Moin,
wenn ich diesen Flyer lese, wird die gesamte politische Diskussion um Möllemann lächerlich (die Finanzierung des Flyers ist eine andere Sache).
Unser Problem ist, dass wir der Meinungsbildung durch die Medien ausgeliefert sind.
Ein Politiker, der mit Journalisten seine Probleme hat, und sie mit ihm, wird nie in einem guten Licht dargestellt werden.
Wenn solche Menschen dann noch den Fehler begehen, sich in einer Weise zu äußern, die irgendwie mit dem 3. Reich in Zusammenhang gebracht werden kann, sind sie weg vom Fenster.
Jüngste Beispiele sind Däubler-Gmelin oder eben J.W.Möllemann, der ja auch den Fauxpas begangen hat, sich mit einem Journalisten (oder was auch immer), nämlich Herrn Friedmann, anzulegen, der zufällig nebenbei noch Jude ist.
Vor einigen Jahren mußte auch der damalige Bundestagspräsident Jenninger seinen Hut nehmen, weil er in einer Rede die damalige Begeisterung der deutschen Bevölkerung im 3. Reich für die Nazis als "Faszinosum" bezeichnet hatte.
Meiner Meinung gehen wir übersensibel mit unserer Vergangenheit um.
Ich denke, dass eine etwas objektivere Betrachtung der Dinge hilfreich wäre.
Wenn jeder Vergleich mit damals und Kritik an Personen jüdischen Glaubens oder deren Handlungen von vorn herein als nazistisch bzw. antisemitisch gewertet werden, schafft es Nährboden für Strömungen und Gedanken in unserem Land, die wir alle eigentlich vermeiden wollen.
Willi