ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von malinfo
Eines vorweg ; ich bin alles andere als ein freund des gdl-chef-ossis noch der bahn an sich. Aber was in diesem land -- nicht zum ersten male -- an anti-streikende-hetze abgeht, finde ich einfach nur zum würgen. Man könnte meinen, das ganze volk bestünde (mit ausnahme der streikenden) nur aus arbeitgebern.
Bist du etwa auch einer von denen, wie all die anderen anti-eisenbahner-hetzer, die anderen gerne nahelegen, sich doch an denen (nach UNTEN) zu orientieren, denen es (noch) schlechter geht, aber selbst sich natürlich gerne an denen (nach OBEN) orientieren, denen es besser geht ?
Also die typische manager-krankheit : den gewöhnlichen arbeitnehmern am liebsten indische konditionen aufzwingen, für sich selbst aber us-amerikanische managervergütungen fordern ?
Oder biblisch gesprochen : anderen wasser predigen, aber selbst wein saufen ?
Diese ganze anti-streik(ende)-hetze ist eine wirklich brechreiz auslösende neid-debatte.
Die einen hetzen, weil sie neidisch sind auf die eisenbahner, denen es besser geht als ihnen selbst,
die anderen hetzen, weil sie durch streiks in ihrer eigenen bequemlichkeit gestört werden (und sie auf das fußvolk, zu denen sie auch die eisenbahner zählen, arrogant herabblicken).
Streiks haben es nunmal an sich, daß auch unbeteiligte dritte darunter zu leiden (?) haben. Ein streik wäre ein zahnloses instrument, wenn er niemandem weh täte.
Warum wohl ist D das einzige (!) oecd-land mit sinkenden reallöhnen ? Weil die arbeitnehmer so schwach organisiert und so streikUNfreudig sind wie in keinem anderen land.
Die unerträgliche anti-streik-hetze, bei der zu meinem entsetzen sogar so gut wie alle journalisten mitmachen, ist nichts anderes als eine besonders perfide ausprägung der deutschen geiz-ist-geil-mentaltöt : alle anderen sollen möglichst wenig verdienen, man selbst will aber natürlich möglichst viel verdienen. Wie bitte soll so eine perverse geisteshaltung -- allen anderen möglichst nichts, für sich selbst möglichst alles -- funktionieren ?
Merkt Ihr denn nicht, mit welchem erfolg die arbeitgeberseite seit jahrzehnten ein klima der missgunst innerhalb der arbeitnehmerschaft schürt, was zu einer weitestgehenden entsolidarisierung der gesellschaft geführt hat und weiterhin führt ?
Zu einem ekligen klima, in dem immer mehr menschen anderen nichts gönnen ?
Oder sind hier nur arbeitgeber und leitende angestellte ohne soziales denken für's "niedere volk" unterwegs ?
Es waren doch die arbeitgeber, die die aufsplitterung in viele einzelgewerlschaften sogar begrüßten und förderten, in der hoffung und erwartung, dadurch als großer arbeitgeber nur noch relativ kleinen gewerkschaften gegenüber zu stehen. Bei der bahn fliegt der arbeitgeberseite dieses konzept jetzt GsD endlich 'mal um die ohren. Oder hat schon jemand gehört, daß sich die arbeitgeberseite freiwillig in immer kleinere einheiten aufsplittet ?
Warum wohl tun die arbeitgeber das nicht ?
Großartiger Post! Müsste man auf jeder Seite nochmals voll zitieren, auch wenn das die Massenverblödung nicht weiter eindämmen wird... :top: