Beiträge von peterdoo

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Das ist so nicht ganz richtig.


    Der Netzbetreiber ist verpflichtet den Kunden Tarife innerhalb der EU-Obergrenzen anzubieten. Daneben (=zusätzlich) sind aber auch abweichende Tarifmodelle/Tarifoptionen zulässig, die die Obergrenzen in einzelnen Bereichen durchaus überschreiten können.


    Es gibt drei mögliche Roaming-Tarifarten:
    a) Solche, die EU-Obergrenzen nie überschreiten.
    b) Solche, die bei Verwendung des gesamten Inklusivvolumens die EU-Obergrenzen nicht überschreiten (Tages-, Wochenpacks usw.).
    c) Andere, die die Obergrenzen beliebig überschreiten können.


    Die Tarifarten a) und b) gelten als EU-regulierungskonform. Alle Kunden müssen am 30.4. solche Roamingtarife haben. Entweder durch die Tarifanpassung oder Umstellung auf andere konforme Tarife (die Telekom entfernt den meisten Kunden automatisch die bisherigen Roaming-Optionen statt die anzupassen). Bei einem solchem Standardkunden darf der Roamingtarif zwar wechseln (z.B. Auslaufen vom Day-Pack oder Verbrauch vom Inklusivvolumen) muss aber immer im Rahmen von a) oder b) bleiben.
    Nur die kunden, die aktiv abweichende Roamingtarife ab dem 30.04. verlangen, dürfen Tarife c) bekommen. Auf keinen Fall darf ein Netzbetreiber einem Kunden automatisch einen Roamingtarif c) neu zuweisen oder nach dem 30.04. automatisch weiter führen oder nach dem Auslauf eines Inklusivvolumens anwenden.


    Hat ein Roamingtarif keine Inklusivmengen und wird nach Verbrauch berechnet, dürfen in keinem Fall die Obergrenzen überschritten werden, damit der als Tarif a) gilt. 29 Ct/Min und 19 Ct/SMS ist also in keinem Fall bei einem automatisch voreingestelltem Roamingtarif zulässig, auch nicht nach dem Verbrauch der Inklusiveinheiten.


    Vodafone hat mit der Implementierung der Abrechnung nach Inlandspreis und Zuschlag eine sehr Aufwendige Lösung gewählt. Die Zuschläge müssen sekundengenau(30/1)/KB-genau abgerechnet werden. Die Inlandspreise sind aber bei Vodafone meist 60/60 und die Datenabrechnung in Blöcken von 100 KB. Ich bin mir nicht sicher, dass deren Prepaidplattform das schaffen wird. Verzichten die auf die Berechnung vom Zuschlag oder auf die Berechnung/Verwendung von Inlandspreis/Inklusivmengen, wie in der gestrigen Preisliste angedeutet, wäre alles viel einfacher.


    Hier einige Beispiele für Callya Smartphone Special:
    Verbraucht man im Roaming 5 KB, sollten von den 750 MB Inklusivvolumen 100 KB abgezogen werden. Es darf aber nur der Zuschlag für die 5 KB berechnet werden.


    Ruft man im Roaming 90 Sekunden lang nach Deutschland an, sollten von den 200 Inklusivminuten/SMS zwei Einheiten abgezogen werden. Es darf aber nur der Zuschlag für die 90 Sekunden berechnet werden.


    Sind die Inklusivminuten verbraucht und ruft man im Roaming 90 Sekunden lang nach Deutschland an, sollten 2 Minuten Inlandspreis berechnet werden. Es darf aber nur der Zuschlag für die 90 Sekunden berechnet werden.


    Bei Postpaidtarifen sollte solche Abrechnung nicht problematisch sein. Bei Prepaid ist das jedoch deutlich aufwendiger. Nicht ohne Grund hat die Telekom auf diese komplizierte Lösung verzichtet.


    Abweichende Tarifblöcke/Intervalle wären möglich, aber wie oben erwähnt nicht in den Standard-Roamingtarifen, die den Kunden automatisch voreingestellt werden, sondern nur auf Verlangen der Kunden.

    Die Zuschläge kommen nur zusätzlich zu den bisherigen Obergrenzen, ohne diese abzuschaffen. Es gilt der Wert von den Beiden (der Inlandspreis+Zuschlag oder die bisherige Obergrenze) der niedriger ist:


    Zitat

    die Summe des inländischen Endkundenpreises und des Aufschlags, der für abgehende regulierte Roaminganrufe, versendete regulierte SMS-Roamingnachrichten oder regulierte Datenroamingdienste erhoben wird, darf 0,19 EUR pro Minute, 0,06 EUR pro SMS-Nachricht beziehungsweise 0,20 EUR pro genutztem Megabyte nicht überschreiten

    (zzgl. MWSt)
    http://eur-lex.europa.eu/legal…J:L:2015:310:FULL&from=DE
    §6e Abs. 1


    Deswegen sind viele der von Vodafone angegebenen Preise unzulässig, z.B. 19 Ct/SMS oder 29Ct/Min usw. Da es bei Smartphone Special eine Telefon/SMS Flat zu Vodafone gibt, dürfen die Anrufe im Roaming zu den deutschen Vodafone Nummern nicht mehr als 5,95Ct/min kosten und die SMS zu solchen Nummern nicht mehr als 2,38 Ct/SMS.

    Zitat

    Original geschrieben von Roesel
    Sehe ich das richtig das man ab 30.04. nun im EU Ausland quasi gratis surft? (Bis zum erreichen der Volumen Grenze)??


    https://www.vodafone.de/hilfe/…u-roaming-in-meinem-tarif


    Das wäre unerwartet, da es im Prepaidbereich bisher nur wenige ähnliche Angebote gab (Ortel Cross,...). Andererseits hat Vodafone in vielen Ländern die Roaminggebühren innerhalb der EU für alle Vertragstarife gestrichen, so dass es denen sicherlich möglich wäre, auch bei Prepaid sowas zu machen.
    Es gibt noch offene Fragen:
    - Wird im EU-Roaming wirklich kein Zuschlag berechnet?
    - Was ist mit den ankommenden Anrufen? Weiter oben steht "Grundsätzlich beträgt der Roaming-Aufschlag für angenommene Anrufe im Ausland 1,36 Cent pro Minute". Bei den einzelnen Tarifen werden diese jedoch nicht erwähnt.
    - Viele Tarife übersteigen die Höhstgrenzen der EU (29 Ct/Min, 9 Ct/SMS). So geht das nicht. Solche Tarife sind zwar möglich, jedoch müsste jeder Kunde diese aktiv buchen und nicht einfach so automatisch zugewiesen bekommen.


    Außerdem sind auch die 1,36 Cent/min für die ankommenden Anrufe höher als von der EU erlaubt. Die EU erlaubt höchstens 1,14 + MWSt = 1,3566. Jedes noch so kleines Aufrunden ist ausdrücklich nicht erlaubt: http://berec.europa.eu/files/n…elease_erg_guidelines.pdf


    Die Schweiz ist bei Vodafone Deutschland leider nicht im EU-Roaming enthalten, obwohl in einigen anderen Ländern bei Vodafone weiterhin in der Ländergruppe EU. Angeblich verhandelt die EU mit der Schweiz um diese ins EU-Roaming zu integrieren. Sollte es mal soweit kommen, wäre die Schweiz bei allen Anbietern in der Zone EU enthalten.

    Na gut, ist zwar nicht optimal, aber noch immer ein sehr gutes Angebot anscheinend ohne Einschränkungen.


    Bei A1 Österreich heisst es z.B.:

    Zitat

    Fair-Use bei Roaming
    Die Mindestnutzung aller SIM-Karten an 3 Tagen pro Rechnungsmonat im österreichischen A1 Netz ist Voraussetzung. Damit die Tarife zu einem fairen Preis angeboten werden können, gilt folgende Fair Use Regel:


    Werden in einem Monat im Ausland mehr als 3.500 Minuten Telefonie oder mehr als 3.500 SMS oder mehr als 3.500 MMS oder mehr als 50% des inkludierten Datenvolumens verbraucht, dann muss der Kunde im darauffolgenden Rechnungsmonat unter diesen Grenzwerten bleiben. Wird eine dieser Grenzen dennoch überschritten, ist die Nutzung der Inlandseinheiten im Ausland nicht mehr möglich.

    Zitat

    Original geschrieben von shaggytt
    Habe gerade gelesen das die Simkarten ein "stilles" update brauchen von dem man nichts mitbekommt. Die eine Sim wurde ein Jahr kaum benutzt und die andere war in einem UMTS Stick. Wie bekomme ich dieses Update damit die Karten das Eplus Netz als ihr Netz erkennen?


    Im UMTS-Stick kommen solche Updates auch an. So ein Update ist aber nicht unbedingt notwendig. Wenn man per Hand einmal das Netz mit dem Plus wählt (E-Plus, o2-de+), erreicht man ungefähr dasselbe. Das Netz wird so von der Liste der verbotenen Netze auf der SIM gelöscht. Wie gesagt, muss das handy UMTS/3G fähig sein und nicht auf "nur GSM" konfiguriert sein.

    So geht es mir mit einer SIM von Lycamobile, die auch Vodafone-Netz benutzt. Das Telefon ist eingebucht, wenn man aber die Nummer anruft, kommt die Ansage über die Unerreichbarkeit. Versucht man im solchen Zustand nach Außen anzurufen, kommt einmal Netzfehler. Beim nächsten Versuch kann man normal anrufen und auch für eine Weile wieder angerufen werden. Die Störungsmeldung gestaltet sich schwierig, da man es nicht sieht, wann man im solchen Zustand landet. Reagiert die Technik von Lycamobile (Stunden nach der Störungsmeldung), funktioniert meistens wieder alles.