Ich bleibe dabei, das bei Verzehr in der Gastronomie in den Räumen bei Nichterhebung des Pfandes keine Ordnungswidrigkeit vorliegt.
Es soll ja Discotheken geben (ich war zwar schon lange nicht mehr dort) die verkaufen ja z.B. dem Gast eine Dose bzw. Flasche Red Bull für z.B. 6 Euro. Diese Dose hat zwar ein Pfandzeichen, aber was damit passiert, interessiert niemanden. Kommt der Gast jetzt mit der Dose zur Theke und will die abgeben, bekommt er, ebenso wie in der Bahn, vermutlich nichts zurück.
Im örtlichen Edeka passierte vor einiger Zeit folgendes: Alle "normalen" Red Bull Dosen wurden durch "Plastik" Red Bull Dosen ersetzt, damit der örtliche Edeka keine Einweg Dosen aus Blech zurück nehmen mußte! Durch den Einsatz der Plastik Dosen mußten weiterhin nur Plastik-Einweggebinde, so wie bei Aldi und Lidl auch zurückgenommen werden. Und auf das Geschäft mit den Red Bull Verkäufen wollte man offenbar nicht verzichten. Also ab da RB aus der Plastikdose! Dies war etwa 2 Jahre her, mittlerweile führt Edeka aber wieder die normalen RB Dosen und nimmt auch Cola Dosen, obwohl er sonst gar keine Dosen außer RB verkauft, zurück. Ob freiwillig oder warum auch immer weiß ich nicht.
Ich kenne zahlreiche Gastronomiebetriebe, die ja auch Tafelwasser auf einem Tablett mit einem Glas und einer Flasche dazu servieren. Von Pfand habe ich da noch nie etwas gemerkt. Meistens wird erst nach dem Verzehr und nach dem Abräumen des Geschirrs durch den Kellner bezahlt, und ich glaube nicht, das es teuerer wird, wenn die Pfandflasche nicht mehr da ist!
In Ludwigshafen gibt es einen Gastronomiegroßhandel, der italienisches Tafelwasser in pfandfreien Flaschen an die Gastwirte verkauft! Dies wiederum halte ich für bedenklich. Außerdem ist der Pfandsatz bei weitem nicht überall gleich. Im Großhandel bzw. bei Getränkelieferungen an Gastwirte wird zu dem Pfand die 19 % MwSt verlangt, gibt man die Flaschen jetzt im Einzelhandel ab, büßt man etwa 19 % ein, umgekehrt könnte man jedoch auch Gewinn machen!
Auch im Einzelhandel gibt es Unterschiede. In den meisten Geschäften ist im Pfandbetrag eine Mehrwertsteuer von 19 % enthalten, ich hatte vor Jahren aber schon REWE bzw. Penny Pfandabrechnungen, da war das Pfand umsatzsteuerfrei! Gemüsekisten bei der Metro haben 7 % MwSt auf Pfandbetrag.
Und dann gibt es ja noch die Einwegflaschen mit mehr als 3 Liter, die unterliegen nicht der Pfandverordnung. Interessant also die 3005 ml Flaschen, die zahlreiche Sonderpostenmärkte führen (und überhaupt nicht schmecken).
Für den Normalbürger vermutlich uninteressant, aber für Wirte durchaus interessant.
Ich mache seit Jahren für diverse Gastwirte die Buchführung und habe jedes Jahr in der Bilanz Verluste von weit mehr 100 Euro allein an Leergut. Dies ist nicht mit Bruch oder "Rechenfehlern der Wirte bei Kauf von Getränken im örtlichen Supermarkt" zu erklären. Diese Flaschen werden einfach von Gästen mitgenommen! Und das sind keine großen Gaststätten, jedoch wird viel Flaschenbier verkauft.
Ich kaufe mir trotz teilweise guter Großhandelsangebote meine Cola Dosen lieber im Real oder Netto wenn diese im Angebot sind, zwar sind diese 1-2 Cent teuerer als in der Metro, etc., aber ich würde bei jeder gekauften Cola Dose fast 5 Cent Pfand einbüßen, wenn ich diese in der Metro kaufe und im normalen Einzelhandel abgebe. Oder ich horte die Dosen über Monate, bis ich wieder in Großmarkt komme. Dazu habe ich aber weder Lust noch Platz. Außerdem würde man ja die Zinsen bei einer längeren Kapitalbindung einbüßen!
Also Ihr seht, wir können hier stundenlang über Centbeträge schreiben, aber in der Summe kann es bei dem einen oder anderen durchaus zweistellige Eurobeträge im Monat ausmachen!
Gruß Boris