Beiträge von DJ Wisdom

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    Original geschrieben von autares
    Klar, jemand ist Pleite, wenn er nicht mehr zahlen kann. Vor dem Bank Run war BS aber alles andere als illiquide und vor allem wesentlich mehr wert als 2$/s. Dass der Staat garantiert, liegt - so auch im WSJ Bericht dargestellt - daran, dass es ansonsten zu einer systemischen Krise gekommen wäre und JPM einfach nicht genug Zeit gehabt hätte für eine ordentliche Due Diligence. Glaubst du denn, dass Lehman Pleite ist? Nach dem Kurssturz von Montag müsste man dies auch annehmen. Stattdessen kommt es aber nicht zum Bank Run und Lehman kann den Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen. Der WSJ Bericht beschreibt die Entwicklung imho sehr gut: Es hat schlicht und einfach eine Kettenreaktion eingesetzt, an deren Ende niemand mehr BS Geld geben wollte - egal, ob alleine das HQ 1 Mrd. Wert ist oder nicht.


    Das einen Run gab ist keine Frage - trotzdem ist dem ja was voran gegangen. Es waren starke Gerüchte über Liquiditätsprobleme vorhanden, und eine Abstufung von Moodys kommt auch nicht ohne Grund (http://www.ftd.de/unternehmen/…ear%20Stearns/329179.html). Falls BS wirklich 17 Mrd. an Barreserven/Vermögen hat/hatte, wäre sicherlich eine andere Lösung erdacht worden als der quasi Ausverkauf an JPM. Die Absicherungskosten für BS Schulden steigen ebenso nicht einfach so.



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    Du meinst, eine Verstaatlichung würde Vertrauen schaffen? Dann schau dir einmal die Kommentare zur Rettung von BS durch die FED an. Absoluter Wahnsinn. Was soll dann erst passieren, wenn der Staat eine Bank übernimmt?


    Ich zitiere einfach:


    "Was wiederum die klassische Frage nach dem "Moral Hazard" aufwirft, dem moralischen Risiko: Legitimiert und finanziert der Staat so nicht auf Kosten des Bürgers die Fehler und Reinfälle der Wall Street? Zahlt die Main Street für die Wall Street drauf?


    Ein Dilemma für Bernanke: "Diese Art Krisenprävention muss immer die moralischen Kosten mit der Gefahr austarieren, dass gleich was passieren kann", sagte Princeton-Ökonom Alan Blinder der "New York Times". Mohamed El-Erian, der Co-Chef der Investmentfirma Pimco, formulierte es beim Wirtschaftssender CNBC so: "Ich teile die Sorge, dass die Regierung nicht in private Märkte eingreifen sollte. Doch welche Alternativen haben wir?" Michael Darda, der Chefökonom des Hedgefondsunternehmens MKM Partners, hat fast schon Mitleid mit Bernanke: "Es ist wirklich eine sehr hässliche Situation für die Fed." "


    Auelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542307,00.html



    Das bringt es sehr gut auf den Punkt. Ich bitte dich mich nicht falsch zu verstehen - ein Eingriff von staatlicher Seite ist auch für mich kein Mittel das man generell in Betracht ziehen sollte. Aber es bleibt einfach m. M. nach nichts anderes übrig. Ich behaupte, das die, die jetzt aufschreien die Situation nicht verstehen. Und falls es so weiter geht und weitere dunkle Wolken aufziehen (und danach sieht es schlicht aus, alle Fundamentaldaten deuten darauf hin) ist auch das (zeitweise) verstaatlichen einer Bank eine Option. Zur Not frisst der Teufel Fliegen.




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    Ich habe nichts gegen Interventionen - also Garantien, Bürgschaften etc. von Seiten des Staates - aber eine Verstaatlichung ist dann doch etwas ganz anderes. Vertrauen wird dann wieder entstehen, wenn der Markt sich im Gleichgewicht befindet.


    Und wie soll in einer Situation wie dieser solch ein Gleichgewicht entstehen? Es werden Reihenweise Händler und Banker abgewatscht, diese Parteien trauen sich gegenseitig nicht mehr. Wer soll den da bitte für Stabilität sorgen? Es muss jemand externes sein, so ungern das einige hören wollen. Wenn sich 2 Kinder streiten muss Papa ran und für Ruhe sorgen.


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    Gibt es eine systemische Krise, muss es sie wohl geben - die Banken und vor allem Aufsichtsbehörden müssen daraus lernen. Ackermann redet doch nur nach seinem eigenen Buch - was soll er auch sonst auch sagen?


    Und du denkst wirklich das sich Aufsichtsbehörden von heute auf morgen ändern? BaFin & Co? Ernsthaft?


    Und damit vertrauen erwecken?



    So sehr ich und viele andere Ackermann als arroganten, unsympathischen Ekel sehen - er versteht was von seinem Handwerk. Er könnte ebenso weiter für den freien Markt plädieren, Interventionen ablehnen und auf die sich in vielen Jahrzehnten gezeigten Selbstheilungskräfte verweisen. Aber scheinbar erkennt auch er das wir hier historische Ungleichgewichte haben die auch unbeliebte Schritte erfordern.


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    Die Panik bei den nächsten schlechten Nachrichten würde durch eine Zinssenkung von 100bps anders ausfallen? Da würden alle sagen, dass die FED die Zinsen ja um 100bps gesenkt hat, ist alles nicht so schlimm? Nein, stattdessen nähren diese schlechten Nachrichten die Hoffnung, dass es zu weiteren Senkungen kommt.


    Es hätte für mein Verständnis gezeigt, das die FED die Situation versteht und entsprechend handeln. Sicherlich, bisher hat sie bereits stark eingegriffen und viele (richtige) Maßnahmen in die Wege geleitet - aber nichtsdestotrotz ist eine Absenkung um 0,75 Punkte am unteren Ende der Skala.


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    Und reiner Tisch wird bestimmt nicht durch eine Verstaatlichung gemacht, sondern nur durch "Abstrafung" durch den Markt.


    Daran glaube ich nicht - nicht mehr. Nach der Krise ist vor der Krise - sobald sich, warum auch immer, die Märkte beruhigt haben, wird die Gier wieder überhand nehmen. Wenn Banken inzwischen nicht mehr Ihr eigenes Risiko verstehen, bzw. Papiere so stricken und weiterverkaufen, das niemand mehr durchblickt - glaubst du wirklich das nachdem MAs gefeuert und Vorstände ausgewechselt wurden plötzliche alle wieder logisch und menschlich agieren?



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    Und sorry, aber auch wenn du hier alles schwarz malst, aber das was du aufzeichnest ist nichts anderes als eine stinknormale Rezession - abgesehen von einer Panik, die durch die FED unterstützt wird. Wenn alle einmal etwas ruhiger und überlegter gehandelt hätten, wäre die Krise bei weitem nicht so panikartig verlaufen, wie sie es gerade tut.


    Sehe ich anders. Die Panik ist z.tl. nicht unbegründet. Wenn Banken inzwischen hunderte von Milliarden abschreiben, wenn in den USA inzwischen Häuser abgebrannt werden weil Schuldner nicht mehr die Raten zahlen können etc. usw. .


    Die USA ist jetzt in einer Rezession. Wo es noch hingeht steht noch offen. Und das sage ich als sonst ausgesprochen standhafter Optimist.



    Ich gehe mittelfristig von 1.60-1.70 beim Dollar aus.



    Au revoir...

    Der US-Staat gibt 30 Mrd $ um Risiken von BS zu decken - sonst wäre BS schlicht nicht mehr liquide gewesen. Wie definiert man Pleite sonst?


    Und einem CFO von BS traut glaube ich niemand mehr ;).



    Ich sehe übrigens keinen weiten Schritt von starken staatlichen Eingriffen (und nichts anderes hat Ackermann gefordert, den er glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes) zu der Verstaatlichung einer Bank / eines Investmenthauses. Sicher, objektiv mag das Welten voneinander entfernt sein - aber um Vertrauen zu schaffen, wäre das gar nicht mal schlecht.


    Niemand traut auch nur irgend jemandem mehr im Biz - wie willst du diese Situation lösen? Mein Ansatz wären massive staatliche Interventionen. Die wollte und will eigentlich niemand - aber doch werden sie gefordert, weil das Vertrauen einfach bei 0 ist. Wie hat es Ackermann schön gesagt - es ist das eingetreten, was sich niemand jemals hätte vorstellen können - eine Investorenblockade.


    Und diese wirst du erst lösen können, wenn irgendwo her vertrauen ins Geschäft kommt.




    Zur Zinssenkung: Ich halte das für psych. nicht wirksam genug. Viele haben mehr erwartet, morgen sind die GS & Lehman Zahlen schon News von Gestern, und bei der nächsten schlechten Nachricht (und die wird kommen) wird es wieder bergab gehen - und die Panik beginnt von neuem.


    Der US Wirtschaft geht es katastrophal - warum wird ständig, auch von FED Seite, nicht mal klar Tisch gemacht und das ausgesprochen was jeder vermutet/weiß?


    Nichts (bis auf den IT Sektor) läuft noch wirklich in den Staaten. Sei es der Energie, der Automobil, der Immobilienmarkt. Die Konsumenten geben immer weniger aus, die Zahl der Arbeitslosen wächst, immer weniger neue Stellen entstehen. Der Immobilienmarkt ist faktisch tot und wird Jahre brauchen sich wieder zu erholen, das platzen vieler Konsumentenkredite wird von vielen bereits am Horizont gesehen - was muss den noch passieren?


    Der Einfluss der FED und finanzpolitischen Maßnahmen ist eh limitiert - jetzt muss rein Tisch gemacht werden. Um das Vertrauen, und nur darum geht es (kann es nicht oft genug wiederholen), wieder aufzubauen.



    Au revoir...

    Stimme ich dir zu. Nur ist es von "Eingreifen" bis zum verstaatlichen kein langer Schritt :). Und wenn unser aller Lieblings-CEO schon um staatliche Eingriffe bittet...


    Auch stimme ich dir bzgl. der amerikanischen Kultur zu. Nur erfordern drastische Umstände drastische Mittel - das werden evtl. auch die USA erkennen müssen. Wie gesagt - die Verstaatlichung einer US-Bank ist ein absolutes Horrorszenario, und sicher das letzte aller Mittel.


    Zu deinem 2.ten Economist Link - auch da wird nicht genau erläutert wo den der Wert von BS herkommt. Nicht das ich dem Economist hier nicht glauben würde, aber als Wissenschaftler möchte ich Fakten sehen.



    Zum heutigen Tagesgeschäft: Ich traue dem ganzen bei weitem nicht. 0,75 Basispunkte sind m. M. nach zu wenig. Und auch wenn die Zahlen von GS und Lehman solide waren, glaube ich das wir höchsten 1/3 der ganzen Geschichte hinter uns haben. Von Konsumerkrediten etc. abgesehen, den da blühen uns noch ganz andere Dimensionen.


    Momentan bin ich absoluter Pessimist, und das Jahr 2008 hat mir da bisher allen Grund für gegeben.



    Au revoir...

    Siemens: Gewinnwarnung. Immer ein ganz übles Zeichen ;), v.a. wenn man vor kurzem (und hier ziehen sich parallelen zur Bankenkrise) was anderes verlautbart hat :D.


    Der Rest wird allgemeine Marktstimmung sein. Warum die Deutsche Börse 10% verliert kann mir auch niemand erzählen (und kommt mir nicht mit "aufgrund der Vorsicht der Anleger rechnet man mit geringeren zukünftigen Handelsvolumina").




    Au revoir...


    Das war an autares gerichtet, dein Posting kam dazwischen ;). Und meine Anmerkung mit den 14 Mrd. war ja auch mit einem Smiley versehen.


    Zum Aktienkauf von Löscher & Co: Hier kann man einsteigen. Wenn man im Geld schwimmt erst recht. Andererseits bleibe ich bei meiner Behauptung - es wird weiter runter gehen. Die Stimmung als auch die US-Fundamentaldaten sprechen dafür. Daher gilt mein Rat an euch - abwarten. Ob ihr den befolgt ist euch überlassen :D. Autares kann da sicher auch 1-2 Worte/Empfehlungen finden.



    Au revoir...

    Da hätte ich gerne bessere Quellen ;).


    Ein fast bankrottes UN (dein Link bestätigt diese Aussage ja) ist halt eben nichts wert. Vermögen hin oder her, sie waren nicht mehr liquide. Da reicht bloß die Tatsache, das man die Leute verarscht hat (und mehr hat man letzten Freitag nicht getan), und das Vertrauen ist bei 0.


    Und als traditionsreichste Investmentbank der USA sollte man das in der BS Chefetage wissen.



    Zu JPM: Warum sollte der Kurs auch nicht steigen? Sie übernehmen, wie du richtig sagst, eine sehr renommierte Broking-Abteilung einer sehr renommierten Investmentbank, filetieren sie momentan (http://www.manager-magazin.de/…kel/0,2828,542067,00.html) - und das alles zu einem Spottpreis. Mit 0 Schulden.


    Wer würde das nicht machen? Von daher ist der Kurssprung völlig verständlich.



    Nochmal zum Thema Regulierung. Ich weiß nicht ob das auf kurze Sicht wirklich erfolgreich wäre. Ein angedachte Verstaatlichung eines der großen Häuser wäre sicher keine dauerhafte Lösung, das wäre sicherlich eine deutlich straffere Regulierung. Aber auf kurze Sicht wäre alleine der psych. Effekt weitaus größer. Abgesehen davon, das ich mir nicht sicher bin, ob die neuen in den Chefetagen nicht ähnlich gestrickt sind wie die alten Sunnyboys, die ja alle nichts schlimmes verbrochen haben (http://www.manager-magazin.de/…kel/0,2828,540610,00.html).


    Mal schauen was sich da die Woche noch tut.



    EDIT: Es sind 14 Milliarden ;). Und du kennst ja die Binsenweisheit - "auf dem Parkett wird nicht die Gegenwart gehandelt, sondern die Zukunft". Und Siemens scheint wohl größere Probleme zu haben als sie bisher eingestanden haben, Schmiergeldaffäre mal außen vor.



    Au revoir...