Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von bernbayer
    Bei einem Kommentar des "SPD-Hofblatts", "Die Zeit" da weiß man doch sofort welche Absicht dahinter steckt. Das überzeugt nicht, plumpe Polemik, mehr ist das nicht. Wäre genauso wenn man sich uf einen Kommentar des "Bayernkurier berufen würde.


    Das ist so nicht richtig. Der "Bayernkurier" wird von der CSU als offizielle Parteizeitung herausgegeben, da ist es völlig klar, auf wessen Seite dieses Blatt steht. Vergleichbar damit ist bei der SPD keinesfalls die Zeit, sondern das offizielle Parteiblatt "Vorwärts."


    In den aktuellen Online-Ausgaben BEIDER Parteizeitungen steht zum "Fall Guttenberg" übrigens rein gar nichts.


    Die Zeit gilt definitiv nicht als ein SPD-Blatt (auch wenn Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt zu den Herausgebern zählt), sondern als liberal, in der politischen Ausrichtung als ausgewogen und vor allem: an das Bildungsbürgertum gerichtet. Kann es sein, dass Du diese Zeitung deshalb nicht magst? :D

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    Original geschrieben von NokiaFreakDD
    Ich mag Nokia, bis vor 2 Jahren hatte ich nie einen schlechten Gedanken an die Finnen gehegt, aber in letzter Zeit überwiegt einfach der Frust welchen ich dann eben so "ablassen" möchte.


    Kein Thema, mach einfach Deinen eigenen "Ich bin von Nokia gefrustet"-Thread auf, da kannst Du alles reinschreiben, was Dir an Negativem einfällt. Aber bitte nicht hier, hier geht's um WP7 als OS für Nokia-Smartphones.

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    Original geschrieben von ingo74
    ich frage mich die ganze zeit, wieso er soviel plagiatsstellen in seiner arbeit hat, bzw. AUS WELCHEM GRUND er diese nicht gekennzeichnet hat - denn wenn er die einfach gekennzeichnet hätte, wäre alles in ordnung, also - warum hat er diese stellen nicht kenntlich gemacht, ~1.300 andere aber schon..??


    Nein, wenn sich herausstellt, dass man eine Doktorarbeit anfertigt, die zu einem Großteil nur aus (wenn auch kenntlich gemachten) Versatzstücken besteht, dann stellt das eben keine wissenschaftliche Leistung im Sinne der Promotionsordnung dar, bietet keine Lösung einer wissenschaftlichen Frage und führt keinesfalls zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hier einmal ein Auszug aus der Promotionsordnung der Uni Bayreuth, die Guttenberg mit einer sogen. Ehrenerklärung anerkannt hat:


    Kurzum: wenn eine Dissertation den Anforderungen der Promotionsordnung der Universität nicht genügt, an der sie eingereicht wurde, darf man dafür auch keinen Doktortitel vergeben bzw. muss ihn nachträglich aberkennen. Im Fall Guttenberg ist der Fall mehr als eindeutig. Wer sich hier gegen jede Logik sperrt und als Hardcore-Guttenberg-Fan bereit ist, die lendenlahme Ausrede zu akzeptieren, dass auf (bislang!) 270 von 400 Textseiten nur rein zufällig und ohne Täuschungsabsicht ohne Hinweise aus anderen Werken übernommen wurden, der glaubt bestimmt auch, dass es nur eine Frage sorgfältiger Planung bei der Auswahl der Lottoscheine und des Stiftes ist, wenn man im Lotto dreimal hintereinander einen Sechser mit Zusatz- und Superzahl hat. :D


    Übrigens: wenn man einen Text wörtlich übernimmt, dann reicht es nicht, einen kurzen Hinweis auf die Quelle anzuhängen. Dann muss man diese wörtliche Übernahme auch als Zitat deutlich machen, damit der Leser den vollen Umfang des wörtlichen Übernommenen einschätzen kann. Meine Güte, Guttenberg befand sich doch nicht in einem Proseminar, in dem man Studienanfängern das ABC des wissenschaftlichen Arbeitens erst noch beibringen musste. Er befand sich in einem Promotionsverfahren, und da kann man Ausreden wie "vergessene Anführungszeichen" beim besten Willen nicht mehr gelten lassen, vor allem nicht in einem derartigen Umfang. Wenn man in einem derartigen Umfang fremden Text wie eigenen darstellt wie in Guttenbergs Dissertation, nämlich vor allem, um ganz offenkundig zu überspielen, dass man nur herzlich wenig eigene geistige Leistung in seiner Dissertation anzubieten hat (nicht einmal die Einleitung stammt aus seiner Feder!), dann geschieht so etwas weder unabsichtlich noch zufällig. Sorry, aber derartige Zufälle in derartig gehäufter Form gibt es einfach nicht. :rolleyes:

    @ NokiaFreakDD und only_the_best: Schön für euch, aber wenn jetzt jeder TT-User, der vorhat, sich kein Nokia-Telefon mehr zu kaufen, jetzt mit der Ankündigung seines Entschlusses diesen Thread vollmüllt, können wir jede weitere Diskussion über das eigentliche Thema des Threads sofort einstellen und einen Mod. bitten, hier abzuschließen... :rolleyes:

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Ja es mag sicherlich unwahrscheinlich oder unplausibel sein, dass reicht aber noch lange nicht hin um hier zu dem unumstößlichen "Urteil" zu gelangen KT habe wissentlich beschissen.


    Es geht hier auch nicht um ein unumstößliches, für Guttenberg verbindliches "Urteil," denn das wird in der Tat nicht von diesem Forum gefällt.


    Hier geht es um den Ausdruck der persönlichen Meinung, und da müssen wir m. E. bei der Formulierung derselben wohl kaum dieselben Maßstäbe anlegen wie an das Urteil eines Gerichts.


    Und wie schon geschrieben: es geht wohl kaum noch um die Copy&Paste-Dissertation, sondern mittlerweile um Guttenbergs Umgang mit dieser Angelegenheit. Wenn man zu dem Schluss gelangt, dass er sich durch sein hartnäckiges Abstreiten "bewusster Täuschung" (gibt es eigentlich auch "unbewusste Täuschung"; ich war bislang der Ansicht, ein Täuschungsmanöver setzt Absicht voraus, sonst handelt es sich um einen Irrtum) zunehmend unglaubwürdig macht, dann ist das natürlich auch "nur" eine persönliche Meinung, und kein rechtsverbindliches Urteil. Denn Glaubwürdigkeit ist auch bei einem Politiker in einer solch hohen Führungsposition wie der des Verteidigungsministers nun einmal nicht einklagbar. ;)

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    So wie z.B. bei einer Strafanzeige wg. möglicher Verstöße gegen das Urheberrecht?


    Ja, z. B. Bevor man also die Aussage treffen darf, Guttenberg habe sich des Urheberrechtsverstoßes strafbar gemacht, muss er deswegen erst rechtskräftig verurteilt worden sein.


    Um dagegen auszusagen, er habe bei seiner Dissertation in großem Umfang abgeschrieben (siehe verlinkte Grafik von Gutten Plag Wiki), muss man keine rechtskräftige Verurteilung abwarten.



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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Sicherlich, es ist dabei aber immer noch ein wesentlicher Unterschied ob ich für mich anhand irgendwelcher Zahlen entscheide: "Ja der KT hat abgeschrieben" oder ob man Aussagen tätigt, die KT beschuldigen das ganze wissentlich und mit entsprechender Täuschungsabsicht getan zu haben. Denn dass lässt sich aus irgendwelchen Zahlen lediglich annehmen oder vermuten, aber keinesfalls beweisen.


    Schau Dir einfach mal die Menge an deckungsgleichen Texten in der Dissertation und den dazu aufgeführten Originalquellen auf Gutten Plag an. Wer da noch behauptet, in einem derartigen Umfang könne man unwissentlich und ohne die Absicht, fremdes geistiges Eigentum als sein eigenes auszugeben, abschreiben, der hat ganz offenkundig noch niemals eine eigene wissenschaftliche Arbeit verfasst und sperrt sich außerdem gegen jede Form von Logik. Es ist angesichts der Komplexität von Sprache (und besonders der deutschen) schlechterdings unmöglich, dass seitenweise Texte, die Autor A als seine eigenen ausgibt, nicht nur inhaltlich, sondern über weite Stellen sogar wortwörtlich deckungsgleich mit denen von Autor B sind, der seine Texte allerdings zu einem früheren Zeitpunkt verfasste.
    In einem derartigen Umfang kann man als universitär geschulter Autor eines Werks mit wissenschaftlichem Anspruch auch keine Fußnoten und Literaturhinweise "vergessen" und sich dann auf Irrtum berufen. Das ist dermaßen unglaubwürdig, dass man damit allerhöchstens jene zu täuschen vermag, die noch niemals eine Universität von innen gesehen haben.

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Die derzeit bekannten Details legen einen derartigen Schluss zwar durchaus nahe, aber wie auch eine große Tageszeitung (nein nicht die Blöd) schon schrieb: Auch für einen Verteidigungsminister gilt zunächst die Unschuldsvermutung.


    Moment mal, die Unschuldsvermutung gilt gesetzlich nur bei strafrechtlich relevanten Vorwürfen.
    Plagiarismus bei der Dissertation ist nicht strafbar, sondern nur unwissenschaftlich. Den Punkt, an dem man noch verschämt von "falschen Zitaten" oder "vergessenen Fußnoten" sprechen könnte, haben wir angesichts der auf GuttenPlag bereits zusammengetragenen Belege doch wohl schon längst hinter uns gelassen. Was die Uni Bayreuth angeht, so liegt bei ihr nur das Recht, Guttenberg seinen Doktortitel abzuerkennen. Das Monopol auf die Definition von Plagiarismus liegt dagegen durchaus nicht bei ihr, darüber kann sich wohl jeder selbst ein Urteil bilden.



    [small]Quelle der Grafik: "GuttenPlag Wiki"[/small]



    Selbst als Politiker die Öffentlichkeit zu belügen ist übrigens keine Straftat, sonst müssten für unsere "Führungselite" die Gefängniskapazitäten dieses Landes wohl beträchtlich erweitert werden. :D

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    Original geschrieben von ingo74
    [...]aber ein solch lautes geschrei darüber zu veranstalten ist mmn völlig überzogen und zeigt eigentlich wie schwach die opposition ist, sonst wäre dieses thema nie dermaßen hochgekocht und würde sich nicht solange halten...


    "Das Thema" - es ist erstaunlich, wie undifferenziert Apologeten oftmals ihre Rechtfertigungen verfassen. ;)


    "Das Thema" ist mittlerweile nicht mehr Guttenbergs Copy&Paste-Dissertation, sondern der Umstand, dass er offenbar glaubt, die Öffentlichkeit täuschen zu dürfen.


    Findest Du es allen Ernstes für übertrieben, wenn man ausgerechnet von einem Politiker, der für sich reklamiert, Offenheit, Transparenz und hohe moralische Ansprüche in der Politik zu verkörpern, nun erwartet, dass er diesen selbst propagierten Ansprüchen auch gerecht werden möge? Möchtest Du Dich allen Ernstes gerne von einem Bundesminister täuschen lassen bzw. empfindest Du es als völlig normal, dass ein Verteidigungsminister die Öffentlichkeit sehr offensichtlich belügt?


    Wie schwach die Opposition ist, steht hier nicht zur Debatte; hier geht es um Guttenberg und seine offenbar weiter abnehmende Glaubwürdigkeit. Er selbst ist doch dabei, seinen Ruf durch offenkundig falsche Aussagen vor der Öffentlichkeit zu ruinieren. Wie gesagt, die Behauptung, es sei anders herum, ist eine Umkehr von Ursache und Wirkung: Nur wer abschreibt ohne zu zitieren, kann auch des Plagiarismus überführt werden. Nur wer täuscht und die Unwahrheit sagt, kann auch der Täuschung und der Verbreitung der Unwahrheit überführt werden.


    Anders gesagt: die Opposition mag schwach sein. Aber moralisch gesehen ist Guttenberg offenbar noch viel schwächer. Sonst hätte er endlich mal "das Kreuz," seinen Fehler einzugestehen, seinen Titel abzulegen und um Entschuldigung zu bitten, statt bei der offenkundigen Unwahrheit zu bleiben und damit herauszufordern, dass man die Sache immer weiterverfolgt. Die Medien verhalten sich in dieser Hinsicht übrigens absolut vorhersehbar, und wenn Guttenberg noch lange so weitermacht wie bisher, dann wird auch die BILD sich irgendwann dem kritischer werdenden Tenor im Blätterwald anschließen. Und wie man dieses Vierbuchstaben-Boulevardblatt kennt, wird der Wechsel von "Hosianna" zu "Kreuzigt ihn" sehr drastisch ausfallen.