Beiträge von Andreas24

    Wir reden in der Tat etwas an einander vorbei ;)


    Weder Atommeiler noch große Kohlekraftwerke sind dafür gedacht, kurzfristig runter- oder hochzufahren - zumindest nicht volle Pulle.


    Ich bezog mich da mehr auf Deine Aussage, man könne Windparks schnell abschalten. Die passiert praktisch so gut wie gar nicht, da Strom der nach dem EEG eingespeist wird, vorrangig abgenommen werden muss.
    Insofern müssten entsprechend erst alle großen Kraftwerke eingesenkt werden, bevor man an die EEG-Anlagen rangeht.


    Die Preiskomponente finde ich da jetzt etwas verwirrend :confused:
    Der Strompreis nach EEG ist fix und nicht mit irgendwelchen Börsenprodukten zu vergleichen.
    Im Klartext heißt das, dass Windstrom nachts genau so teuer ist wie tagsüber.

    Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Kohle und Atom sind dafür ebensowenig geeignet. Eigentlich noch weniger. Ein Windkraftwerk kann man mal eben aus dem Wind drehen. Und im Bedarfsfall wieder zurück. Ein Atomkraftwerk braucht im Vergleich Ewigkeiten, wenn es wieder hoch gefahren werden soll. Überlegt mal, warum es Nachtspeicheröfen gibt. Irgendwo muss der ganze Atomstrom nachts ja hin.


    Sorry, aber das ist aus praktischer Sicht Blödsinn.


    Ich verweise nochmal aufs EEG! Die Windparks fliegen momentan quasi per gesetzlicher Regelung erst zum Schluss raus.
    EEG-Strom und nach solchem werden heute fast alle Windparks vergütet hat bevorzugte Abnahme vor allen anderen Energieträgern. Wird der Strom nicht aufgenommen (und vergütet), hat der Anlagenbetreiber sogar ein Anrecht auf Schadensersatz gegenüber dem Netzbetreiber (...ausgenommen sind §13 Abs.2 Maßnahmen nach EnWG)


    Und selbst wenn es das EEG nicht gebe.
    Die Notwendigkeit des schnellen Regelns ergibt sich für konventionelle Kraftwerke eher nicht; diese könnte man zur Abdeckung der Grundlast eher durchlaufen lassen.
    Die (erhöhte) Regelnotwendigkeit entsteht ja gerade erst durch die steigende Windeinspeisung:
    Kommt hoher Wind auf, müssen konventionelle Kraftwerke runterregeln (falls die Lastsituation dies erfordert)
    Umgekehrt, müssen konventionelle Kraftwerke schnell hochgefahren, wenn Windstrom nicht in der Stärke erzeugt werden kann, wie er prognostiziert wurde...


    Daran wird auch keine Erfindung etwas ändern: Windeinspeisung ist hoch volatil und lässt sich nicht großartig im Voraus planen

    Terrawattstunden = Arbeit
    Terrawatt = Leistung (...und auf die kommt es viel mehr an!)


    Wie gesagt, es reicht nicht aus, dass allein die Arbeit kompensiert wird, sondern es geht vielmehr darum die Einspeisung in das Netz und die Last aus dem Netz synchron zu halten.


    Dafür braucht man Kraftwerke (egal ob grün oder konventionell), die sich auf den Punkt genau steuern lassen. Wind und Solar scheiden da naturgemäß aus.
    Was bringt ein Überschuss von Windstrom mitten in der Nacht, wenn so gut wie kein Verbrauch da ist?
    Umgekehrt wird ein Schuh raus: Was macht bei absoluter Windstille zur Höchstlastzeit?


    Es sei denn man erfindet "Zwischenspeicher" für Strom.
    Der erste dieser Art ist jüngst in Brandenburg in Betrieb gegangen.
    Auch hier wurde also schon was getan!


    Ich finde es wird im Rahmen des sinnvoll-möglichen mehr als genug getan. Es müssen sich halt alle Parteien vor Augen führen, dass es auf lange Sicht keine ultimative Lösung gibt, sondern alle 3 Energieformen gebraucht werden. Die Ziel dabei sind klar:
    Atomkraft: so sicher wie möglich und so wenig wie nötig! aber ohne geht es eben nicht.
    Fossile Brennstoffe: ebenfalls so wenig wie möglich; höhere Wirkungsgrade (KWK), Anreize zum Sparen (Zertifikate)
    Grüne Energie: so viel wie möglich, aber Versorgungssicherheit muss gewährleistet bleiben.

    Zitat

    Original geschrieben von Hamburger Jung
    Interessant ist, dass alle immer eine alternative Energiegewinnung fordern, aber diese alternative Energieerzeugung nicht vor seiner Haustür haben möchte.
    Denn wer will ein Kohlekraft werk als Nachbar oder ein Windrad in seinem Garten ?


    Neben der Energiegewinnung ist wie gesagt auch ein neuer Leitungsbau erforderlich. Hochspannungsmasten möchte (verständlicherweise) ebenfalls keiner vor der Haustür haben. Die sind aber dringend erforderlich, wenn man auf alternative Energien ausweichen möchte und auch hier sei noch mal auf den durchschnittlichen Fertigstellungszeitraum von 10 Jahren hingewiesen!!


    Es geht eben nicht von heute auf Morgen, sondern braucht eben seine Zeit :o

    Es geht beim Atomstrom übrigens nicht nur um den Preis, sondern um die Tatsache, dass ein EINZELNES Kraftwerk über 1.000 MW Leistung GARANTIERT rund um die Uhr zur Verfügung stellen kann.


    Eine On-Shore Windmühle hat im Schnitt 2 MW und kann keine garantierte Leistung zur Verfügung stellen.

    Zitat

    ... und wer dagegen protestiert demonstriert seine Dilletanz.


    ... und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein :D


    Du hast ja mit Deinen Ausführungen recht, aber deswegen kann man doch trotzdem gegen Atomstrom sein und sich für eine Weiterentwicklung einsetzen, die den Einsatz dieser Quelle möglichst reduziert, oder?



    und noch mal ganz Allgemein, auch weil es gestern so in den Nachrichten gesagt worden ist:


    Es ist Greenpeace NICHT gelungen in einer Nacht & Nebel Aktion den Turm zu besetzen, sondern man hat sie gewähren lassen!!!
    Kein AKW-Betreiber wird den Imageschaden auf sich nehmen und eine Gruppe "Naturschützer" gewaltsam abhalten.

    Sehr guter Vorschlag ;)
    ... und auch der findet immer mehr Beachtung; nicht nur bei Elektrizität, sondern vor allem beim Hausbau in Verbindung mit Heizen und Warmwasser.


    Allerdings würde ich hier auch mal (ganz subjektiv :D) einstreuen, dass das größte Einsparpotenial bei der Industrie oder im Handel liegt.
    Irgendwo bin ich mal über eine Statistik gestolpert, wie viel man allein Einsparen könnte, wenn alle Supermärkte die Kühl- bzw. Tiefkühlregale verkleiden. Einige machen das schon, aber in der breiten Masse, wird die kalte Luft in den ganzen Supermarkt gepustet.


    Das war nun das Wort zum Sonntag; schönen Abend noch ;)
    Andreas

    Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    Was ich immer noch nicht verstehe ist: Wenn man die umstellung von fossilen Energieträgern auf regenerative nicht in kurzer Zeit schafft (in dem Punkt gebe ich euch sogar Recht, das geht wirklich nicht), warum ist das ein Grund die Hände in den Schoß zu legen und gar nichts zu tun?


    Gerade weil die Umstellung Zeit braucht, ist es wichtig jetzt anzufangen mit der Umstellung.


    Die Hände werden ja nicht in den Schoss gelegt.
    Seit dem Jahr 2000 werden durch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und das KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) Milliarden(!) Euro in die Förderung der Erneuerbaren und der Kraft-Wärme-Kopplung (zwar nicht Grünstrom, aber höherer Wirkungsgrad) gesteckt.
    Diese Art der "Subention" ist beispiellos:
    - garantierte Abnahme, vorrangig vor allen anderen Energiearten
    - feste Vergütungssätze, die erheblich höher sind, als der Marktpreis.


    Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Letztverbrauch ist demnach seit 2000 von 3% auf 15% gestiegen.
    2008 wird gerade erst abgerechnet, aber da dürften wieder ein paar Prozentpünktchen draufkommen und in den kommenden Jahren wird dann auch noch der Off-Shore Bereich (also die Windmühlen auf See) auch noch dazukommen.


    Aber wie gesagt: Zumindest der Leitungsbau muss da mithalten! Das ist Grundbedingung. Was bringt es den ganzen Strom teuer zu vergüten, wenn die Leitungskapazitäten nicht ausreichen, diesen zu den Verbrauchern zu bringen?


    Dieses Angebot der Förderung wird auch angenommen! Alle 2 Jahre wird das EEG novelliert und die Erwartungen werden höher gesteckt. Momentan liegt die Durchschnittsquote bei ca. 18% (in einzelnen Monaten mal höher mal niedriger).
    Wenn es interessiert, der kann sich ja mal auf der Webseite vom BDEW schlau machen, da stehen die einzelnen Quoten für die letzten Jahre veröffentlicht.
    Bzw. der Link tut es auch. Ist die Plattform der 4 Übertragungsnetzbetreiber, die gesetzlich verpflichtet sind, dieses Gesetz umzusetzen.


    ... aber wo bleibt hierbei denn nun die Gegenantwort von Greenpeace??
    Atomkraft - zu gefährlich!
    Kohle - zu dreckig!
    ... soweit ist sich Greenpeace immer einig!
    Aber wo ist der Gegenvorschlag?


    insofern hat Hamburger Jung schon recht, wenn auch sehr drastisch formuliert.


    Natürlich haben die großen Netzbetreiber ein Problem! So schnell wie es manche Hardliner wollen, lässt sich die Infrastruktur nicht umstricken.
    Die Leitungen sind nunmal so ausgelegt, dass die Kraftwerke der Vergangenheit nah an den Verbrauchszentren gebaut worden sind.
    Heute muss der Strom meist von den Küsten in die fernen Ballungsgebiete gebracht werden. Wie soll das denn von heute auf morgen gehen?
    Der Bau einer Hochleitungstrasse dauert im Schnitt 10 Jahre!!!


    Ganz abgesehen davon, sind gerade mal Wasserkraftwerke und Biomasse einigermaßen verlässlich und planbar zu betreiben.
    Strom aus Solar- und Windeinspeisung sind heutzutage noch keine planbaren Erzeuger.


    Aber so etwas wird bei Greenpeace kategorisch ausgeblendet.
    Wäre das Thema nicht so ernst, dann würde ich diesen Ökos gerne mal freie Hand lassen und dann gucken wir mal was die Physik macht :D


    EDIT:
    Übrigens sind Naturschützer/Tierschützer gegen die Windkrafträder, weil da ja massenweise Vögel reinfliegen und sterben.
    Biomasse (Mais) ist natürlich gerade bei Entwicklungshelfern auf der roten Liste. Wir verfeuern hier das Futter der 3. Welt; sprich andere verhungern und wir gucken mit dem aus Mais erzeugten Strom "Big Brother"