Dinge vor allem daran gemessen, wie viel Profit sie bringen und weniger daran, ob z. B. auch religiöse Belange genügend berücksichtigt wurde. In Ländern, in denen man Religion noch etwas ernster nimmt als im säkularen Europa, mag dies anders aussehen. Das kann sich also zu einem ernsthaften Test unserer eigenen Toleranz entwickeln. Die Frage ist nur: wie hoch oder niedrig ist die Toleranzschwelle, wenn die Preise für Erdöl (= Heizöl, Diesel, Benzin) sich nach oben entwickeln? Denn dann geht es um mehr als um Freiheit, Demokratie, Toleranz und Menschenrechte. Dann geht es ums Recht auf Autofahren. :D



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    Original geschrieben von saintsimon
    Ich vergleiche hier mit Deutschland, weil D nun mal ein Risikokandidat nach dem Krieg war, und man ebensogut den Morgenthauplan hätte durchziehen können. Es war seinerzeit keineswegs ausgemacht, daß die heutigen Bundesbürger sich die Bezeichnung "europäische" Demokratie auch für sich in Anspruch nehmen werden, da diese ja durch die Sieger oktroyiert wurde.


    Der Unterschied zu Libyen ist aber, dass man auch im damaligen Deutschland grundsätzlich mit dem abendländischen Konzept der aufgeklärten pluralistischen Demokratie vertraut war. Schließlich hatten auch deutsche Philosophen und Reformer des 18. und 19. Jahrhunderts einen großen und wichtigen Beitrag zu dieser Art der Demokratie geleistet. ;)

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    Original geschrieben von saintsimon
    Wieso unterstellst du anderen Völkern, daß sie lieber Untertanen sein möchten? Woher weißt Du daß? Worauf sollen sie sich "besinnen"?


    Ich habe zwar keine Ahnung, wie DU jetzt darauf kommst, ich hätte den Libyern unterstellt, sie wollten lieber Untertanen sein, aber irgend etwas wirst Du Dir hoffentlich bei Deinem Beitrag gedacht haben. Vielleicht erklärst Du einfach mal, was das war. ;)



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    Original geschrieben von saintsimon
    Ghaddafi kam durch einen Militärputsch an die Macht und hatte immer nur die Legitmation durch Gewalt. Nimmst Du es aus der deutschen Geschichte, wo man sich nach einem kurzen Gastspiel der Weimarer Republik gleich wieder den Obrigkeitstaat plus Selbstvergötterung als Herrenmensch hingab? Die nach-WK2-Demokratie wurde in der BRD auch von den Besatzern verordnet. Eine zahlenmäßig nennenswerte dt. Résistance oder eine Freiheitsbewegung gegen den Führer ist mir nicht bekannt.


    Ach komm, mit diesen Hitler-Vergleichen disqualifizierst Du Dich doch in jeder Diskussion so gründlich, dass man hier gleich den Schlüssel herumdrehen könnte - Stichwort Godwin's Law. Tun "wir Deutschen" es unterhalb des Grenzwerts von "1 Hitler" denn nicht mehr? :flop:



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    Original geschrieben von saintsimon
    Weiterhin ist Ghaddafi als widerstrebend geduldetes, allerdings weitgehend selbststilisiertes Bollwerk gegen den Islam eher ein neueres Phänomen. Da plapperst Du eher Ghaddafi nach, als "dem Westen". Früher hat er z.B die IRA unterstützt, und Lockerbie ist in UK und USA bis heute ein heisses Thema u.v.a.m.


    "Widerstrebend", ja die Bilder sind ja auch bekannt: Westliche Politiker sind darauf zu sehen, wie sie Gaddafi mit einem gequälten Lächeln auf den Lippen empfangen, hinter ihnen stehen Gaddafis Söldner und halten ihnen dabei Pistolen an den Kopf, weil man sie ja gegen ihren Willen dazu zwingen musste, Gaddafi zu empfangen. Ja ja, an diese Bilder erinnern wir uns alle noch... :rolleyes:



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    Original geschrieben von saintsimon
    PS: Wichtig zu Wissen ist, daß seinerzeit die Mujahedin in Afghanistan nicht unmittelbar vom Westen ausgebildet, ausgerüstet und ausgesucht wurden, sondern immer vermittelt über die pakistanischen Militärs und die damals schon islamistisch geprägte ISI.


    Auch hier gilt ja wieder, dass man die Supermacht USA mittels einer Waffe an den Kopf des US-Präsidenten dazu zwingen musste, die Islamisten zu unterstützen, richtig? :D

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    Original geschrieben von Googlemon
    Danke HappyDay für deine ganzen Eindrücke.


    Habe mir auch ein C1 bestellt, kannst du mir sagen ob das SMS schreiben wirklich so lahm ist wie es eine andere amazon Rezession beurteilt?


    Ganz klar und deutlich: die Tastatur ist ein ziemlicher Murks, weil sie einfach viel zu hakelig ist. Besonders die beiden Tasten * und # erfordern ein sehr präzises, mittiges Drücken, was z. B. das schnelle Einlegen und Aufheben der Tastensperre erschwert. Aber auch die anderen Tasten sind m. E. etwas zu schwammig.


    Man kann mit dem C1-00 Textnachrichten schreiben, aber leider nicht besonders schnell und präzise.

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    Original geschrieben von Jochen
    Die Dortmunder lassen sich das nicht mehr nehmen. Da bin ich mir sicher.


    Inzwischen bin ich mir da auch sicher. Das Spiel gegen H96 war richtig gut, und Götze war gestern Weltklasse. :top:

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    Original geschrieben von saintsimon
    Du aber forderst Unterwerfung und vergleichst die lybischen Aufständischen mit Islamisten und Taliban. Letztere sind nachweisbar keine Freiheitskämpfer - eher Unfreiheitskämpfer - und bekämpfen aktiv eine mühsame demokratisch-freiheitliche Entwicklung.


    Wie heißt es immer so schön: Ob jemand Freiheitskämpfer oder Terrorist ist, ist doch letztlich nur eine Frage der Betrachtungsweise. ;)
    Beispiel: Solange die Islamisten als Mudschaheddin gegen die sowjetischen Invasoren und Besatzer kämpften, galten sie auch hier im Westen als mutige Freiheitskämpfer, die man gerne militärisch ausbildete und unterstützte, auch mit modernsten westlichen Waffen. Nach dem Rückzug der Sowjets wurden aus den tapferen Freiheitskämpfern dann plötzlich feige Terroristen, obwohl sie nach der Vertreibung der sowjetischen Armee eigentlich nur mit dem weitermachten, was sie vorher auch schon getan hatten.


    Gaddafi galt im Westen, übrigens ebenso wie Saddam im Irak, lange Zeit als willkommenes Bollwerk gegen islamischen Fundamentalismus, und nebenbei hielt er gerade uns Europäern auch noch die unerwünschten Ströme von Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika vom Hals. Solange Gaddafi seine Landsleute diskret unterdrückte, folterte und umbrachte und (nach einem kleinen Bombenangriff durch die USA und den Problemen, die ihm der Lockerbie-Anschlag eingebracht hatte) auch keine internationalen Terroristen mehr unterstützte, galten auch für ihn die Worte des amerikanischen Präsident F. D. Roosevelt über den dominikanischen Diktator Trujillo: "He may be a son of a bitch, but he's our son of a bitch."


    Ich bin mal gespannt, wie viel oder wenig Zeit vergehen muss, bis man sich nach dem Sturz Gaddafis in Libyen darauf besinnt, dass man eigentlich doch keine Demokratie europäischer oder amerikanischer Prägung haben möchte, und wie viel Zeit ab dem Zeitpunkt noch vergehen muss, bis man sich im Westen nach einem der Kooperation mit dem Westen so aufgeschlossenen Mann wie Gaddafi an der Spitze dieses Ölstaats zurücksehnt. :D

    Für die Details der Projektkostenrechnung von S21 bin ich der falsche Ansprechpartner. ;) Ich weiß aber aus eigener beruflicher Praxis, wie Bauprojekte gerechnet werden und bin mit der Problematik vertraut, dass ursprüngliche Kostenplanung und endgültige Realkosten erheblich voneinander abweichen - und bislang habe ich noch keinen einzigen Fall erlebt, in dem das zugunsten der Kostenplanung ausgegangen wäre. :D


    Wenn man etwas mehr als 1/4 der voraussichtlichen Kosten bereits für das Projekt "versenkt" hat, wird kaum ein Projektbeteiligter noch "den Schwanz einziehen" und die Sache einstellen wollen. Da verfährt man i. d. R. nach dem Prinzip "Augen zu und durch." Ob das auch in diesem speziellen Fall sinnvoll ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Nur eines ist klar: wenn man bereits 1,5 Mrd. € ausgegeben hat, dann ist dieses Geld unwiderruflich futsch, wenn man das Projekt danach einstellt. Und beträchtliche Folgekosten hat man dann trotzdem, weil man z. B. irgendwelche angefangenen Arbeiten ja nicht einfach sich selbst überlassen kann. Würde man jetzt in Stuttgart den Bau des unterirdischen Bahnhofs endgültig einstellen, so müsste man ja wieder einen oberirdischen Bahnhof bauen, weil man den bisherigen ja bereits zu großen Teilen abgerissen hat. Und es ist ja nicht so, als ob das alles zum Nulltarif zu haben wäre.



    Zitat

    Original geschrieben von pithein
    Du hast offensichtlich nicht die 2. Seite des Links gelesen.


    Sorry, mein Fehler! :apaul:


    Allerdings ist das mit dem Sondieren eines Ausstiegs m. E. wohl eher eine Alibi-Geschichte. Denn man behält sich gleichzeitig die Option vor, auf Milliarden an Schadenersatz zu klagen, wenn die Politik den Ausstieg aus S21 beschließen sollte. Noch plausibler erscheint es mir, dass die DB mit "Sondieren eines Ausstiegs" nicht den eigenen Ausstieg aus S21 meint, sondern den Fall, dass die Politik den Ausstieg beschließt; man sondiert schon mal vorab die möglichen Schadensersatzansprüche.