Zitat
Original geschrieben von Benz-Driver
Noch was:
ZITAT:
Einwände
Wenn du wie Frau Savant der Meinung bist, dass der, der umwählt bessere Chancen hat, dann widerlege folgende Einwände:
Wenn ich das starke Gefühl habe - und das täuscht selten - , dass das Auto hinter "meiner" Tür ist, warum sollte ich dann dem Rat folgen und umwählen? Denn wenn mein Gefühl dann doch Recht hat, würde ich mich fürchterlich ärgern!
[Tipp: Erst denken/fühlen, dann wählen!]
Zwei Kandidaten A und B wählen: A wählt 1, B wählt 2, Spielleiter öffnet 3. Wieso sollte wechseln (für beide) jetzt günstiger sein?
Nach dem Öffnen der Tür kann sich ein Kandidat nicht entscheiden, traut auch Frau Savant nicht recht. Deshalb wirft er die Münze, um zu entscheiden welche Tür er wählen soll. Der Wurf entscheidet also zwischen den Varianten wechseln und nicht wechseln. Der Kandidat gewinnt mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%. Deshalb sind beide Varianten gleichwahrscheinlich.
Der Kandidat wählt die Tür 1. Nun gibt es vier Fälle:
Fall i ii iii iv
Auto hinter Nr. 1 1 2 3
M öffnet Nr. 2 3 3 2
Richtige Strategie NW NW W W
Also stehen die Chancen fifty-fifty!
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Benz-Driver:
Woher Dein Zitat stammt ist leider nicht nachprüfbar, aber auch der 4-Fälle-Einwand, bei dem Du aufhörst zu zitieren, wird auf einer der von SpeedTriple gelinkten Seiten IMHO sauber widerlegt und zwar mittels eines Wahrscheinlichkeitsbaums. Die 4 Fälle haben nicht alle die gleiche Wahrscheinlichkeit und es ergibt sich wieder 1/3 für Nichtwechseln und 2/3 für Wechseln. Aber sieh' selbst, hier nochmal der Link, ganz unten nach der Simulation.
Auch die etwas darüber zur 2/3 Wahrscheinlichkeit abgebene alternative Begründung sollte nachvollziehbar sein, darum zitiere ich sie nachfolgend:
Zitat
Alternative Begründung: Angenommen, es gibt zwei Kandidaten A und B. A bleibt immer bei der ersten Tür, B wechselt nach der Intervention des Moderators zur verbleibenden dritten Tür. Das Experiment findet 999-mal statt. Was geschieht? Da A sich vom Moderator nicht beeinflussen läßt, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach um die 333 Autos gewinnen. Doch wo bleiben die fehlenden 666 Autos? Sie können nur von B gewonnen sein. Somit hat B doppelt so viele Autos wie A gewonnen, also ist hinter der verbleibenden Tür tatsächlich mit doppelter Wahrscheinlichkeit ein Auto anzutreffen.
Und auch Deine Aussage, daß Wahrscheinlichkeiten kein "Gedächtniss" hätten, stimmt IMHO so nicht, denn in der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist auch der Begriff der "bedingten Wahrscheinlichkeit" zu finden. Wie das "Gedächtnis" im vorliegenden Fall funktioniert, ist auf der ersten von SpeedTrible verlinkten Seite klar und nachvollziehbar beschrieben, daher zitiere ich diese Passage auch:
Zitat
...
Es gibt also 2 Türen, hinter einer ist eine Ziege, hinter der anderen ist ein Auto. Da ist die Chance jawohl 50:50, oder auch einhalb, jedenfalls gleich groß. Oder etwa nicht?
Das Problem so zu formulieren, entspricht nicht der Situation. Wir stehen nicht einfach plötzlich vor zwei Türen, die Ziege und Auto verbergen. Wir hatten ursprünglich 3 Türen zur Auswahl. Jede dieser 3 Türen birgt mit Wahrscheinlichkeit 1/3 das Auto hinter sich. Die Wahrscheinlichkeit, daß das Auto hinter Tür 1, 2 oder 3 steht, also überhaupt da ist, die ist gleich eins. Wenn wir uns nun für eine Tür entscheiden, befindet sich mit Wahrscheinlichkeit 1/3 das Auto dahinter. Hinter den anderen beiden zusammen befindet es sich dann mit Wahrscheinlichkeit 2/3. Um diese beiden Türen dreht sich nun alles. Der Moderator öffnet eine der beiden und zeigt uns die Ziege. Mit Wahrscheinlichkeit Null befindet sich dort also das Auto. Aha! Hinter beiden war das Auto mit Wahrscheinlichkeit 2/3. Hinter einer davon ist es aber nicht. Die zweite der beiden Türen saugt gewissermaßen die Wahrscheinlichkeit der nicht mehr in Frage kommenden Tür auf sich auf, und mit Wahrscheinlichkeit 2/3 befindet sich hinter dieser nun das Auto, schließlich muß die Gesamtwahrscheinlichkeit, daß das Auto da ist, genau eins sein.[*] Es lohnt sich also zu wechseln. Wir verbessern unsere Trefferwahrscheinlichkeit immerhin um den Faktor zwei von 1/3 auf 2/3.
Du mußt also die Gesamtwahrscheinlichkeit von W = 1 auf 3 Türen verteilen, das ist die Ausgangssituation, und Du Benz-Driver verteilst bei Deinen Überlegungen diese Geamtwahrscheinlichkeit nur auf 2 Türen, das ist der Denkfehler.
Zurück zur Situation: Durch das öffnen der Tür ohne Auto durch den Moderator kommt es in der Spielsituation zu einem Informationsgewinn in der Form, daß man nun aus 3 Türen eine definitiv ausschließen kann, hinter der sich das Auto verbirgt, diese hat somit Wahrscheinlichkeit W = 0, aber erst zum Zeitpunkt des Öffnens (vorher war die Wahrscheinlichkeit für diese 1/3). Von der ersten Tür weiß man, daß sich das Auto dahinter mit W = 1/3 verbirgt (und nicht mit W = 1/2, denn das Auto wurde plaziert als noch alle 3 Türen "unangetastet" waren), bei der Gesamtwahrscheinlichkeit von W = 1, ergibt sich (nach dem Öfnnen der zweiten Tür) für Tür 3: W = 1 - 0 - 1/3 = 2/3.
Gruß
muli