Beiträge von HappyDay989

    Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Guttenberg hat wohl schreiben lassen, leider auch die Einleitung. Er hat bei seiner Dissertation geschummelt, keine Frage. Das wirft kein gutes Licht auf seine Fähigkeit, Dinge so zu regeln das ein Ziel erreicht wird und dabei keiner die krummen Wege sieht, die genommen wurden.


    Als viel schlimmer als den Umstand des Kopierens erachte ich den Umstand, dass er offenbar wenig Hemmungen hat, den Medien und der Öffentlichkeit auch nach dem Bekanntwerden von "Copy&Paste" die Wahrheit vorzuenthalten.


    Seine Presseerklärung am Freitag erinnerte mich an die Aussage eines ehemaligen Ministerpräsidenten: "Ich gebe [...] der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort – ich wiederhole – ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind." :rolleyes: Es ist bekannt, wie die Affäre damals ausging, aber ehrlich gesagt wünsche ich Guttenberg kein derartiges Schicksal.



    @ Andreas24: Dass Guttenberg seine Dissertation entweder abschrieb oder abschreiben ließ, dürfte wohl mittlerweile jenseits dessen stehen, was man als "vernünftig begründeten Zweifel" bezeichnet, das lohnt wirklich der Thematisierung kaum mehr. Wenn etwas aussieht wie eine Kuh, riecht wie eine Kuh, muht wie eine Kuh und auch noch Milch gibt, die wie Kuhmilch schmeckt, dann wird's wohl auch eine Kuh sein. Nein, den Punkt haben wir im Fall Guttenberg wohl hinter uns gelassen.


    Es geht jetzt wohl eher darum, warum Guttenberg meint, die Öffentlichkeit mit extrem fragwürdigen Aussagen wie "es ist zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht worden" in die Irre führen zu dürfen. Das "Copy&Paste" kann man ihm durchaus verzeihen; soll er sich halt von der Bürde seines (ohnehin erschwindelten) Doktortitel befreien lassen und gut ist's.


    Wenn sich aber ein Bundesminister vor die Öffentlichkeit stellt und glaubt, mit offenkundig falschen Aussagen die Öffentlichkeit täuschen zu dürfen, dann ist schon die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Person Guttenberg und seiner Eignung für eine der höchsten Führungspositionen dieser Republik erlaubt. Und je länger Guttenberg mit einer wahrheitsgemäßen Erklärung wartet, desto schlimmer wird die Sache für ihn. Man fragt sich wirklich, ob Guttenberg keinen Berater hat, oder einen sehr schlechten, oder ob er vollkommen beratungsresistent ist, dass er sich in dieser Angelegenheit so unprofessionell verhält.


    Im Grunde demontiert er sich damit selbst, hier von einer Hexenjagd zu sprechen halte ich für eine unzulässige Umkehr von Ursache und Wirkung. Wenn sich eine Person des öffentlichen Lebens, und dazu noch ein hoher Repräsentant des Staates, darauf versteift, immer wieder dieselbe unglaubwürdige Aussage zu wiederholen, dann hat das nichts mit Hexenjagd zu tun, wenn man dies solange hinterfragt und kritisiert, bis diese Person sich endlich gewillt zeigt, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Guttenberg ist offensichtlich noch nicht so weit, also sollte man nicht nachlassen, ihm so lange "auf die Füße zu treten," bis er endlich mit der Wahrheit rausrückt.


    Ich denke, dass die Öffentlichkeit darauf durchaus ein Anrecht hat, schon alleine deswegen, weil Guttenberg in einem Amt ist, das vom Geld der Steuerzahler bezahlt wird. Seine Dissertation mag seine Privatsache sein (zumindest solange er den Doktortitel nur privat führt), aber seine Glaubwürdigkeit ist es in seiner Position durchaus nicht.

    Dabei hätte die FAZ zu positiver Berichterstattung über den Freiherrn doch besonderen Grund. Schließlich hat er sich für seine Copy&Paste-Dissertation aus der FAZ doch offenbar besonders reichlich bedient - einschließlich des größten Teils der Einleitung. Da sollte sich das Frankfurter Qualitätsblatt doch sozusagen von einer Zeitung für Bildungsbürger geradezu in den Adelsstand erhoben fühlen. :D

    Zitat

    Original geschrieben von lanturlu
    Als Bundesbildungsminister hätte er zwar kaum Kompetenzen gehabt, aber bei seinem Ehrgeiz und Durchsetzungswillen hätte er die Kultusminister der Länder vorantreiben können. [...] So wie er jetzt die Abschaffung der Wehrpflicht umsetzt, hätte er vielleicht auch die Bildungskleinstaaterei beschneiden können.


    Auf das Abstellgleis hätte er sich wachen Verstandes niemals abschieben lassen. An dem Versuch, die Kultushoheit der Bundesländer zu beschneiden, haben sich schon ganz andere Politiker die Zähne ausgebissen. Als "Bundesbildungsminister" hat man bei jedem Versuch einer Zentralisierung/Vereinheitlichung sofort 16 Ministerpräsidenten nebst Schul- bzw. Kultusministern der Länder gegen sich. Von denen will sich nämlich keiner vom Bund die Kompetenzen beschneiden lassen. Eher vereint ein deutscher Verteidigungsminister alle NATO-Armeen zu einer einzigen gemeinsamen Streitmacht als dass ein deutscher Bundesbildungsminister die "Bildungskleinstaaterei" in Deutschland überwindet. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Ach Happy, im selben Umfang wie Du Guttenberg gering schätzt, überschätzt Du deine Person.


    Darf ich fragen, in welcher Hinsicht ich mich Deiner Meinung nach überschätze? :confused:


    Und offenbar hast Du auch meine Aussage nicht verstanden, dass ich nicht Guttenberg als Person, sondern als Repräsentanten eines bestimmten Typus meine, wenn ich von Geringschätzung spreche. :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von Weihnachtsmann
    Ich bin weder ein "zu Guttenberg-Fan" wie Bernbayer noch so hasserfüllt ihm gegenüber eingestellt wie HappyDay [...]


    Ich möchte nur klarstellen, dass ich Guttenberg durchaus nicht hasse.


    Ich verspotte ihn, weil ich nichts von solch eitlen, sich selbst inszenierenden Blendern halte, für die der Freiherr m. E. durchaus repräsentativ steht. Da ist meinerseits deutlich mehr Verachtung für den Typus im Spiel, den Guttenberg verkörpert, als für den Menschen Guttenberg an sich. Denn den kenne ich persönlich nicht und habe auch gar kein Interesse daran, ihn näher kennenzulernen. Ich will also gar nicht abstreiten, dass unter der aalglatten, haargegelten Politiker-Schale mit dem aufgesetzten Kamera-Lächeln und Medien-Charme ein menschlicher Kern steckt. ;)



    Allerdings frage ich mich allmählich jenseits aller Polemik, in welcher Welt der Freiherr eigentlich lebt, dass er offenbar immer noch nicht begriffen hat, dass sich die Plagiatsvorwürfe gegen ihn nicht in ein paar Tagen einfach in Luft aufgelöst haben werden.


    Es ist mir unbegreiflich, warum er nicht endlich mit der Wahrheit herausrückt, nämlich dass entweder er oder ein "Ghostwriter" hemmungslos Copy&Paste betrieben, weil ihnen einfach nichts besseres einfiel, um 400 Seiten Text zu füllen. Schließlich steht für ihn, ob er es nun begreifen will oder nicht, mehr auf dem Spiel als ein Doktortitel. Es geht um seine Glaubwürdigkeit, denn von seinem Ruf als offener, transparenter Klartext-Sprecher hat er bislang ja gelebt. Ich glaube, dass es der Mehrheit der Wähler bis zu den Plagiatsvorwürfen nicht einmal bewusst war, dass Guttenberg überhaupt einen akademischen Titel trägt (trug?). Verzichtet Guttenberg auf den Titel, wird ihm das vermutlich eher noch Sympathien einbringen, nach dem Motto "wenigstens gibt er zu, dass er Mist gebaut hat, das macht ihn menschlich." Mit dem derzeitigen "Eiertanz," einerseits stereotyp zu wiederholen, die Dissertation sei kein Plagiat, aber andererseits kein Wort der Erklärung abzugeben, warum auf mittlerweile 240 von etwa 400 Seiten (nur Textseiten, die Gesamtzahl von über 470 Seiten ergibt sich aus Inhaltsverzeichnis, Text und Anhang) in erheblichem Umfang aus anderen Werken stammende, aber nicht kenntlich gemachte Zitate zu finden sind, kann er doch nicht allen Ernstes hoffen, die Sache aussitzen zu können.


    Bislang haben nur wenige Guttenbergs Rücktritt als Minister gefordert. Die Mehrheit scheint dagegen für ein Verbleiben des Freiherrn im Amt zu sein. Dazu wäre es allerdings dringend erforderlich, dass er endlich reinen Tisch macht, die Wahrheit sagt und auf seinen ohnehin erschummelten Doktortitel verzichtet. Ansonsten könnte ihn diese Sache tatsächlich so sehr beschädigen, dass er selbst, wenn er im Amt bliebe, zu einer dauerhaften Belastung für die Regierung im allgemeinen und die Bundeswehr im besonderen würde.

    Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Dir ist aber schon aufgefallen, dass die geäußerte Kritik nicht Deiner Meinung sondern lediglich Deiner Ausdrucks- und Argumentationsweise insbesondere der überzogenen Polemik galt? Und wenn man das oben zitierte hier mal als Maßstab anlegt, dann war & ist die Kritik mehr als gerechtfertigt. (Oder der Rest der TT Welt und User die ja nur aus Schwätzern und Blender besteht ist halt einfach zu doof...)


    Weder ist der Rest der Welt zu doof noch habe ich je behauptet, dass meine Beiträge leicht verdauliche Kost darstellen. Es ist ja gerade das Wesen der Polemik, dass sie auch polarisiert und zur Stellungnahme zwingen soll. Schließlich sind wir hier ja auch nicht auf einer Diskussionsveranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung, da wäre Polemik sicherlich völlig fehl am Platz. Die Frage ist eben "wie viel Polemik ist zu viel?" Da dürften die Ansichten wohl sehr unterschiedlich sein. Ich selbst bemühe mich wirklich nach Leibeskräften, hier niemanden als Person anzugreifen. Dass mir dies womöglich nicht immer gelingt, möge man mir nachsehen. Dort wo ich Leuten unabsichtlich "auf die Füße getreten" habe, bitte ich um Entschuldigung, und das ist durchaus ehrlich gemeint.


    Ich werde mich jetzt aber - und das ist ein Versprechen - bis morgen aus dem Thread heraushalten, so dass alle anderen noch reichlich Zeit und Gelegenheit haben werden, so richtig über mich herzufallen. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Mephisto
    Unabhängig von der Meinung in der Sache finde ich Deine Polemik schwer erträglich.


    Es ist gut und richtig, dass solche Schwätzer und Blender wieder auf ihr Normalmaß zurechtgestutzt werden, denn ansonsten ist mit solchen Leuten kein Auskommen. Als Vorgesetzte sind sie i. d. R. unerträglich, weil sie von anderen Perfektionismus und Loyalität fordern, selbst aber weder das eine noch das andere einlösen.


    Warum soll man also solche Leute nicht durch den Kakao ziehen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet? Die tun für ihre eigene Karriere doch nichts anderes; sie tun es im allgemeinen nur hinterrücks oder aus einer höheren Position heraus und verschanzen sich dabei gerne noch hinter der Ausrede des "Sachzwangs", weil zu ihrem Mangel an Loyalität auch noch ein gewisses Maß an Feigheit gehört. Man braucht sich nur anzusehen, dass "von und zu" bei seiner Pressekonferenz keinem Journalisten in die Augen geschaut hat, dann weiß man - in Ergänzung zu seiner übrigen Körpersprache - dass seine Erklärung heute morgen nichts weiter war als eine faustdicke Lüge.


    Respekt vor solchen Leuten? - Sorry, aber dazu sehe ich nicht den mindesten Anlass.



    bernbayer: Du hattest doch versprochen, mich auf Deine Ignorierliste zu setzen. Da kannst Du meine Beiträge doch gar nicht mehr lesen... :D

    Zitat

    Original geschrieben von laudanum
    Allein schon dieses alberne Herumreiten auf seiner adeligen Herkunft, diese ganzen unsinnigen Titulierungen, schrecklich! :(


    Das ist doch noch gar nichts! Lies einfach mal, was die BBC, die wohl sicherlich über dem Verdacht parteipolitischer Taktiken stehen dürfte, dazu berichtet:

    Zitat

    German 'plagiarism' minister Guttenberg drops doctorate
    [...]
    But on his return, he cancelled a trip to an election rally in Saxony-Anhalt, shortly before he was due to give a speech.


    Instead, he was called to an evening meeting with Mrs Merkel in Berlin to discuss the swirl of allegations which has led to the ZDF television website dubbing him "Zu Copyberg", Financial Times Deutschland naming him "Baron Cut-and-Paste", and Berlin daily Tageszeitung nicknaming him "Zu Googleberg".


    [small]Quelle und kompletter Text: http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-12504347[/small]


    Ganz ehrlich: "Freiherr von und zu Googleberg" gefällt mir am besten! :top: :D