Also für jemanden, der noch nicht mal weiß, wie man Krise richtig schreibt, kennst Du Dich ziemlich gut aus
Den Unterschied zwischen einer Finanz- und Wirtschaftskrise kenne ich, allerdings geben sich die beiden meist die Klinke in die Hand, einen Aspekt, den Du bei Deiner theoretischen Trennung anscheinend komplett ausblendest, oder?
Während ich ein allgemein gültiges Statement abgegeben habe, hast Du Dir einen subjektiven Teilpunkt rausgegriffen (in dem Du auch Recht hast), aber Du verrennst Dich in genau ein Detail (Verschuldung), ohne sämtliche andere Faktoren zu berücksichtigen, die sowohl verstärkend dafür wirken können, aber eben auch dagegen.
Deine Theorie - sofern ich sie richtig verstanden habe (Du setzt ja scheinbar auf einen weiter steigenden Goldkurs oder sprichst Dich zumindest aufgrund von Verschuldung gegen eine fallende Tendenz aus) (starke Verschuldung -> schlecht für die Währung -> gut für den Goldkurs -> keine Änderung der Situation in Sicht (Verschuldung kann ja nicht verschwinden) -> also wird sich der Trend so fortsetzen -> Gold kaufen) ist letztlich sehr pessimistisch und blendet alle aber auch wirklich alle anderen Faktoren aus.
Es reicht doch, sich einfach allein für dieses Jahr mal das Euro/Dollar-Verhältnis anzuschauen. Der Euro wurde auch im Frühsommer schon mal abgeschrieben und hat aufgrund einer Dollarschwäche nur Wochen später als absoluter Gewinner dagestanden... Das hat doch gezeigt, wie sehr hier spekuliert wird. Das Spekulation manchmal überhaupt nichts mit der Realität zu haben, ist ja nun gemein hin bekannt.
Ich gehöre eben zu den Leuten, die glauben, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und deswegen fange ich jetzt auch nicht die Schwarzmalerei an, dass der Euro abgeschafft wird etc. pp. (Wissen tue ich es nicht, ich selbst halte es für unwahrscheinlich, aber es kann natürlich durchaus sein)
Und ohne, dass ich das Thema Verschuldung runterspielen will - ich habe mein leblang noch nichts anderes gehört als, "die Staatsverschuldung hat einen neuen Höchststand erreicht" ... und nun guck Dir mal einfach für die letzten 20 bis 30 Jahre die Charts von Gold, Euro, DM, Dollar etc. an. Dazu kommt noch, dass es keine starre Festlegung für den Beginn und das Ende einer Krise gibt, sondern, dass es sich hierbei um eine "Empfindung" handelt, die von der Mehrheit geteilt wird. Aber auch hier kann eben eine Gewöhnung eintreten oder neue Ereignisse, die das aktuelle "Leid" der Krise als weniger schlimm empfinden lassen..