Zitat
Ja gut, aber der jeweils ausgehandelte Preis für das Semesterticket ist ja nicht auf Verlust aus
... ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Du die Konsequenz richtig verstanden hast.
Das Semsterticket als solches wird nicht "isoliert" kalkuliert. Natürlich trifft man bestimmte Annahmen und Erwartungen, aber das viel größere Problem resultiert daraus, dass jemand aus dem "Normalnutzer-Pool" rausfällt.
Wenn 1 Vollzahler ausfällt und dafür 1 Student hinzukommt, dann merkt man es nicht!
Wenn 10 Vollzahler ausfallen und dafür 10 Studenten dazukommen -> auch kein Thema
Wenn 100 Vollzahler ihr Monatsabo kündigen und in die Studentengruppe wechseln, dann sind es pi mal Daumen schon 5.000 €/Monat an Einnahmen weniger. Im Jahr 60 Tsd. €; dem gegenüber stehen vielleicht Einnahmen von 20 Tsd. € (?? ist 100 € Beitrag pro Semester für die Fahrkarte realistisch??) Dann wären es knapp 40 Tsd. € die in der Kasse erstmal fehlen und das bei Unternehmen die jeden Cent 3x umdrehen müssen, um nicht in die roten Zahlen zu kommen.*
... und die wird sich das Unternehmen "woanders" herholen (müssen), da die Kosten nun mal gleich bleiben. Entweder zahlen die Studenten dann zukünftig mehr oder die normalen Preise werden angehoben, oder beides eben...
Das Problem ist, jeder oder die meisten sehen sich immer nur in der Rolle des "Einen", der ja nicht schlimm ist. Natürlich ist es kein Problem für Deinen Kumpel, wenn er so etwas macht; ist ja schließlich nur er und einer mehr oder weniger -> was macht das schon? Einen "Assi" füttert die Gesellschaft schließlich immer locker mit durch...
Aber irgendwann macht das System dabei die Grätsche. By the way: Ich habe selbst gesehen, wie sehr der Semesterbeitrag in 4 Jahren gestiegen ist und das Semsterticket war immer mit bei den Teuerungspositionen immer vorne mit dabei ... und zwar ordentlich - die Gründe mögen bestimmt vielfältig gewesen sein, aber der Punkt hier mag durchaus mit dazu beigetragen haben :flop:
* und an der Stelle auch noch mal die Brücke Richtung Energiewirtschaft:
Viele Kommunen, die noch über ein Stadtwerk verfügen, decken die Verluste der Verkehrsbetriebe, Schwimmbäder, etc mit den Gewinnen der Stadtwerke. Wer also in einer solchen Gemeinde/Stadt lebt und für "Gemeinwesen" etwas übrig hat, der sollte sich 3x überlegen, ob er wegen 20 € Preisunterschied im Jahr zu einem reinen Energieversorger á la Yello oder so wechselt, weil da geht der Gewinn in die Unternehmenskasse. Bei den Gewinnen eines kommunalen Energieversorgers kann sich der Bürger sicher sein, dass er von der Rendite insofern profitiert, dass andere Mängel ausgebremst oder zumindest "abgemildert" werden.