Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von daunlöd
    Nach Koch, Merz, Stäuber, Wulf ist auch der weiße Obama Gutenberg irgendwie weg von der Fläche, alles zufall? Alles Kanditaten für Kanzleramt!


    Wer profitiert bloß davon?


    1. Koch war nie ein Kandidat fürs Kanzleramt, beim besten Willen nicht. Der galt ja nicht einmal in Hessen noch als erwünscht, und hätte sich Andrea Ypsilanti nicht als charakterlich noch mieser als Koch erwiesen (was kaum jemand für möglich gehalten hätte), dann wäre er schon viel früher als MP von Hessen geschasst worden.


    2. Stoiber ist im Rahmen einer Bundestagswahl gescheitert, der hatte seine Chance, und er hatte sie vor Merkel. Er hat sie halt nicht nutzen können und ehrlich gesagt könnte ich mir kaum einen ungeeigneteren Kandidaten als Bundeskanzler vorstellen als "das blonde Fallbeil."


    3. Merz hat sich durch Merkel aufs Kreuz legen und abservieren lassen, aber ob ihn das zur Idealbesetzung fürs Bundeskanzleramt gemacht hätte, darf wohl bezweifelt werden. In der internationalen Politik wird schließlich mit noch härteren Bandagen gekämpft als auf CDU-Parteitagen.


    4. Wulff wurde aus der niedersächsischen Provinz gleich an die Spitze des Staates gespült, weil der nur ein Jahr zuvor gewählte Amtsträger plötzlich keine Lust mehr hatte und meinte, die Rolle der beleidigten Leberwurst spielen zu müssen. Was Köhler als Grund für seinen Rücktritt angab (oder vorschob) hätte jeder Hinterbänkler locker auf einer Ar...backe ausgesessen. Und Wulff mag vielleicht der Liebling jeder Schwiegermutter sein, aber wer sich so schnell auf einen prestigeträchtigen Posten "wegloben" lässt, der mag zwar persönlich zu gefallen wissen, aber ob das eine Schlüsselqualifikation für einen Regierungschef ist, wage ich zu bezweifeln.


    5. Guttenberg ist Opfer seines eigenen Betrugs, seiner Lügen und seines eigenen miserablen Krisenmanagements geworden, das haben wir ja nun über ca. 70 80 Seiten in diesem Thread ausführlich behandelt und müssen es nicht erneut durchhecheln. Getretener Quark wird, so eine Volksweisheit, nur breit, nicht stark.


    Alles geeignete Kandidaten fürs Bundeskanzleramt? - Alleine der Gedanke daran lässt mich ebenso schaudern wie die Vorstellung, Sigmar Gabriel könnte nach der nächsten BT-Wahl zu Merkels "Nachmieter" werden (was nach den derzeitigen Umfragen aber wohl äußerst unwahrscheinlich sein dürfte).


    Wer hat etwas davon, dass Guttenberg weg ist? Nun, die Union sicher nicht, und Frau Merkel auch nicht, nicht ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt, nämlich direkt vor einer Reihe wichtiger Wahlen.


    Von daher haben Spekulationen, ob Frau Merkel den Guttenberg aus Sorge um die zu sehr gewachsene Beliebtheit ihres (Ex-)Ministers mehr oder weniger "zum Abschuss freigegeben" hat, schon etwas von einer Verschwörungstheorie, die jeder realen Grundlage entbehrt (das haben Verschwörungstheorien meistens so an sich :D).

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    Original geschrieben von Zeus
    [...] und auch noch mit einer jungen, schönen, reichen Frau verheiratet.


    Na, also soo toll sieht Fiona Grasser, geb. Swarovski, nun auch wieder nicht aus. Oder ist es der Umstand, dass sie eine Millionenerbin ist, der sie in den Augen mancher sexy erscheinen lässt?
    Den Vergleich mit Stephanie von und zu Guttenberg verliert sie m. E. unter optischen Gesichtspunkten jedenfalls. ;)



    @ ChickenHawk: Dass Guttenberg sich während seiner Strg+C-/Strg+V-Sitzungen vor dem PC darüber im Klaren war, was er tat, bedarf doch nun wirklich keines persönlichen Geständnisses mehr. Die nun schon mehrfach erwähnte Wissenschaftskommission wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu eben diesem Schluss gelangen, ganz einfach, weil die einzige andere Erklärung für "unbewussten" Plagiarismus nur lauten könnte, dass Guttenberg geistig umnachtet war/ist und damit unzurechnungsfähig.
    Er hätte also nichts gestanden, was nicht ohnehin schon auf der Hand lag, nur dass er sich jetzt erneut nicht sonderlich glaubwürdig verhalten hat.


    Aber vermutlich hast Du recht: Bevor Politiker öffentlich die Wahrheit sagen, fallen eher Ostern und Weihnachten auf einen Tag. ;)



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    Original geschrieben von flashhawk
    Da lügt er uns allen doch lachend ins Gesicht!


    Man sollte fair bleiben: Guttenberg wirkte deutlich angeschlagen, aber um gute Haltung bemüht. Man konnte ihm schon sehr deutlich ansehen, dass er mit den Nerven am Ende ist, und das war keine Schau - die kleinen Zeichen der Körpersprache lügen nicht, weil man sie halt nicht bewusst steuern oder manipulieren kann. ;)

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Wenn man Begriffe wie "armseelig" verwendet nur weil bei einer wohl sehr kurzfristig angesetzen Ankündigung keine Live-Kameras dabei sein konnten aber sehr wohl.


    Dann wäre also höchstens die Wortwahl zu kritisieren, nicht der Inhalt der Aussage. ;)


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Und was wäre denn ein angebrachtes Statement gewesen bei dem er zu seinen Fehlern steht? "Ja ich habe bewusst abgeschrieben weil ich dachte ich komme damit durch..."


    Guttenbergs schier infantiles Beharren darauf, er habe "unbewusst kopiert" und "nicht bewusst getäuscht" ist wahrhaftig lächerlich. Guttenberg war doch kein zehnjähriger Schüler, als er seine Diss. schrieb, sondern ein mit den wissenschaftlichen Methoden und Gepflogenheiten seines Fachs vertrauter Doktorand jenseits der 30.
    Wenn nun die Wissenschaftskommission zu dem Schluss gelangt, dass Guttenberg bewusst eine zu großen Teilen aus Plagiaten bestehende Textkollage als Doktorarbeit eingereicht hat - und man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass solch ein Urteil mehr als wahrscheinlich ist! - dann wird er wieder durch eine dritte Partei der Lüge überführt worden sein. Dann wird man wieder sagen können: er hat die Chance verpasst, selbst aufzuklären und hat damit das ohnehin Unvermeidliche wieder feige hinausgezögert statt sich wie ein aufrichtiger Mensch seinen eigenen Fehlern zu stellen.


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Er hat sich nochmals entschuldigt, will sich bei einem möglichen Strafverfahren nicht hinter irgendwelchen Immunitäten verstecken und will kein Mitleid oder Respekt. Die Ausführungen zum Zeitpunkt des Rücktritts sind sicherlich eher schwammig, aber was mehr kann man denn noch von jemandem in so einer Situation erwarten?


    1. Es ist nicht seine Entscheidung, sich strafrechtlichen Ermittlungen zu stellen. Wie bei der "Rückgabe des Doktortitels" gibt er hier wieder vor, mehr entscheiden zu können als er tatsächlich darf. Im Fall strafrechtlicher Ermittlungen wird der Bundestag bzw. werden sämtliche politischen Organe, die ihm Immunität garantieren, gebeten, seine Immunität aufzuheben, und die tun das dann auch, so wie sie es z. B. damals bei Otto Graf Lambsdorff (Steuerhinterziehung) auch taten. Da hat Guttenberg überhaupt nicht zu entscheiden, ob er das möchte oder nicht.


    2. Mitleid und Respekt - Mitleid gibt's bekanntlich gratis, Respekt muss man sich verdienen. Ich versage unter menschlichen Gesichtspunkten Guttenberg (und vor allem seiner Familie!) nicht mein Mitleid, aber meinen Respekt hätte ich nur bekunden können, wenn er direkt beim Bekanntwerden von Copygate "die Hosen heruntergelassen" hätte und zurückgetreten wäre - komischerweise scheint diese Ansicht selbst in der CDU und FDP auf einmal mehrheitsfähig zu sein... Die "Salami-Taktik", scheibchenweise immer nur das zuzugeben, was ohnehin schon klar war, das besiegelte letztlich sein Schicksal als Minister.


    3. Wie schon zu Anfang gesagt: Guttenberg hat eine großartige Chance vertan, reinen Tisch zu machen und sich wenigstens menschlich zu rehabilitieren - was ich für sein mögliches politisches Comeback für unerlässlich halte.

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    Original geschrieben von mostwanted
    MP von Bayern und dann Kanzler.


    Damit würde ihm gelingen, woran Strauß und Stoiber scheiterten. :)



    Ich halte es nicht für ein Zeichen, dass hier "auf einen am Boden Liegenden getreten" wird, wenn man anmerkt, dass Guttenberg bedauerlicherweise nicht einmal im Abgang die charakterliche Größe beweist, offen zu seinen Fehlern zu stehen. Indem er sich als Opfer der Medien und der Umstände inszeniert, versäumt er die Chance, erst reinen Tisch zu machen und in ein paar Jahren mit neuer weißer Weste ein Comeback zu starten. M. E. disqualifiziert ihn solch ein Verhalten menschlich, nicht politisch, für Führungspositionen. Denn es scheint bei Guttenberg ein sehr ausgeprägtes Verhaltensmuster zu sein, immer nur andere zur Ursache der eigenen Fehler zu erklären und selbst immer nur etwas weniger zuzugeben als das, was man ihm ohnehin schon nachgewiesen hat.


    Der Bundeswehr kann man jetzt nur einen Minister wünschen, der die als notwendig erachteten Reformen mit weniger auf Medienwirksamkeit ausgelegten Effekthascherei, dafür aber mit umso mehr Effektivität angeht als Guttenberg dies offenbar vermochte.

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    Original geschrieben von saintsimon
    So, nachdem der notorische underperformer Gutti beim Bund vor der Offiziersausbildung gekniffen hat und auch das zweite Staatsexamen der Juristen ausgelassen hatte, durfte er aber trotz unzureichender Examens-Note zur Promotion zugelassen werden.
    Ein gut geschmiertes Leben ...


    Das hatten wir vor drei Seiten aber schon, und wie schon geschrieben: das wirft mehr Fragen nach den Praktiken der Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten (u. U. nicht nur in Bayreuth) auf, als nach Guttenbergs Plagiarismus.


    Denn wenn sich, aus welchen Gründen auch immer, Universitäten dazu bereit erklären, wider besseres Wissen zweitklassigen Studenten die Promotion zu ermöglichen, dann ist das viel bedenklicher als wenn ein Doktorand bei seiner Dissertation so massiv täuscht wie Guttenberg dies tat. Denn letzteres mag noch ein Einzelfall sein, ersteres hätte dagegen System. :rolleyes:


    Und bevor jetzt jemand denkt, ich wolle plötzlich Guttenberg in Schutz nehmen, nein, das will ich durchaus nicht. Aber ich meine, dass man auch die Frage nicht vernachlässigen sollte, warum es einem Betrüger seitens der Universität so leicht gemacht wurde, mit seinem Schwindel jahrelang durchzukommen.

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    Original geschrieben von ingo74
    kaum einer beschäftigt sich mit fachlicher kritik...


    Da wärst Du doch gerade zu prädestiniert, Dich zur fachlichen Kritik an den jüngsten Reformplänen einzulassen. Denn jemandem, der die BW nur "von innen" kennt, fällt es doch leichter, die Auswirkungen bestimmter Maßnahmen zu beurteilen, schon alleine deshalb, weil man mit der tatsächlichen Ausgangssituation vertraut ist, und das nicht nur aus Presseberichten.

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    Original geschrieben von Bigbamboo
    Finde ich nicht wirklich: Die deutlichen Worte aus Bayreuth und auch aus der eigenen Partei sind durchaus neue Entwicklungen. Am Freitag dachte ich noch zG sitzt diese Geschichte aus; heute würde ich nicht mehr auf seinen Verbleib im Amt über das kommende Wochenende hinaus wetten.


    Wenn mit "den deutlichen Worte aus Bayreuth" die Einlassung von Prof. Lepsius gemeint ist, so war diese schon letzte Woche bekannt.


    Was die Kritik aus den Reihen der Union und auch der FDP angeht, so war ebenfalls letzte Woche deutlich geworden, dass Bundestagspräsident Norbert Lammert keine Lust hatte, sich durch eine Verteidigung des Verteidigungsministers unglaubwürdig zu machen; er hatte bereits den Antrag mehrerer Unionsabgeordneter, Jürgen Trittin wegen dessen "Hochstapler"-Vorwürfen gegen Guttenberg eine Rüge zu erteilen, mit der Bemerkung abgelehnt, es seien schon weitaus schwerwiegendere Äußerungen aus weitaus nichtigeren Gründen ohne Rüge geblieben. Und dass sich eine Ministerin für Bildung und Forschung lächerlich macht, wenn sie durch "beredtes Schweigen" zum Ausdruck bringt, dass sie Guttenbergs Aussage vom "unbewussten Kopieren" akzeptiert, muss Frau Schavan klar geworden sein, deshalb hat nach dem Motto "besser spät als nie" nur das gesagt, was sie schon letzte Woche in der Aktuellen Stunde hätte sagen sollen, sich aber offenbar nicht traute.


    Noch sehe ich Guttenberg nicht als Verteidigungsminister fallen, auch wenn er sicherlich angeschlagen ist. Wenn er nicht selbst das Handtuch wirft, dann wird sein möglicher Rücktritt mangels Unterstützung in der Regierung wohl eher eine Frage von Wochen als von Tagen sein.


    Auch die Meldung des Tagesspiegel, dass Guttenberg wohl nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung promovieren durfte und dann trotz mittelmäßiger Vornoten mit SCL abschnitt, provoziert m. E. eher kritische Fragen zu den universitären Praktiken in Bayreuth als zur Person Guttenberg selbst.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Über diesen Satz sollten die Union und Anhänger der Union nachdenken: "Die Union braucht so einen wie Guttenberg nicht."


    Ich bin allerdings sicher, dass bei diesem Satz nicht nur seitens bernbayers, sondern seitens der Union heftiger Widerspruch aufbrandet. ;)


    Auch wenn es objektiv richtig ist, dass keine demokratische Partei auf jemanden angewiesen sein sollte, von dem der Nachfolger seines Doktorvaters sagt, er sei ein Betrüger und von dem man außerdem annehmen kann, dass er auch das Parlament belogen hat, so werden solche moralischen Maßstäbe in dem Moment völlig irrelevant, in dem es darum geht, eigene Macht und Pfründe zu sichern. Abgesehen davon hat die Union ein weiteres Problem: den Schwarzen gingen letztes Jahr so viele Spitzenleute von der Fahne, dass außer ein paar Komparsen aus der hintersten Reihe niemand mehr vorhanden ist, der Guttenbergs Job übernehmen könnte.

    In dem Zusammenhang würde mich interessieren, ob das Zweitgutachten nur aus dem Satz besteht: "Ich schließe mich aufgrund der [bla bla bla Begründung Rhabarber Rhabarber] voll umfänglich der Bewertung des Erstgutachters an." ;)


    Aber da muss man fair bleiben: wir wissen wohl, dass sich Zweitgutachter nur in äußersten Ausnahmefällen NICHT dem Erstgutachten anschließen.