Hallo,
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Original geschrieben von lart
Naja, die komplette Fixkostenerstattung war ja auch eher eine "Entwicklung" um Kunden zu gewinnen.
richtig - insbesondere Kunden die nur das Handy wollten und die Karte in die Schublade legten. Daß solche Modelle immer wieder mal angeboten werden zeigt, daß die Subventionen zu hoch sind.
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Bei 25€ je Vertrag mußt Du aber schon ne ganze Reihe schalten, denn immerhin hast du davon ja noch ne ganze Reihe Kosten zu bezahlen & willst ja auch noch davon leben.
Das kommt darauf an, wie viele Verträge man am Tag abschließen kann. Wenn einer nach dem anderen abgefertigt wird reichen 25 Euro pro Vertrag, wenn der Händler den ganzen Tag im leeren Laden steht, dann natürlich nicht.
Also mal überschlagen:
In Deutschland hat statistisch jeder Bürger eine aktive Handykarte, davon ca. 60% Prepaid. Unsere Kleinstadt hat ca. 30.000 Einwohner, macht ca. 12000 Laufzeitverträge. Der Einfachheit halber mal angenommen, jeder Vertrag wird nach 2 Jahren gekündigt und ein neuer abgeschlossen, so sind das 6000 Vertragsabschlüsse im Jahr mit ca. 300 Geschäftstagen. Macht 20 Abschlüsse je Tag, die sich auf ca. 10 Händler (Handyshops, Kaufhaus, Technikmärkte) verteilen.
Auf jeden Laden entfallen also statistisch 2 Vertragsabschlüsse pro Tag. Wenn man noch berücksichtigt, daß nicht jeder Vertrag nach 2 Jahren gekündigt, oft nicht einmal aktiv verlängert wird und ein Teil der Vertragskunden nicht in einen Laden geht, sondern die Onlineangebote nutzt, dürfte statistisch ein Vertragsabschluß je Handyshop und Öffnungstag realistisch sein.
Davon die Miete für den Laden und den Lebensunterhalt des Verkäufers finanzieren? Was sagt dazu der von Dir erwähnte gesunde Menschenverstand?
Frische Wurst braucht man alls 2-3 Tage, trotzdem kann sich in unserer Innenstadt kein einziger Metzger mehr halten, einen neuen Handyvertrag braucht man allenfalls alle 2 Jahre, trotzdem an jeder Ecke ein Handyshop, die Provisionen müssen irre sein, die Gesprächspreise folglich auch.
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Die Kunden sind aber an Goodies, etc. gewöhnt, also kommen sie nur zu Dir, wenn Du ihnen was bietest.
Wenn man versuchen muß von den 10 Kunden die täglich (in der Beispielstadt) einen Vertrag abschließen mehr als den statistischen Anteil von einem Kunden zu bekommen, dann ja. Ein Handyshop am Ort könnte auch ohne Lockvögel von täglich 10 Vertragsabschlüssen gut leben.
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Ich denke im Real-Life ist es mit der Nutzung von WKZ nicht so schlimm wie im Online-Handel, da hier der Wettbewerb einfach härter ist.
Klar, ein Wohnzimmerfeierabendbetrieb ist leichter auf die Beine zu stellen als ein Handyshop in der City und das Einkommen daraus ist nicht Hauptverdienst sondern Zusatzverdienst. Und der bekommt dann die gleiche fette Provision wie die arme S** die den teuren Laden in der Stadt davon finanzieren muß.
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Aus Kundensicht würde es mit Sicherheit nicht mehr so preiswert (bei der Hardware) bleiben.
Dafür würde die Nutzung des Handys so billig, daß sie endlich Spaß macht. Wer bezahlt denn letztlich die ganzen Handyshops und das Nebeneinkommen der Feierabendhändler?
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(Und die ganzen Schubladenkarten als Ratenzahlungsmittel) würden wegfallen...
Das würde ich als äußerst positiv ansehen.
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Original geschrieben von hrgajek
Deutschland 1992. Ein Mobiltelefon soll 10.000 DM (rund 5000 EUR) kosten. Keiner kauft. Also denkt sich Herr von Kuczkowski (damals Chef von D2-Mannesmann), ich gebe die Geräte günstiger her und lasse mir das über die monatlichen Grundgebühren von 78,20 DM (rund 40 Euro) wieder zurückzahlen.
das war damals eine richtige Entscheidung, sonst hätte heute nicht statistisch jeder Bürger ein aktives Handy.
Heute kostet ein neues Handy ohne Vertrag und ohne Simlock ca. 50 Euro. Natürlich ohne WAP, MMS und andere Zusatzfeatures, einfach ein Telefon eben. Selbst mit WAP, MMS und Kamera wird man für 100 Euro und darunter fündig.
Der ehemalige Sinn der Subvention ist schon lange dahin.
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Weg mit den Handy-Provisionen?
Wer ist bereit, für sein Handy mit mitunter wackliger Software und mäßiger Verarbeitung 300, 400, 500, 600 Euro zu bezahlen, wohl wissend, daß es in 2 Jahren "veraltet" ist?
Das S/E K800i steht ohne Vertrag mit fast 500 Euro in den Preislisten. Mit Schubladenvertrag kann man es für die Hälfte bekommen. Die 500 Euro zahlt ohnehin keiner, die dienen nur als Augenwischer wie "günstig" ein Vertrag ist. Würde man das Handy ohne Vertrag und Subvention für 250 Euro in die Läden stellen würde es gekauft.
Zusätzlich würden echte Handypreise zu echtem Wettbewerb unter den Herstellern und realistischen Preisen führen. Ein K800i muß weder augenwischende 500 Euro, noch schubladenkartenratengezahlte 250 Euro kosten, in einem echten Wettbewerb dürfte sich ein echter Preis von 100 bis 150 Euro ergeben.
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Die Netzbetreiber wollen neue Dienste verkaufen. Dazu brauchen die Leute neue Handys. Bei 0 Provision würden die ältesten Gurken genutzt (...)
Die neuen Dienste könnte man auch über günstige Nutzungspreise an den Kunden bringen. Wenn eine MMS 3 Cent kostet, ist ein an MMS interessierter Kunde bereit, auch mal 100-200 Euro für ein passendes Gerät auszugeben. Selbiges für GPRS zu 1 Euro / MB (ohne festes Paket an das man monate- oder gar jahrelang gebunden ist).
Mit "geschenkten" Handys und teuren Nutzungspreisen liegen die Luxushandys nach der ersten Rechnung doch nur noch rum bzw werden nur noch als das benutzt was sie eigentlich sind: als Telefon.
Gruß, Wolfgang