Hallo,
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Original geschrieben von Paulino
Meinst du, daß der Vermittler mehr Provision vom Provider bekommen hat, als der Provider in 24 Monaten von dir an Grundgebühr kassieren kann?
Mehr als 238,80 (bei 9,95/Monat)?
ja. Manche Provider sind tatsächlich so kundengeil, daß sie mehr an Provision auszahlen als sie (durch Anmelde- und Grundgebühr) als Mindesteinnahme wieder reinbekommen. Hier pokert der Provider und ist desöfteren der Verlierer, die Kunden die mit diesen Verträgen tatsächlich (sauteuer) telefonieren finanzieren den Spaß, außerdem steigt die Kundenzahl, und eine größere Kundenzahl kann so wertvoll sein daß man dafür gerne draufzahlt.
Ich hoffe, Du akzeptierst meinen "Beweis": es gibt entsprechende Angebote mit kompletter Auszahlung der anfallenden Vertragsfixkosten (oder Einzahlung der kompletten Fixkosten auf das Kundenkonto beim Provider) wenige Wochen nach Vertragsschluß, und es gibt Anbieter die damit jahrelang am Markt sind und Gewinn machen. Bei kompletter Auszahlung kurz nach Vertragsschluß ist nicht viel Spielraum für die Pyramide, wenn es eine wäre würde der Anbieter nach wenigen Monaten zusammenklappen.
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Angenommen der Vermittler kriegte tatsächlich die vollen 238,80! Was bleibt ihm davon übrig, wenn er die doch über 24 Monate (gemäß Vereinbarung) an dich auszuzahlen hat?
Wenn er etwas mehr bekommt wird es interessant, außerdem hat er einen attraktiven zinslosen Kredit.
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Vermutlich gibt es keinen Kunden, der vom "unglücklichen Insolvenzler" tatsächlich 24 Monate Grundgebühr erstattet bekommen hat.
Möglicherweise nicht bei diesem, aber es gibt genügend Kunden die tatsächlich ihre Überweisungen zwei Jahre erhalten haben.
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Niemals und zu keiner Zeit kann da der Betrugsverdacht aufkommen! Wo kämen wir denn da hin.....
Betrug wäre es nur, wenn der Vermittler zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht die Absicht hat zwei Jahre zu überweisen oder ihm klar ist daß er es nicht können wird. Letzteres könnte zutreffen wenn er wesentlich weniger Provision bekommt als die Auszahlungen zusammen ausmachen.
Ich halte diese Angebote einfach nur für scharf und riskant kalkuliert mit hohem Risiko für die Kunden, riskante Angebote sind in einer freien Marktwirtschaft (oder sagen wir gleich Kapitalismus) zulässig, es ist die freie Entscheidung des Kunden ob er sich drauf einläßt.
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Warum machen sich eigentlich die Provider nicht über die "unglücklichen Insolvenzler" mit Schadenersatzansprüchen her
Weil ihnen kein Schaden entstanden ist, die Provider zahlen Provision für angeschleppte Kunden, und sie zahlen (i.d.R.) die Provision nachdem der Kunde die erste Rechnung bezahlt hat. Ein Schaden entsteht den Providern nur dann, wenn der Kunde nicht mehr zahlt, und das muß er mit dem Kunden ausmachen.
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und wollen statt dessen die Kohle von den Hereingelegten?
Der Kunde schließt mit dem Provider einen Handyvertrag ab damit er zwei Jahre telefonieren kann, warum sollte der Provider den Kunden vorzeitig aus dem Vertrag entlassen wenn die Traumkalkulation des Kunden schiefgeht? Aus Sicht des Providers ist vielmehr er der Hereingelegte wenn Kunden einen Handyvertrag abschließen und schon bei Vertragsschluß die Absicht haben niemals damit zu telefonieren.
Die Schubladenverträge sind darauf ausgelegt, daß zwei (der Vermittler und der Kunde) einen dritten (den Provider) ausnehmen, warum sollte der als Opfer auserkorene Provider Kulanz zeigen, wenn die anderen beiden Probleme miteinander bekommen?
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Hier gibt es neben den Betroffenen sicherlich Leute, die überhaupt nicht betroffen sind, aber gern ihren Diskussions- und Widerspruchstrieb ausleben.
Ich bin nicht betroffen, die Diskussion finde ich trotzdem sehr interessant und sogar wichtig. Hoffentlich wird sie von möglichst vielen gelesen die nächsten Monat eine solche Vertragskonstruktion abschließen wollen.
Gruß, Wolfgang