Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von Hellwach
    [Ständige Forderungen nach Rücktritten sind falsch]
    Dann haben wir immer mehr Luschen in der Regierung.


    Wobei ich mich wirklich frage, ob das überhaupt noch möglich ist? ;)


    Die Bundesregierung ist heute mit "Sieben-Meiler-Stiefeln" und frei nach dem Motto "Was kümmert uns unser dummes Geschwätz von gestern!" im Schweinegalopp einer handfesten Blamage förmlich entgegen gerannt. :rolleyes:


    Noch vor sechs Monaten waren sämtliche KKW so sicher, dass man ihre Laufzeiten bedenkenlos verlängern konnte. Jetzt kann das mit dem Abschalten der alten Reaktoren plötzlich nicht schnell genug gehen. Und da stellt sich schon die Frage, wer zu welchem Zeitpunkt recht phantasievoll mit den Fakten umgegangen ist:


    1. Entweder waren die alten Reaktoren schon vor dem Beschluss der LZV nicht mehr sicher. Dann hätten die LZ niemals verlängert werden dürfen, und schon gar nicht ohne eine gründliche Prüfung, die m. E. nie erfolgte. :mad:


    2. Die alten Reaktoren sind so sicher wie konstruktionsbedingt nur irgend möglich. Dann besteht jetzt kein echter Grund, sie vom Netz zu nehmen. :flop:


    3. Wenn's nicht so zynisch wäre, könnte man sagen, dass die Havarie in Fukushima Frau Merkel wie gerufen kommt, damit sie den Umfragewerten zuliebe von der LZV wieder abrücken kann und dabei gleichzeitig den KKW-Betreibern gegenüber auf "Sachzwänge" verweisen kann, die einen Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg "alternativlos" (ist ja eh ihr Lieblingswort, um jede echte Diskussion über Alternativen abzuwürgen) erscheinen lassen. :rolleyes:


    Ggw. halte ich die Kernkraft für ein noch notwendiges Übel, um vor allem die Grundlastsicherung zu gewährleisten. Verlängert man aber die Laufzeiten für diese schon seit Jahren abgeschriebenen Anlagen, so legt man damit die Barrieren für Investitionen in alternative Energiegeneration (und so ganz nebenbei auch in Geräte und Verfahrenstechniken, die weniger Strom verbrauchen) nur immer höher.


    Sachlich ist die Entscheidung, aus der Kernenergie mittelfristig auszusteigen und die Laufzeiten nicht zu verlängern, auf jeden Fall richtig. Doch getroffen wurde sie aus heuchlerischen Motiven von einer Regierung, die lediglich Angst davor hat, bei den nächsten Wahlen vom gemeinen Stimmvieh abgestraft zu werden. :flop:

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    Original geschrieben von hjanss
    HappyDay989 hat uns ja weiter oben erklärt das alles nicht so schlimm ist..und
    da war da auch noch diese Meldung:
    Laut Regierungssprecher Edano sinken die Radioaktivitätswerte rund um das AKW Fukushima 1. Um halb sieben unserer Zeit betrug die Strahlung 596,4 Microsievert pro Stunde. Sechseinhalb Stunden zuvor seien es 11.930 Microsievert gewesen, sagt Edano.


    Und einige glauben auch noch an den Weihnachtsmann.....


    Wo habe ich hier irgendetwas verharmlost? Bloß weil ich mich an Fakten halte statt hysterisch irgendwelche Panik zu verbreiten und mit großen Zahlen um mich zu werfen? Oder warst Du einfach nur zu faul, um die o. g. Angaben von μSv in mSv umzurechnen? Teil dazu die Werte mal durch 1.000, dann klingen sie nämlich schon wieder ganz anders. Ca. 0,6 mSv/h und 6,5 h zuvor knapp 12 mSv/h - bei 12 mSv/h bekommt man ohne Schutzkleidung in weniger als einer Stunde die gesetzlich zulässige Dosis für ein ganzes Jahr ab. Allerdings ist dies rund um ein offensichtlich havariertes KKW, und da werden die Techniker jetzt mit entsprechender Schutzkleidung ausgestattet sein.


    Ach ja, und hier wieder ein "Witz" für die Grenzwert-Fetischisten": Für einen normalen Menschen aus der Bevölkerung gilt, dass seine Strahlenbelastung 1 mSv/a nicht überschreiten soll. Aber ein Arbeitnehmer in einer kerntechnischen Anlage darf von Gesetzes wegen einer 20mal so hohen Strahlenbelastung ausgesetzt werden, in Einzelfällen sogar bis zu 50 mSv/a. Und da will noch jemand ernsthaft behaupten, diese Grenzwerte seien nicht willkürlich und rein politisch motiviert? Es behauptet niemand (und auch ich habe das nicht getan), dass Radioaktivität gesund oder unschädlich für den menschlichen Organismus ist. Allerdings lässt sich feststellen, dass vom Ende des 2. Weltkriegs bis 1963 die Strahlenbelastung weltweit um ein Vielfaches höher lag als das, was sie selbst nach Tschernobyl je wieder erreichte, und in Japan sind wir Gott sei Dank längst nicht bei derartig hohen Werten wie in Tschernobyl. Der Grund waren die fast 200 oberirdischen Kernwaffentests der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs. Die Leute, die damals schon auf der Welt waren, sind auch nicht wie die Fliegen an Strahlenkrankheiten gestorben, außer leider direkt in den Gebieten, in denen man die Tests durchführte.


    Es geht also nicht um Verharmlosung, sondern darum, das Geschehene und die potentielle Entwicklung richtig einzuordnen statt hier haltlose "Alle-werden-jetzt-sterben"-Parolen zu verbreiten.



    Zitat

    Original geschrieben von hjanss
    Da gibt es doch seit einiger Zeit etwas neues..hätte sowas den
    Super-Gau aufgehalten ?


    Core-Catcher


    Guckst Du hier: http://www.telefon-treff.de/sh…ostid=4451167#post4451167


    Es hat noch niemand unter realen Bedingungen getestet, ob der Kernfänger wirklich das hält, was er verspricht. :confused:



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    Original geschrieben von hjanss
    Ein Core-Catcher oder Kernfänger ist eine Vorrichtung, um schmelzendes Kernmaterial bei einer Kernschmelze in einem Kernreaktor aufzufangen, insbesondere um das Entweichen des Kernmaterials aus dem Containment zu verhindern. Ein Core-Catcher besteht aus einer speziellen Beton-Keramik-Mischung, die das Durchsickern verhindern soll, und einer speziellen Kühlkonstruktion, die das Kernmaterial abkühlt. Der Core-Catcher des EPR hat beispielsweise eine Ausbreitungsfläche von 170 m² und ein Gewicht von 500 t.


    Zum Einsatz kommen Core-Catcher unter anderem bei den Reaktoren vom Typ EPR, SNR-300, und dem WWER-1000/428. Des Weiteren soll es im SWR1000 und dem ATMEA1 verwendet werden.


    In Kernkraftwerken des Typs AES-91 von Atomstroiexport wird erstmals standardmäßig ein Core-Catcher eingesetzt. Gelegentlich wird das Konstrukt auch despektierlich „Aschenbecher“ genannt. Damit sind die beiden Reaktoren des chinesischen :top: Kernkraftwerk Tianwan derzeit die weltweit einzigen aktiven Reaktoren mit einem Core-Catcher.


    Ach ja, und wenn Du schon Copy&Paste aus Wikipedia betreibst, dann zitiere doch bitte auch die Quelle. Ich mach das dann mal für Dich:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Core-Catcher


    Bis auf das Top-Smiley 100%ig kopiert, bloß ohne Kennzeichnung, genau wie bei Herrn zu Guttenberg. :rolleyes:

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    Original geschrieben von Sliders
    Wie findet ihr es eigentlich, dass die deutsche Botschaft immer noch in Tokio ist?


    Da wir m. W. weder unsere diplomatischen Beziehungen zu Japan abgebrochen noch die Radioaktivität in Tokio alarmierende Werte erreicht haben, finde ich das völlig normal.


    Zitat

    Original geschrieben von Sliders
    Kein Mensch hat echt Bock auf Verstrahlung. Und das es zum Super-Gau kommt, ist schon so gut wie sicher, halt nur einen Zeitfrage.


    Schön, dass Du so genau Bescheid zu wissen scheinst. Verrätst Du uns Normalsterblichen auch, wann es soweit ist?


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    Original geschrieben von Sliders
    Die tun mir schon was leid. Mehr leid tun mir die AKW Mitarbeiter oder sonstiges Personal (Polizei, etc), die dort in der Nähe arbeiten müssen....


    Im KKW Fukushima werden jetzt mit Sicherheit keine Leute mehr arbeiten, die sich nicht ausdrücklich freiwillig gemeldet haben. Zu solchen Missionen kann man nämlich niemanden verpflichten, und man kann diesen Leuten auch keine Märchen über die Gefährlichkeit ihres Einsatzes erzählen - die sind nämlich allesamt ausgebildete Kerntechniker! Ansonsten ist die Evakuierung der Sperrzone im Gang, und zwar ohne Ausnahme. Polizei oder Militär ist außerhalb der 20-km-Zone und bewacht höchstens die Zugänge in die Zone.


    Im Grunde kann man wirklich nur eine ganz große Hochachtung vor diesen Leuten haben, die sich einer Eskalation der Katastrophe weiter entgegenstemmen und dabei ihr eigenes Leben riskieren! :top: Das gilt auch für die Retter, die noch unterwegs sind und nicht aufgeben, obwohl die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden, nur noch sehr vage sind. :top:

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Unfassbar finde ich, wie Westerwelle und Oettinger sich heute geäußert haben. Es ist eine Sache, wenn die Medien hysterisch reagieren oder wenn in einem Forum das Wort 'Armageddon' fällt, aber wenn ein Minister so ein Wort in den Mund nimmt, kann man sich nur an den Kopf fassen vor so viel Dummheit (oder wahltaktischer Schläue?). Jeder weiß, dass die Situation sehr sehr ernst ist, aber mit solchen Äußerungen trägt er ganz sicher nicht zur Beruhigung und zur Lösung der Krise bei.


    Die Regierung läuft m. E. gerade mit "Sieben-Meiler-Stiefeln" einer handfesten Blamage wegen totaler Unglaubwürdigkeit entgegen. :flop:


    Letzte Woche war noch alles wunderbar mit der Laufzeitverlängerung, plötzlich hat man Zweifel an der Sicherheit und will alle KKW nochmals überprüfen. Entweder waren unsere KKW letzte Woche so sicher wie nur irgend möglich, oder sie waren nie sicher. In ersten Fall braucht man heute nichts zu revidieren und im zweiten Fall hätte man diese Überprüfung vor sechs Monaten VOR der Laufzeitverlängerung durchführen müssen. So entsteht nur der Eindruck von populistischem Aktionismus. :flop:


    EU-Kommisar Oettinger fordert, nachdem er jahrzehntelang Neckarwestheim I die Stange gehalten hat, dass sämtliche europäischen KKW überprüft werden und die unsichersten abgeschaltet werden müssen. Dagegen ist ja nichts zu sagen, aber muss man denn sein Mäntelchen so offensichtlich in jeden Wind hängen, bloß weil er gerade von Fukushima nach Tokio weht? :flop:


    Herr Özdemir blamiert sich gerade im ARD-Brennpunkt, weil er nicht einmal den Unterschied zwischen Gigabyte und Gigawatt kennt... Und so einer faselt über das "grüne Kernthema" Kernkraft wie der Blinde von der Farbe. :flop:



    In wie weit man in Fukushima die Situation unter Kontrolle hat, ist reine Spekulation. Die Angaben der KKW-Betreiber sind mit Vorsicht zu genießen:


    http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima174.html


    http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12749444


    Diesen Berichten zufolge ist die Strahlung wieder zurückgegangen, aber es ist verständlich, dass die Menschen Angst und nach der katastrophal schlechten Informationspolitik von Regierung und KKW-Betreibern auch kein Vertrauen mehr in die offiziellen Angaben haben.

    Zitat

    Original geschrieben von hjanss
    In welcher Welt lebst Du ? Sie werden verstrahlt und das ist nicht mehr rückgängig zu machen.


    Radioaktivität ist weder eine Konstante noch ist sie statisch. Radioaktivität wird geringer, je weiter sie sich von ihrer Quelle entfernt. Radioaktive Substanzen zerfallen und dabei nimmt die Strahlung wieder ab. Soviel also zum Thema "das ist nicht mehr rückgängig zu machen."


    Außerdem gibt es diverse Möglichkeiten zur Dekontamination auch von Personen. Ist natürlich in einer 36-Mio.-Metropole schwierig umzusetzen, aber wenn die Leute erst einmal darauf verzichten, sich im Freien aufzuhalten sowie Türen und Fenster möglichst geschlossen halten, dürfte damit schon einmal ein wichtiger Schritt getan sein, um nicht unnötig belastet zu werden.


    Wenn ich mal an 1986 zurückdenke, da wussten wir selbst in Deutschland drei oder vier Tage lang nichts von der Katastrophe in Tschernobyl und trafen einige Tage lang überhaupt keine Vorkehrungen, um uns vor dem radioaktiven Fallout aus Tschernobyl zu schützen. Die Vorbereitungen, die wir dann trafen, waren doch eher oberflächlicher Natur: auf das Verspeisen von frisch geerntetem Gemüse verzichten u. ä. Natürlich war der Unglücksort weiter weg, aber dafür war die Menge an in die Biosphäre ausgetretenen radioaktiven Substanzen und die Konzentration dieser Substanzen in der Fallout-Wolke, die nach Westeuropa zog, um ein Vielfaches höher als bei der derzeitigen Havarie in Fukushima. Selbst in der direkt neben dem KKW Tschernobyl gelegenen Stadt Prypjat haben praktisch alle Menschen überlebt. Lediglich die armen Kerle, die als sogen. Liquidatoren der ersten Stunden das überall in die Gegend geschleuderte Material aus dem Reaktorkern z. T. mit Schaufeln wieder einsammelten, die bekamen Strahlendosen ab, die jenseits dessen waren, was ein Mensch überleben kann (zwischen 3 und 6 Gray).


    Und damit sind wir wieder bei einem Thema, das regelmäßig für Missverständnisse sorgt: die sogen. Grenzwerte. Grenzwerte sind nichts absolutes, sie sind auch kein Ersatz für eine Bibel und ein Unterschreiten bedeutet ebenso wenig, dass man in Sicherheit ist während umgekehrt ein Überschreiten durchaus nicht bedeutet, dass man damit so gut wie tot ist.
    Grenzwerte wurden immer wieder angepasst, entweder erhöht, wenn man merkte, dass sie ohnehin nicht einzuhalten waren, also massiv gegen wirtschaftliche Interessen verstießen oder auch gesenkt, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse (oder politische Interessen ;)) vorlagen.


    Zum Thema Strahlung: Zunächst einmal ist Radioaktivität etwas in der Natur völlig normales. Je nachdem, wo man in Deutschland wohnt, liegt die jährliche Strahlenbelastung zwischen 1 und 10 mSv. Die Dosis, an der Menschen mit körperlichen Schädigungen rechnen müssen, liegt allerdings um ein Vielfaches höher. Bei Belastungen von unter 0,1 Sv/Gray sind statistisch gesehen die Chancen sehr groß, selbst ohne dauerhafte Schäden davonzukommen. Um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen, kann man einfach mal hier nachlesen: Symptome der Strahlenkrankheit.



    Was ich im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Japan höchst interessant finde, weil es verdeutlicht, wie gewaltig die Erde da gewackelt hat: http://www.dnews.de/nachrichte…unseren-tag-verkurzt.html

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    Original geschrieben von mobillettengeorg
    Selbst die sonderbaren Ex und Importbiere die man zum Geburtstag geschenkt bekommt sollte man
    sich nicht drei Jahre ins Regal stellen bevor man sie trinkt.
    Bier ist eben kein Wein...


    Auch Wein stellt man nicht ins Regal. Weinflaschen werden liegend gelagert, damit die Korken nicht austrocknen. ;)



    Zitat

    Original geschrieben von mobillettengeorg
    Andere Frage, ich habe das hier eben bei Vipvotes gefunden:


    Werden George Michael und Kenny Goss bis zum 26.04. wieder zusammen kommen? Sie trennten sich nach 15 Jahren Beziehung.


    Ich wusste gar nicht, dass George Michael schwul ist. Wundern tut es mich zwar nicht aber es war mir nicht so klar...
    was ist denn eigentlich dann mit Robbie Williams???


    Um mal den Bezug zu diesem Thread herzustellen: Wie viele Bierchen hattest Du schon intus, als Du obiges schriebst? :D

    Um vor Augen zu führen, welche Auswirkungen das Erdbeben und der Tsunami auch ohne eine Verschlimmerung der Situation in Fukushima haben wird, und dabei ist jetzt nur von der Automobilindustrie die Rede:



    Den Gesamtschaden, den Erdbeben und Tsunami angerichtet haben, beziffert ein Experte vorsichtig mit mind. 180 Mrd. $, siehe das Video hier: http://www.tagesschau.de/wirts…rdbebenwirtschaft100.html



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    Original geschrieben von Daniel_23


    Ja ne is klar^^


    In der Tat, Frank, das war deutlich unterhalb des von Dir gewohnten Niveaus. Kernphysik gehört zu den kompliziertesten Wissenschaften überhaupt und die Entwicklung kerntechnischer Anlagen ist nichts für die Jungs, die mit "Jaja jippi jippi yeah" auf den Lippen zum Baumarkt fahren, um sich mal eben den praktischen Reaktorbausatz für den heimischen Keller zu kaufen. :D

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wie ich geschrieben hatte, liegen meine Lehrstunden zum Thema etliche Jahre zurück. Ich erinnere mir aber an die (in meinen Augen damals schlüssige) Aussage, dass bei regelgerechter Konzeption eines AKW dieser Fall nicht eintreten kann. Dass es solche Atombombenexplosion in Tschernobyl gegeben haben soll, ist mir jedenfalls neu ... womit ich keineswegs bestreiten will, dass es so war.


    Wie gesagt: man benötigt eine kritische Masse, sonst kann man keine Kettenreaktion in Gang setzen und auch nicht in Gang halten. In einem Reaktor lässt man diese Kettenreaktion allerdings kontrolliert ablaufen. Mit der bei der Kettenreaktion freigesetzten Zerfallshitze erzeugt man den Wasserdampf, den man zum Antrieb der Dampfturbinen benötigt.


    Das Erreichen einer prompt überkritischen Masse ist nur eine Voraussetzung für die Auslösung einer nuklearen Explosion; es bedarf dazu noch mehr, aber das soll hier nicht weiter thematisiert werden. Ich schrieb daher nicht, dass in Tschernobyl eine Art Kernwaffenexplosion stattfand, sondern dass man dort den Reaktor in eine Situation fuhr, in der man eine prompt überkritische Masse erreichte, ironischerweise ausgerechnet beim Versuch, die Kontrollstäbe in den Reaktorkern einzufahren. Dadurch setze man schlagartig eine unkontrollierte Kettenreaktion in Gang und damit so viel Zerfallshitze frei, dass das Kühlwasser in Sekunden in seine Bestandteile aufgespalten wurde, nämlich Wasserstoff und Sauerstoff. Eine entsprechende Knallgasexplosion war die Folge, und die zerstörte den Reaktorbehälter und das Reaktorgebäude; ein Containment gab es in Tschernobyl nicht.



    @ MisterVegas: Ich bin eigentlich nicht sonderlich empfindlich, aber bei Deinem Beitrag konnte ich nicht mehr an mich halten und habe einfach mal die Moderator-Taste gedrückt. :flop: