Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von hjanss
    HappyDay989
    http://www.spiegel.de/wissensc…nik/0,1518,752579,00.html


    Glaubst Du noch immer das die Strahlung keine Auswirkungen hat ?


    Wenn Du damit unmittelbar gesundheitsschädliche Auswirkungen meinst (= i. S. v. Auslösen akuter Strahlenkrankheit), so lautet meine Antwort: lies Dir den von Dir selbst verlinkten Artikel doch einfach noch einmal durch, da stehen die Antworten schon drin:


    "Diese Werte seien nicht unmittelbar gesundheitsschädlich, teilte das japanische Forschungsministerium mit. Man werde die weiteren Messungen aber beobachten. "


    "Die Belastung mit Cäsium-137 betrage mit 4700 Becquerel das 47-fache des Normalwerts.
    Der Ort, an dem diese Werte gemessen wurden, liegt 20 Kilometer außerhalb der Evakuierungszone. Endo erklärte, die Strahlenbelastung überschreite die erlaubte Jahreshöchstdosis um das Vierfache, eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe derzeit aber nicht."


    Dass es für Lebewesen prinzipiell ungesund ist, radioaktiver Strahlung ausgezusetzt zu werden, hat niemand bestritten - auch nicht nicht. Akute Strahlenschäden treten bei den gemessenen Konzentrationen allerdings nicht auf.



    Ganz ehrlich: inzwischen sind 9.200 Tote geborgen worden und mehr als 13.700 Menschen werden immer noch vermisst und müssen wohl als tot angesehen werden. Das sind mehr Tote als alle Opfer der zivilen Nutzung der Kernenergie (inkl. Tschernobyl) zusammengerechnet. Über 300.000 Menschen leben, mehr schlecht als recht versorgt in Notunterkünften, in denen es z. T. selbst an den allernötigsten Dingen des täglichen Bedarfs fehlt. Und wir reduzieren die Katastrophe in Japan auf Fukushima. :(

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    Original geschrieben von BJ.Simon
    Das verstehe ich aber nicht unter DUAL-Sim-Handy :flop:


    Das C1-00 ist kein Dual-SIM-Gerät, bei dem beide Karten gleichzeitig aktiv sind, das ist richtig.
    Aber für mich ist es perfekt: tagsüber ist die geschäftliche SIM-Karte aktiv, abends nach Dienstschluss, am Wochenende und im Urlaub die private. Es gibt einfach Zeiten, da will ich überhaupt nicht über die Geschäftsnummer erreichbar sein.


    Das Gerät selbst ist recht klein und leicht und für den Preis von 33 € gut verarbeitet. Die Tastatur, und dabei besonders die Vierwege-Navigationstaste, ist etwas hakelig, aber insgesamt kann man nicht meckern. Dafür ist die Tastenbeleuchtung schön gleichmäßig und hell, da habe ich bei vielen besser ausgestatteten Geräten schlechteres gesehen. Das Display bietet keinen Anlass zur Kritik, es ist scharf und ausreichend hell, auch bei hellem Umgebungslicht. Empfangs- und Sprachqualität sind gut. Und in Blau sieht es nicht einmal Sch...e aus. ;)


    Die Ausstattung ist dem Preis angemessen. Es gibt allerdings einen Punkt, der mich etwas stört: ein Anschluss für ein USB-Kabel fehlt (ja, das wusste ich vor dem Kauf), so dass man leider keine Chance hat, Kontakte auf dem PC auf das C1-00 zu übertragen. Schade, aber man kann angesichts des günstigen Preises nicht alles haben.



    Das C2-00 als echtes Dual-SIM-Gerät habe ich übrigens in Deutschland für Geld und gute Worte noch bei keinem Händler gefunden. In Dubai gibt's das Gerät wohl bereits, aber ob da z. B. eine Firmware installiert ist, die Deutsch unterstützt, vermag ich ebenso wenig zu sagen wie den ungefähren Preis zu nennen.


    Immerhin bietet das C2-00 über das hinaus, was das C1-00 kann, neben echtem Dual-SIM-Betrieb die Möglichkeit, die 2. SIM-Karte im laufenden Betrieb zu wechseln (hot swap), Bluetooth, einen Micro-USB-Anschluss, einen Einschub für Mikro-SD-Karten bis 32 GB, 1.000 statt 500 Kontakteinträge, eine VGA-Kamera (m. E. entbehrlich), einen MP3-Spieler und noch ein paar andere Kleinigkeiten.


    http://telewood.com/nokia-mobi…phone-C2-00-wholesale.htm


    Hier übrigens das offizielle Datenblatt von Nokia (als PDF in Englisch): http://www.nokia.com/NOKIA_COM…okia_C2-00_data_sheet.pdf



    Es ist natürlich klar, dass die C-Serie von Nokia so ziemlich das Gegenteil der Flaggschiff-Modelle der Finnen darstellt. Wer ein C1-00 in die Hand nimmt (und ich vermute, das wird beim C2-00 nicht anders sein), der merkt sofort, dass es sich um ein einfaches und sehr preiswert produziertes Gerät handelt. Auf der anderen Seite stört mich das nicht. Ich brauche ein Mobiltelefon zum Telefonieren und Texten, nicht als Ausdruck meines "Lifestyle." Anders als bei einem teuren Gerät kann ich mich bei solchen Geräten nicht einmal darüber ärgern, wenn's mal einen Kratzer abbekommt.



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    Original geschrieben von alexloe
    Die C1-00 welche bei amazon marketplace verkauft werden, stammen aus Ghana. Deutsche Sprache ist dabei. Jedoch gibt es keine Garantie in Europa.


    Der Händler entfernt bezeichnenderweise Teile des Produktlabels vom Karton.


    Bei einem so billigen Gerät wie dem C1-00 (33 €) gehe ich das Risiko bewusst ein. Es handelt sich um ein technisch nicht sehr aufwendiges Gerät, außer Telefonie und Textnachrichten kann das Ding ja praktisch nichts. Dem entsprechend unkompliziert und wenig störanfällig sollten Hard- und Software sein.Ich werde sicherlich nicht in Tränen ausbrechen, wenn das Teil irgendwann mal kaputtgeht. Dann kaufe ich mir einfach fürs Flaschenpfand ein neues... :D

    Re: Unfähige Saturn/Debitel Mitarbeiter


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    Original geschrieben von jimeatsworld
    Manchmal frage ich mich echt wie doorf doch diese Angestellten sind die die Kunden beraten sollen.
    [...]
    Ich bin echt erstaunt wie wenig es die mitarbeiter interessiert was sie denn überhaupt verkaufen.


    Ich kann ja nur hoffen, dass Du die technischen Daten aller anderen derzeitig auf dem Markt erhältlichen elektronischen Geräte im Sortiment von MädchenMarkt und Satt-im-Turm mindestens genau so gut auswendig kennst und damit auch gegen jeden anderen Verkäufer hättest glänzen können.


    Vielleicht solltest Du Dich mit Deinem Wissen einfach mal bei "Wetten, dass...?" oder "Wer wird Millionär?" bewerben statt arme kleine Handy-Verkäufer in irgendwelchen Elektronikmärkten niederzumachen.

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    Original geschrieben von saintsimon
    Daß Geld die Welt regiert hatte ich allerdings als bekannt vorausgesetzt - und nicht nur im "Westen" oder "Asien", sondern überall.


    Ich finde es aber immer wieder erheiternd, wie empört viele Menschen darauf reagieren, wenn man sie explizit auf diese altbekannte Tatsache als Motiv für politisches und militärisches Handeln hinweist. Viele reagieren dann mit Entrüstung, nach dem Motto "nein, unseres Politiker tun so etwas nicht, die handeln so, weil sie für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte eintreten." :D



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    Original geschrieben von saintsimon
    Aus Russland wären bald Waffenlieferungen im Wert von vier Milliarden Dollar an Libyen fällig gewesen, welche nun erstmal in de Luft hängen. Trotzdem hat der Schmerz nicht für ein Veto im UN-Sicherheitsrat gereicht (ich vermute Medwedjew dahinter).


    Das ist doch nun wirklich ein durchschaubares Manöver. Selbst wenn man einen vier Milliarden Dollar schweren Rüstungsauftrag hat, muss man für sein Geld doch erst einmal die Waffen ausliefern können, was unter permanenten westlichen Luftschlägen gegen Gaddafis Waffen- und Truppentransporte sicherlich sehr schwer fallen dürfte.


    Also sagen sich die Russen: Liefern wir die Waffen halt an Gaddafis Nachfolger, eventuell mit einem kleinen Preisnachlass, und alles ist wieder in Butter. Oder anders formuliert: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. ;)



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    Original geschrieben von saintsimon
    Aber die zehntausenden ausländische Gastarbeiter aus Arabien und Asien, auf welche die libysche Wirtschaft angewiesen war, die aber nun ihren Job verloren haben und von der libyschen Armee auch noch bei ihrer Flucht aus dem Land ihrer Habe beraubt wurden, waren nur aus altruistischen Gründen vor Ort und hatten mit Geld nichts am Hut, oder wie?


    Wo genau habe ich behauptet, dass die Gastarbeiter nicht in Libyen waren, um Geld zu verdienen? :confused:


    Im Vergleich zu den multinationalen Konzernen sind das aber arme kleine Schlucker, und sie können - im Gegensatz zu eben jenen Konzernen - nicht über gigantische Militärapparate verfügen, um ihre Interessen durchzusetzen.

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    Original geschrieben von saintsimon
    Das wiedergekäute Argument "nur ums Öl" steht im Kontrast mit dem bisherigen Zustand: "Der Westen" hatte bisher schon guter Öl-Kunde Lybiens, und die ganzen Westler die evakuiert wurden, waren auch keine Urlauber sondern Mitarbeiter westlicher (Öl-)Firmen.
    Was soll sich also ändern? Es lief doch bereits wie geschmiert. Berlusconi und Ghaddafi waren gut im Geschäft. Alles war Stabil - zu Lasten der Einheimischen.


    Und es hätte sich auch kein Mensch darum geschert, wie viele seiner Landsleute Herr Gaddafi noch massakriert hätte, wenn diese komischen Libyer nicht auf die Idee gekommen wären, sich gegen Gaddafis Diktatur zu wehren - und das auch noch mit Waffengewalt! Nein, so etwas, die machen ja das ganze schöne Geschäft kaputt! Wo doch alles "wie geschmiert" lief! :eek:


    Und viel schlimmer: selbst wenn man Herrn Gaddafi jetzt gewähren und den Aufstand niederschlagen ließe, so wäre dadurch nicht garantiert, dass alles wieder so reibungslos und "wie geschmiert" laufen würde wie zuvor. Es würde immer wieder zu Aufständen gekommen, z. T. von anderen arabischen Staaten unterstützt, denen Herr Gaddafi schon seit langer Zeit in Dorn im Auge ist. Die Geschäfte würden ins Stocken geraten, vielleicht gäbe es auch massive Anschläge gegen die vom Westen gelieferte Ölförder- und -beförderungsanlagen. Und dabei verlöre der Westen gleich doppelt, nämlich einmal die bereits in Libyen getätigten Investitionen und zum anderen jede Form der Einflussnahme in Libyen für den Fall, dass Gaddafi doch mal durch eine Rebellion, z. B. unterstützt durch die Nachbarstaaten, gestürzt werden sollte - was man nicht ausschließen kann.


    Also hat man sich im Westen entschlossen, dass Herr Gaddafi nun durch einen neuen Machthaber ersetzt werden muss. Und bei der Ernennung eines neuen Machthabers kann man natürlich nur auf Einfluss hoffen, wenn man die Rebellen gegen den alten Machthaber unterstützt. Danach ein paar Zugeständnisse an die neuen Machthaber, das Ganze hübsch abgerundet durch die Zustimmung der arabischen Staaten, die froh sind, wenn "der Irre aus Tripolis" endlich aus dem Weg geräumt sein wird, und schon kann das Öl wieder ungehindert fließen. In der Zwischenzeit spielt man mit der Angst der Verbraucher vor einer Ölkrise, zieht die Preise hübsch nach oben an und verdeutlicht auch den Bevölkerungen im Westen, wer eigentlich in dieser Welt das Sagen hat. Und nein, das sind weder die demokratischen Regierungen des Westens noch die meistens etwas weniger demokratischen der islamischen Welt. Wetten, dass die einzigen, die aus der Libyen-Krise als die großen Gewinner hervorgehen, die Energiekonzerne sein werden! :D


    Herr Gaddafi hat natürlich inzwischen gemerkt, welches doppelte Spiel der Westen hier spielt. Er war ja schon vorher ziemlich größenwahnsinnig, aber jetzt dreht er völlig durch. Klar, er hat sich an seinen Teil der Abmachungen mit den Europäern gehalten und trotzdem wird er nun von seinen alten "Amigos" abserviert. Ich kann mir vorstellen, dass er vor seinem erzwungenen Abtritt, den die westlichen Militärmächte sicher herbeiführen können und werden noch der Infrastruktur seines Landes schwere Schäden zufügen wird, weil er den Konzernen, die hinter den westlichen Regierungen stehen, nicht so ohne weiteres das Feld überlassen werden wird.


    Auch wenn es einigen Leuten immer noch schwerfällt: nicht der Glaube an Menschenrechte, Freiheit und ähnliche hohle Phrasen regieren die Welt. Es ist das Streben nach mehr Geld und höheren Profiten, welches das Handeln in der Politik stärker bestimmt als alles andere. Denn da die Parole aller Regierungen des Westens (und auch Asiens) mittlerweile lautet "wirtschaftliches Wachstum", und sich die Wirtschaft, die wachsen soll, inzwischen nur noch im Privatbesitz befindet (es gibt nur noch wenige Staatskonzerne, außer in China), ist doch wohl klar, wessen Taschen gefüllt werden sollen. Moderne Kriege dienen vor allem der Steigerung des Shareholder Value, die Kosten legt man natürlich auf die Allgemeinheit um. ;)


    Das ist übrigens sehr witzig: wenn man solche Wahrheiten ausspricht, macht man sich damit sehr unbeliebt. Selbst Bundespräsidenten mussten bereits heftige verbale Prügel einstecken, wenn sie der Bevölkerung laut sagten, dass man zur Sicherung von Ressourcen/Rohstoffen und Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze der westlichen Konzerne auch schon mal den einen oder anderen Krieg führen muss.

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    Original geschrieben von Brainstorm
    Mit welchem Recht nimmst Du Dir heraus, zu bestimmen daß diejenigen die jetzt gegen AKW sind von ein paar Jahren CDU/CSU gewählt haben?


    Das habe ich doch gar nicht. Ich habe lediglich gesagt, dass es ganz offenbar eine schwarz-gelbe Mehrheit im Bund gibt, und damit auch eine Mehrheit FÜR die Nutzung der Kernenergie. Denn absolut JEDER, der schwarz oder gelb gewählt hat, hat damit auch FÜR die Nutzung der Kernenergie gestimmt. Und diejenigen, die sich enthalten haben, haben ebenfalls FÜR die Nutzung der Kernenergie gestimmt, denn sie waren offenbar mit jedem Wahlausgang einverstanden.


    @ frank_aus_wedau: Man kann doch nicht allen Ernstes sagen: ich habe diese oder jene Regierung gewählt, aber doch nur, weil ich ausschließlich die Punkte 1, 3, 5, 9 und 100 aus dem Regierungsprogramm umgesetzt haben will. In den Punkten 2, 4, 6-8 und 10-99 bin ich strikt anderer Meinung und protestiere aufs Schärfste gegen diese Regierung, die ich selbst gewählt habe. Wie schizophren ist das denn bitte! :rolleyes: Wer eine bestimmte Partei wählt, der hat damit ihr gesamtes Programm gewählt, nicht bloß die zwei, drei kleinen Häppchen, die ihm daraus gefallen. Oder anders formuliert: wenn ich mir eine Erbsensuppe mit Bockwurst bestelle, dann ist es zwar mein gutes Recht, nur die Bockwurst zu essen und die Erbsensuppe stehen zu lassen. Aber das gibt mir noch längst nicht das Recht, beim Kellner darauf zu bestehen, dass ich nur die Wurst bezahlen werde, nicht jedoch die Erbsensuppe, weil ich die ja nicht gegessen habe. :)



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    Original geschrieben von Brainstorm
    Und wenn diejenigen die jetzt jammern, damals Grün oder sonst etwas anderes gewählt haben, warum, sagst Du denen jetzt, daß sie nicht jammern dürfen, weil ja anders gewählt wurde. Warum wirfst Du denjenigen vor, falsch gewählt zu haben?


    Auch das habe ich nicht. Ich habe lediglich jeden gebeten, VOR dem Meckern über die Nutzung der Kernenergie noch einmal zu überlegen, wo er bei der letzten Bundestagswahl seine Kreuzchen gemacht hat. Ich finde nämlich, dass CDU- und FDP-Wähler absolut kein Recht haben, sich über den Ausstieg aus dem Ausstieg zu beschweren, weil sie genau dafür gestimmt haben! Wer sich darüber beschwert, dass er genau das bekommt, was er bestellt hat, bei dem dürfte die klinische Analyse wohl lauten (siehe oben): akute Schizophrenie.


    Wer damals an der Wahl teilgenommen hat und gegen die "Pro-Kernenergie"-Parteien gestimmt hat, kann sich sicherlich beschweren und hat sogar ein Anrecht, damit Ernst genommen zu werden, weil sein Verhalten und sein Reden übereinstimmen. Es ist allerdings das Recht der demokratisch legitimierten Mehrheit, anderer Meinung zu sein, und die damit verbundenen Konzepte auch durchzusetzen, soweit sie dazu die Macht bzw. Befugnisse haben. Es liegt an den Menschen selbst, diese Mehrheitsverhältnisse bei der nächsten Wahl zu ändern. Das ist in erster Linie eine Frage der Prioritäten.



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    Original geschrieben von Brainstorm
    Zusätzliche: Wenn ich mir die letzte Wahl (oder genauer den Wahlkampf davor) so ansehe, dann haben die Schwarzen auch kein Schild hochgehalten: "Wir werden als erstes die Laufzeiten der AKW verlängern".


    Das ist schlicht und einfach nicht wahr! Weder die CDU noch die FDP haben jemals einen Hehl daraus gemacht, dass sie die rot-grüne Regelung zum Ausstieg aus der Kernenergie kippen werden. Klar, viele Wähler mögen sich nicht gründlich informiert haben, bevor sie ihre Kreuzchen machten, aber ganz ehrlich: an ihrer Faulheit oder Gleichgültigkeit, sich gründlich zu informieren, tragen sie doch selbst die Schuld. Vielleicht haben sie sich sogar informiert und die Pro-Kernenergie-Haltung der Union und der Liberalen war ihnen egal. OK, dann haben sie entsprechend ihrer persönlichen Prioritäten gehandelt und haben bekommen, was sie haben wollten.



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    Original geschrieben von Brainstorm
    Aber ganz ehrlich: Ich mag die Schwarzen Parteien absolut nicht (nur braune sind noch schlimmer), aber daß die sowas wie die Verlängerung der AKW Laufzeiten fabrizieren, hätte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können. Also ich bin mir sicher, die wenigsten die schwarz-Gelb gewählt haben, haben das erwartet, und sicher noch weniger erhofft. Gewählt wurden die wegen ganz anderer Dinge oder Erwartungen.


    Wie gesagt: wer eine Partei wählt, weil er sich ganz andere Dinge von ihr verspricht als in ihrem Parteiprogramm stehen, falsche Erwartungen an sie richtet oder sich falsche Vorstellungen über ihr bereits angekündigtes Handeln nach der Wahl macht, dem ist nicht zu helfen.



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    Original geschrieben von Brainstorm
    Um die Wirtschaftlichkeit von AKWs noch weiter zu beleuchten würde ich nicht nur die Frage der Versicherung anwenden. Hier gebe ich meinen Vorrednern Recht, 2,5 Mio Deckungssumme sind ein Witz. Die Deckungssumme muss sich immer nach dem Gefahrenpotential richten, also nach dem was theoretisch als Gefahr Möglich erscheint. Und bei einem AKW braucht es keinen GAU um mehr als 2,5 Mio Schaden anzurichten. Wer ein AKW betreiben will, sollte also schon einen Versicherungsschutz über mehrere Milliarden vorweisen können.


    Da bin ich grundsätzlich mit Dir einer Meinung. Aber auch hier liegt eben ein gesellschaftlich akzeptiertes Risiko vor.


    Wie gesagt: Leute, die ihre Anti-Kernenergie-Haltung immer nur schubweise entdecken, wenn gerade irgendwo auf der Welt in einem KKW eine Kernschmelze droht und die ansonsten Stammgäste auf der Webseite von Billiger-Tanken.de sind und darauf achten, stets den günstigsten Stromanbieter rauszusuchen, vermag ich bezüglich ihrer angeblichen Ablehnung der Kernkraft nicht so recht Ernst zu nehmen. ;)



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    Original geschrieben von Brainstorm
    Es ist schwer zu berechnen welche Summe fällig ist, wenn plötzlich halb Deutschland unbewohnbar ist, aber eine Deckungssumme die einigermaßen den Schaden abdecken kann, sollte schon sein.


    Es ist nicht nur schwer zu berechnen, sondern ganz und gar unmöglich. Wer die Frage nach den Kosten eines nuklearen Unfalls der Stufe INES 7 stellt, hat damit auch unausweichlich die Frage nach dem Preis eines menschlichen Lebens aufgeworfen. Ganz ehrlich: wer will sich vor die Öffentlichkeit stellen und diese Frage mit einer Zahl beantworten? :eek:



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    Original geschrieben von Brainstorm
    Aber es gibt noch weitre Kosten, die mit AKWs in Verbindung stehen, und für die meines Erachtens auch die Betreiber aufkommen sollen: Die Endlangerung. Zugegeben, bisher weiß keiner wie diese überhaupt funktionieren soll, aber dennoch sollte man an die Kosten denken.
    [...]
    Wenn diese Kosten alle von den Betreiber getragen werden, dann ist es mit dem Märchen vom billigen Atomstrom wohl schnell vorbei.


    Bei der Frage nach der Endlagerung und ihren Kosten berührst Du schon einen sehr sensiblen Punkt. Ich gehe da sogar noch einen Schritt weiter: Das Teuerste an der Endlagerung sind gar nicht die Kosten für "1 x 1 Endlager und 50 x Polizeieinsatz zum Schutz von Castor-Transporten." Das Teuerste ist die Notwendigkeit der permanenten Überwachung und das Umlagern von Castor- in Pollux-Behälter (kein Scherz!) sowie die Lagerung, Instandhaltung des Lagers und regelmäßige Erneuerung der Behälter für die nächsten 10.000, 30.000 oder 100.000 Jahre, die vergehen müssen, bis man den radioaktiven Sondermüll sich selbst überlassen kann. Ganz zu schweigen von der ungeheuren Verantwortung, die man damit kommenden Generationen aufbürdet, ohne sie zu fragen, ob sie damit überhaupt einverstanden sind.



    Wer sich dies alles vor Augen führt, diese Situation als lebensbedrohlich empfindet und dann immer noch nicht so konsequent ist, dem entsprechend zu handeln (und das schließt ein entsprechendes Verhalten an der Wahlurne ein!), der ist in meinen Augen inkonsequent oder schizophren und hat keinen Anspruch darauf, dass man seine Anti-Kernkraft-Äußerungen Ernst nimmt. Das war alles, was ich damit sagen wollte. Wer dagegen angesichts der Faktenlage zu einer anderen Risikoeinschätzung kommt ("Et hätt noch immer jot jejange."), nun gut, der wird sich wohl auch nicht beschweren, und damit handelt er wenigstens konsequent. Man kann nur hoffen, dass er genau so konsequent handelt, wenn er oder seine Lieben gegen jede Wahrscheinlichkeit Opfer eines nuklearen Unfalls werden.



    [small]Edit: noch ein paar Kleinigkeiten korrigiert... :rolleyes:[/small]

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    Original geschrieben von Pitter
    Was für ein Glück, dass die Wahlprogramme der Parteien jeweils nur ein oder zwei Punkte umfassen. [...]
    Du verwechselst offensichtlich Wahlen mit Volksentscheidungen.


    Wie schade, dass Du meinen Beitrag offenbar nicht richtig gelesen oder nicht verstanden hast. Da der Beitrag aber etwas länger ist und ich Dir die Lektüre des kompletten Textes nicht zumuten möchte, zitiere ich mal den auf Deinen Einwand bezogenen Teil:


    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Ganz ehrlich: wer die Kernenergie als die größte Bedrohung ansieht, der sollte auch dementsprechend handeln und wählen! [...] Aber bürgerliche Parteien wählen, damit die Sprit- und Strompreise nicht zu hoch werden und der Wohlstand unserer Industriegesellschaft nicht gefährdet wird und gleichzeitig über die halbherzigen Schritte beim Ausstieg aus der Kernenergie jammern, tut mir Leid, das ist einfach inkonsequent.


    Du versteht sicher: entweder ist einem dieser eine Punkt so wichtig, dass man sich dem gemäß für eine Partei entscheidet, die für den Kernenergieausstieg eintritt. Oder die Sorgen um niedrige Sprit- und Strompreise, den Lebensstandard, den nächsten Fernurlaub usw. sind einem wichtiger, dann entscheidet man sich für eine Partei, die diese Sorgen vorrangig behandelt.


    Es geht also um Prioritäten. Wer aber die Priorität vom Ausstieg aus der Kernenergie immer nur dann entdeckt, wenn gerade irgendwo ein KKW havariert ist, der ist inkonsequent und von daher nicht ernstzunehmen. Das gilt übrigens für die Wähler ebenso wie für die Parteien, die gerade aus opportunistischen Gründen entschieden haben, mit einer beinahe eleganten Pirouette ihr Mäntelchen in den Wind der öffentlichen Hysterie zu hängen und den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg zu verkünden. :flop:


    Und damit das nicht falsch verstanden wird: Ich bin durchaus kein Kernkraft-Fan. Aber ich bin für eine ehrliche und klare Linie, nicht für populistische Kapriolen um das Kalb der gerade vorherrschenden öffentlichen Meinung.


    Die Briten haben für solche Gelegenheiten übrigens ein treffendes Sprichwort:


    You can't have the cake and eat it! :D

    @ Tahitimini: Gut und richtig formuliert! :top:


    Es steht doch jedem frei, der mit der seit 50 Jahren weitestgehend von Schwarzen, Roten und Gelben konstant betriebenen Kernenergiepolitik nicht einverstanden ist und sie als äußerste Lebensbedrohung empfindet, Parteien zu wählen, die vorbehaltlos die Nutzung der Kernenergie einstellen wollen. ;)


    Ganz ehrlich: wer die Kernenergie als die größte Bedrohung ansieht, der sollte auch dementsprechend handeln und wählen! Eine Partei, die dafür einsteht, im Fall eines alleinigen politischen Mandats die Kernenergie sofort abzuschaffen, steht seit mehr als 30 Jahren zur Wahl, auf Bundes- wie auf Landesebene. Wer anders wählt (oder gar nicht), entscheidet sich eben auch für eine andere Politik in der Kernenergie oder drückt seine Zustimmung durch Schweigen aus. Aber bürgerliche Parteien wählen, damit die Sprit- und Strompreise nicht zu hoch werden und der Wohlstand unserer Industriegesellschaft nicht gefährdet wird und gleichzeitig über die halbherzigen Schritte beim Ausstieg aus der Kernenergie jammern, tut mir Leid, das ist einfach inkonsequent.


    Wenn man etwas als lebensbedrohlich empfindet, dann wird es einem doch wohl derartig wichtig, dass man sein Verhalten danach ausrichtet, die als lebensbedrohlich empfundene Situation zu ändern oder abzustellen. Wer sich anders verhält, ist entweder inkonsequent oder mit der vorhandenen Situation eigentlich einverstanden. In beiden Fällen darf man kaum erwarten, dass ein verbal formulierter, aber nicht durch Verhalten ernsthaft betriebener Widerspruch Ernst genommen wird.


    Das ist genau so wie mit dem Afghanistan-Einsatz. Die Mehrheit der Deutschen ist angeblich GEGEN den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Aber die Mehrheit aller Deutschen wählt seit 2001 beharrlich in großer Mehrheit Parteien, die sich FÜR den Einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch einsetzen, weil da ja angeblich unsere Freiheit verteidigt wird.
    Ganz ehrlich: wie soll man eine solche "Mehrheit" denn auch Ernst nehmen, wenn sie sich nicht traut, ihren angeblichen politischen Überzeugungen gemäß zu handeln?


    In der Diskussion um die Kernenergie ist es doch nicht anders, wie ich oben schon dargelegt habe: wie soll man eine angebliche Mehrheit gegen Kernenergie denn Ernst nehmen, wenn diese Mehrheit nicht bereit ist, ihrer angeblichen Überzeugung auch Taten in der Wahlkabine folgen zu lassen.


    Oder anders formuliert: Die Mehrheit der deutschen Wähler und die Gesamtheit aller deutschen Nichtwähler hat sich bei der letzten Bundestagswahl für eine Koalition entschieden, die bereits VOR der Wahl ganz klipp und klar angekündigt hatte, aus dem rot-grünen Kernenergieausstieg wieder auszusteigen. Wer sich also darüber beschwert, sollte sich zuvor noch einmal ganz genau daran erinnern, wo er am 27.09.2009 seine Kreuzchen auf dem Wahlzettel machte. Oder ob er nicht als Nichtwähler sein Einverständnis mit dem Wahlergebnis durch Schweigen erklärte. Ihre Mehrheit im Bundestag (und in allen Angelegenheiten, die die Kernkraft betreffen, hat der Bund die letzte Entscheidungsgewalt) haben die Schwarzen und Gelben ja nicht durch Wahlbetrug erzielt. Es gibt also in diesem Land eine Mehrheit der wahlberechtigten Bürger FÜR den sogen. "Ausstieg aus dem Ausstieg," da beißt keine Maus einen Faden von ab. Nichtwähler erklären sich ohnehin von vornherein mit jedem Ergebnis einverstanden, das zustande kommt; anderenfalls würden sie von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.