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Original geschrieben von mostwanted
Die Akademiker hier scheinen reichlich Zeit zu haben, tagsüber private Beiträge zu verfassen. Unterbeschäftigt? :p
Was mich angeht: ich habe ggw. Urlaub. 
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Original geschrieben von Jochen
Ok, er hat geschummelt. Das Ganze hat ihm geschadet, der CDU und Merkel und das Ansehen der Wissenschaft wurde beschädigt. Schlimm genug.
Ach, ich weiß nicht so recht. Dass die CDU und Merkel beschädigt wurden, halte ich ehrlich gesagt für nicht sonderlich dramatisch, zumal der Schaden von einem Unionspolitiker selbst verursacht wurde. 
Bzgl. Beschädigung des Ansehens der Wissenschaft gebe ich Dir recht; hier muss dringend ein besseres und vor allem von den Interessen der jeweiligen Universitäten unabhängiges Kontrollsystem eingeführt werden, das sicherstellt, dass Examens- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen nicht mehr von den Themenstellern und Doktorvätern selbst gelesen und bewertet werden, sondern von unabhängigen Gutachtern, die den Namen des Prüflings gar nicht erst erfahren (Blindbegutachtung). Zudem sollte eine Prüfung jeder Arbeit mittels Plagiatssoftware Standard werden. Wenn wir uns den Luxus erlauben, hunderte Milliarden in den angeblich alternativlosen Erhalt maroder Banken zu stecken, dann wird für eine Verbesserung der Zukunft des Bildungsstandortes Deutschland wohl noch das bisschen "Kleingeld" (im Vergleich zur Bankenrettung) übrig sein, das eine solche Verbesserung kostet.
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Original geschrieben von Jochen
Aber daraus nun wilde Verschwörungstheorien, Untergangsszenarien oder Umwälzungen in unserer Gesellschaft daraus zu konstruieren, ist doch reichlich gewagt, wenn nicht eher lächerlich.
Nein, einer nachhaltigen Umwertung bestehender bürgerlicher Werte wurde durch die heftige Reaktion vieler deutscher Akademiker erst einmal ein Riegel vorgeschoben. Unionsspitze und Regierung müssen wohl sehr überrascht gewesen sein, dass sich der Widerstand gegen eine unangemessene Bagatellisierung massiven Plagiarismus, Urheberrechtsverletzungen und Lügerei so rasch formierte, und dass er nicht nur aus dem Lager der Opposition, sondern auch aus den eigenen Reihen und denen typischer Unions- und FDP-Wähler kam.
Trotzdem halte ich es auch für wichtig, dass man Guttenberg nicht nachträglich zum Opfer irgendwelcher Kampagnen oder Intrigen stilisiert, der von einer neidischen Presse quasi hinterrücks gemeuchelt wurde. Und als "Schwachstelle, die gesucht und dann endlich auch gefunden wurde" kann man das, was sich Guttenberg geleistet hat, nun wirklich nicht abtun. Wie gesagt: "Dolchstoßlegenden" versuchen nun, die Vergehen des Ex-Doktors und Ex-Verteidigungsministers zu bagatellisieren. Er ist nicht "über seine eigenen Maßstäbe gestolpert", sondern über den Umstand, dass er massiv getäuscht, betrogen und gelogen hat.
Von meiner Seite soll es das gewesen sein. Ich bin froh, dass Guttenberg abgetreten ist, auch wenn es nicht aus eigener Einsicht geschah, wie er mit seiner Rücktrittserklärung deutlich machte. Er wird sicherlich eine zweite Chance bekommen, und sofern er sich dabei als charakterlich reifer und weniger auf "Blendwirkung" denn auf echte Substanz setzend erweisen sollte, hat er sie m. E. auch verdient. Denn dass er Charisma hat und die Anlagen dazu, Menschen zu begeistern und mitzureissen, das steht für mich selbst als Guttenberg-Kritiker völlig außer Frage. Er muss halt noch lernen, sich selbst nicht so wichtig und die Sache ernster zu nehmen.