Gelungenes Gerät zum günstigen Preis
Wer in der Lage ist, eine Produktbeschreibung zu lesen und zu verstehen, der weiß wohl inzwischen:
Das C1-00 ist kein Dual-SIM-Gerät, bei dem beide Karten gleichzeitig aktiv sind. Von den beiden SIM-Karten, die man einlegen kann, ist immer nur eine SIM-Karte empfangsbereit. Man muss händisch zwischen den beiden Karten umschalten, und zwar mittels Drücken und Halten der Stern-Taste. Wer ein Gerät sucht, bei dem beide SIM-Karten gleichzeitig aktiv sein können, muss sich ein anderes Gerät suchen als das C1-00.
Für mich ist das perfekt: tagsüber ist die geschäftliche SIM-Karte empfangsbereit, abends nach Dienstschluss, am Wochenende und im Urlaub aktiviere ich die private. Es gibt nämlich Zeiten, da möchte ich gar nicht über die Geschäftsnummer erreichbar sein.
Das Gerät selbst ist recht klein und leicht und angesichts des günstigen Preises erstaunlich gut verarbeitet, auch wenn die abnehmbare Rückenschale seitlich eine Spur zu viel Spiel aufweist und daher etwas knarrt. Die Tastatur, und dabei besonders die Vierwege-Navigationstaste, ist etwas hakelig, aber dafür wenigstens staubdicht. Die Tastenbeleuchtung ist gleichmäßig und hell, da habe ich bei vielen besser ausgestatteten Geräten schlechteres gesehen. Das Display bietet keinen Anlass zur Kritik, es ist scharf und ausreichend hell, auch bei hellem Umgebungslicht. Der Vibrationsalarm dürfte gerne etwas kräftiger sein; steckt das Telefon in der Mantel- oder Jackentasche, spürt man durch etwas dickeres Material das Vibrieren des Gerätes nicht mehr.
Der Netzempfang des eigentlich für den afrikanischen Markt produzierten C1-00 ist sehr gut und übertrifft den der originär für die westlichen Länder mit ihren bis zur Beinahe-Perfektion ausgebauten Mobilfunknetze vorgesehenen Geräte deutlich. Die Sprachqualität ist gut und der Lautsprecher klingt klar und kräftig.
In seinem mittelblauen Kunststoff-Kleid sieht das C1-00 recht ordentlich aus, wenn auch längst nicht so edel wie teurere Geräte, die z. B. mit Metall(optik)- oder Glasoberflächen daherkommen. Es ist eben komplett aus preiswertem Kunststoff gefertigt, und dieser hat sich bereits als recht robust und unempfindlich erwiesen.
Die Ausstattung ist dem Preis angemessen: Neben den Grundfunktionen zum Kommunizieren, nämlich Telefonie und Textnachrichten empfangen und senden, ist z. B. ein UKW-Radio (ohne RDS) vorhanden, das auf den Anschluss des ebenfalls beiliegenden Kopfhörers (oder jedes anderen Kopfhörers mit einem 3,5 mm-Audioklinkenstecker) als sogen. Wurfantenne angewiesen ist. Aus dem mitgelieferten Kopfhörer klingt's etwas dünn, aus einem MX500 von Sennheiser wird's besser, aus einem Sennsheiser HD 201 gut, klar und kräftig.
Daneben gibt's noch die üblichen "Spielereien" wie einen Taschenrechner, einen Umwandlungsrechner, ein kleines Haushaltsbuch, eine Stoppuhr, einen Countdown-Alarm und einige Spiele. Nützlich sind auf jeden Fall der Wecker, der sich auch bei ausgeschaltetem Gerät aktiviert, der Terminkalender mit einer rudimentären Erinnerungsfunktion und die kleine LED-Taschenlampe, die einem z. B. als Schlüsselloch-Leuchte dienen kann.
Damit ist im Grunde die gesamte Ausstattung des Nokia C1-00 schon beschrieben. Es gibt keine Kamera, kein Bluetooth, keinen mobilen Internet- oder WAP-Browser, keinen MP3- oder Videospieler, keinen Einschubschacht für eine (Mikro)-SD-Karte, keinen GPS-Empfänger mit Navigationssoftware o. ä. Ein Mangel, der mir zwar vor dem Kauf bekannt war, mich aber trotzdem etwas stört: ein Anschluss für ein USB-Kabel fehlt leider, so dass man keine Chance hat, Kontakte auf dem PC auf das C1-00 zu übertragen. Das ist schade, denn angesichts der Möglichkeit, bis zu 500 Kontakte im Gerät zu speichern, hätte man sich schon eine etwas bequemere Möglichkeit der Datenübernahme gewünscht, als entweder alles über die etwas schwergängige Tastatur des C1-00 einzugeben oder über die eingelegten SIM-Karten zu importieren.
Die Bedienung des Telefons ist typisch für Nokia, so dass jeder, der schon einmal ein Mobilfunkgerät des finnischen Herstellers in der Hand hatte, damit klarkommen sollte: Jeweils oberhalb der Gesprächsannahme- (grün, links) bzw- kombinierten Gesprächsende-und-Ein-/Ausstaste (rot, rechts) befinden sich zwei Tasten, die je nach aufgerufenem Menüpunkt ihre Funktionen anpassen (Softkeys). Zwischen den beiden Softkeys und Gesprächstasten befindet sich eine Vierwege-Navigationstaste, mit der man sich in Menüs auf und ab bewegt und während eines Telefongesprächs und des Radiohörens die Lautstärke regelt. Im Ausgangszustand ist die Navigationstaste unabänderlich wie folgt belegt:
1. nach oben und gedrückt halten: Taschenlampe ein und beim Loslassen der Taste erlischt das Licht wieder.
Alternativ: Taste zweimal schnell nach oben ("Doppelklick"): Taschenlampe ein. Beim nächsten "Taste nach oben" erlischt das Licht wieder,
2. nach unten: Telefonbuch,
3. nach links: Textnachricht schreiben,
4. nach rechts: Kalender.
Ein Hinweis: das Zentrum der Navigationstaste ist ohne Funktion, im Gegensatz zu dem, was man von vielen anderen Nokia-Geräten gewohnt sein mag.
Der linke Softkey ist im Ausgangszustand unveränderlich mit dem Aufruf des Menüs verbunden, die rechte Taste ruft ein weitgehend frei konfigurierbares "Favoritenmenü" auf, d. h. eine personalisierbare Liste häufig gebrauchter Funktionen.
Ein starker Punkt, der für das C1-00 spricht, ist die Ausdauer des Akkus. Nokia gibt sagenhafte 1.152 Stunden (= 48 Tage!) Bereitschaftszeit unter optimalen Bedingungen an, und 13 Stunden Gesprächszeit. Auch wenn diese Angaben im normalen Betrieb nicht erreicht werden können, so darf man bei normalem Gebrauch davon ausgehen, dass man nur alle zwei, drei Wochen eine Steckdose benötigt, d. h., falls man nicht gerade zur Fraktion der Dauer-Telefonierer oder Dauer-Radiohörer gehört. Man merkt in dieser Hinsicht, ebenso wie bei der zwar preiswerten, aber robusten und weitgehend staubdichten Tastatur des Gerätes, dass dieses Telefon nicht für die schon fast klinisch sauberen westlichen Industriegesellschaften mit ihren allgegenwärtigen Steckdosen entwickelt wurde, sondern für Länder, in denen man notfalls auch mal ein paar Tage länger ohne einen Stromanschluss auskommen muss. Oder anders formuliert: In einen wasserdichten Beutel verpackt würde ich ein C1-00 erheblich lieber auf eine Tour durch den Dschungel mit mir führen als ein Smartphone, das innerhalb eines Tages eine komplette Akkuladung verbraucht.
Mein Fazit:
Für Puristen, die ein traditionelles Telefon für die Mobilfunknetze nach GSM 900- und GSM 1.800-Standard benötigen, das sich leicht bedienen lässt und neben einer exzellenten Empfangsqualität und einer nahezu endlosen Betriebszeit auch die Möglichkeit bietet, zwischen zwei SIM-Karten umschalten zu können, ist das Nokia C1-00 ideal. Es lässt sich mit dem klassischen Spruch beschreiben: Back to the roots (zurück zu den Anfängen), wobei in das C1-00 durchaus die Erfahrungen von mehr als 15 Jahren Mobilfunkgerätebau eingeflossen sind.
Wer dagegen ein echtes Dual-SIM-Telefon mit GSM-Quadband-Empfang und UMTS/HSDPA benötigt, auf ein GPS-Navigationssystem und umfangreiche Multimedia-Ausstattung inkl. 5-, 8- oder gar 12-Megapixel-Kamera Wert legt oder mit seinem Mobiltelefon im Internet surfen und Mail senden und empfangen möchte, der muss sich woanders umsehen.
Ich bewerte dieses Gerät mit vier [von fünf möglichen, Anm. d. Verf.] Sternen. Lediglich die etwas hakelige Tastatur und der etwas zu schwache Vibrationsalarm führen zum Punktabzug, ansonsten hält dieses Gerät absolut alles, was es verspricht.
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