ZitatOriginal geschrieben von stanglwirt
was kostet denn der atomausstieg in deutschland?
ich denke, wenn jeder im monat auf 10€ verzichtet, dürfte das doch auf jahre gesehen finanzierbar sein oder?
imho wäre JETZT eine steuererhöhung bei den bürgern durchführbar, wenn dafür in deutschland auf atomkraft verzichtet wird. warum wird das nicht gemacht? ist unsere regierung so schwach und kann sich nicht gegen die lobbyisten durchsetzen?
Die Frage ist doch nicht, ob man bei entsprechendem politischen Willen nicht sämtliche KKW abschalten könnte. Selbstverständlich könnte man das, wenn man bereit ist, den Betreibern die entsprechenden Nutzungsausfälle zu vergüten. Mit monatlich ca. 10 € pro Kopf der Bevölkerung dürfte das sogar bezahlbar sein.
Die Frage ist vielmehr, wie man denn gedenkt, die Grundlast abzudecken, die durch ein konsequentes Abschalten sämtlicher KKW wegfiele? Grundlast kann man nicht durch Energieträger abdecken, deren konstante Einspeiseleistung nicht garantiert werden kann, also fallen Wind- und Sonnenkraft schon mal weg, da viel zu unzuverlässig. Blieben also nur konventionelle Kraftwerke, und völlig egal, mit welcher Energieeffizienz diese Kraftwerke arbeiten, es wird damit eine erhebliche Erhöhung des CO2-Ausstoßes einhergehen.
Nun könnte man einwenden, dass im Ausland genügend Strom generiert wird, der über UCTE (= das europäische Verbundsystem Union for the Co-ordination of Transmission of Electricity) auch zu uns gelangen könnte. Doch das wäre nicht mehr als eine Verlagerung des Problems nach dem Sankt-Florian-Prinzip "Verschon mein Haus, zünd andre an." Denn in anderen Ländern wird noch erheblich mehr Strom mit Hilfe von Kernkraft produziert, z. B. generiert das Staatsunternehmen EDF fast 75 % seiner Elektrizität mittels 58 KKW in Frankreich.
Das grundsätzliche Problem ist einfach umrissen: Jeder will Strom in ausreichender Menge, aber keiner will die Nachteile. Und praktisch niemand ist bereit, seinen Energiebedarf so zu reduzieren, dass man mit dem bisschen auskommt, was erneuerbare Energien hergeben. Eine klassische Zwickmühle, aber keine einfache Lösung!
PS: Die 139. Wiederholung, dass es bei KKW keine 100%ige Sicherheit gibt und aus dieser Perspektive die Entscheidung für die Nutzung von Kernenergie immer ein Risiko darstellt, spare ich mir an dieser Stelle einfach mal. ![]()