Beiträge von peterdoo

    Diese Anrufe aus dem Roaming sind von Gesetz aus sowieso ausgenommen. Da müssen die Netzbetreiber einen Weg finden, ob die es wollen oder nicht. Ohne dass der Kunde was selbst verifizieren müsste.

    Die Zertifikate müssten doch nicht bis zur Endgeräteebene weitergereicht werden. Es würde schon reichen, wenn die TK-Unternehmen diese untereinander austauschen und verifizieren. Wenn Anbieter A einen Anruf aus dem Netz von Anbieter B reinbekommt und die Zertifikatskette nicht verifiziert werden kann, dann wird eben anonym übertragen. Oder sehe ich das falsch?

    Das Problem ist doch, dass man den anderen Anbietern nicht vertraut. Sonst bräuchte es dieses Gesetz nicht. Man vertraut nur eigens ausgestellten Zertifikaten in der SIM. Da reicht es also nicht nur vom Netzbetreiber A zu Netzbetreiber B (über alle zwischengeschaltete Netzbetreiber) zu übertragen. So wird schon jetzt die Nummer übertragen und diese ist manchmal gefälscht.


    In vielen EU Ländern kann sich jede Person ohne weiteren Voraussetzungen als Netzbetreiber registrieren und somit die Anrufe vermitteln, Nummern weiterleiten usw.

    Die richtige Lösung wäre ein offizielles Zertifikat (ähnlich wie bei https) gewesen.

    Ein Telefonteilnehmer darf abgehend nur Nummern übertragen, für die er ein Zertifikat hat.

    Das ist alles gut und schön. Nur müssten dann alle Geräte, die an einem Anruf beteiligt sind, diese auch unterstützen. Wir sehen, wie schwierig es ist, schon VoLTE zum laufen zu bringen. Nach mehr als 10 Jahren seit der Einführung von 4G gibt es noch immer Geräte, die VoLTE nicht oder nicht richtig unterstützen. Und die sollen dann mit den Zertifikaten umgehen sollen. Die natürlich auch auslaufen und erneuert werden müssen. Ist eine Telefonnummer wirklich so wichtig, dass man so viel zusätzlichen Aufwand treiben muss? Zumindest jeder EU-Bürger hat das Recht, sich eine deutsche Mobilnummer zu kaufen. Und es ist nicht mit dem EU-Recht vereinbar, die Verwendung dieser nur auf Deutschland zu beschränken. Es ist also völlig normal, dass zumindest innerhalb der EU die deutschen Nummern auch außerhalb von Deutschland verwendet werden. Diese jetzt künstlich auf Deutschland einschränken zu wollen, ist Unsinn. Bei den Festnetznummern kann man das aber versuchen.


    Anderseits gibt es die Zertifikate schon in jeder SIM. Kein Gerät kann sich in das Netz einbuchen und Anrufe tätigen ohne dieser Zertifikate. Wenn man es will, kann man auch die einzelnen Anrufe entsprechend mit diesen Zertifikaten verifizieren. Klar, auch dafür ist etwas Aufwand notwendig. Da braucht man jetzt nicht zusätzliche Zertifikate, um dieselbe Identität nochmals zu bestätigen.


    Es gibt ja auch die IP, von der der Anruf getätigt wurde. Die könnte man viel einfacher durch alle Geräte durchbekommen.


    Es gibt viele Möglichkeiten, aber weil man die Verwendung deutscher Nummern im Ausland weder verbieten kann noch will, wird es immer viele Möglichkeiten geben, mit einer deutschen Nummer anzurufen. Die Fälschung der Nummer ist sehr ärgerlich, aber sobald man erlaubt, die Anrufe mit einer deutschen Nummer von außerhalb von Deutschland zu machen, sei es über VPN, VoIP, VoWiFi, Roaming usw., bringt es nichts, wenn man versucht, diese erlaubte Verwendung durch die Unterdrückung der Nummer einzuschränken.

    Mal abgesehen davon, ob Werbeanrufe toll sind oder nicht, aber wie sieht das rechtlich aus? Die Bundesnetzagentur schreibt:

    Nun ruft ein Unternehmen (oder auch nur ein Mitarbeiter, der mit dem Handy im Ausland roamt) irgendwo an und macht Werbung - gehen wir mal davon aus, dass es legale Werbung ist. Das Unternehmen/der Mitarbeiter übermittelt anforderungsgemäß die Nummer, aber der Netzbetreiber blockiert aus den bekannten Gründen. Ist es nun Aufgabe des anrufenden Unternehmens, sicherzustellen, dass die Nummer trotz Weigerung des Netzbetreibers angezeigt wird?

    Nein, laut Gesetz ist es die Aufgabe des Netzbetreibers, in diesen Fällen die Nummer nicht zu unterdrücken: "Ausgenommen von Satz 1 ist das internationale Roaming im Mobilfunk". Wird die Nummer trotzdem unterdrückt, ist das meiner Meinung nach gesetzwidrig und geschäftsschädigend, wofür der Netzbetreiber haftbar gemacht werden kann. Ist die richtige Durchführung der Unterdrückung der Nummer mit vertretbarem Aufwand nicht machbar, ist vermutlich dieser Absatz des Gesetzes vielleicht nichtig, denn der Gesetzgeber darf nicht Unerfüllbares fordern und hat keine Kompetenzen, die Netzbetreiber außerhalb von Deutschland zu regulieren oder die Personen/Firmen zu benachteiligen, die sich in der EU bewegen. Ich bin kein Jurist. Es gibt in diesem Forum sicherlich viele, die das besser beurteilen können.

    Dann bleibt das wohl auch so und kann von Dellmont nicht geändert werden?

    Bzw. wichtiger: Bei einer in der CH eingebuchten CH Handy-Nr. würde die Nummer nicht unterdrückt?

    Ja, wenn du dich in der Schweiz einbucht, sollte die Nummer normal angezeigt werden.


    Laut Gesetz soll diese Unterdrückung der Nummer nicht im Roaming erfolgen. Das ist bei einer CH-SIM in einem deutschen Netz der Fall. Du könntest dich beim deutschen Netzbetreiber beschweren und verlangen, dass gesetzeskonform die Nummer nicht unterdrückt werden soll wenn der Anruf zu einer nicht deutschen Nummer geht, egal ob sich diese temporär in einem deutschen Netz aufhält.


    Oder bei dem CH- Netzbetreiber mit derselben Argumentation beschweren. Die können auch Druck auf die deutschen Netzbetreiber machen, diesen geschäftsschädigenden Schwachsinn, der im Gesetz nicht vorgesehen ist, für die Roamer zu unterlassen.

    (3) Sämtliche an der Verbindung beteiligte Anbieter öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste müssen sicherstellen, dass Rufnummern für Auskunftsdienste, Massenverkehrsdienste oder Premium-Dienste, Nummern für Kurzwahldienste sowie die Notrufnummern 110 und 112 nicht als Rufnummer des Anrufers übermittelt und angezeigt werden. Sie haben Verbindungen, bei denen als Rufnummer des Anrufers Rufnummern nach Satz 1 übermittelt und angezeigt werden, abzubrechen.
    (4) Sämtliche an der Verbindung beteiligte Anbieter öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste müssen sicherstellen, dass als Rufnummer des Anrufers nur dann eine national signifikante Rufnummer des deutschen Nummernraums angezeigt wird, wenn die Verbindung aus dem öffentlichen deutschen Telefonnetz übergeben wird. Wird eine Verbindung, bei der eine national signifikante Rufnummer des deutschen Nummernraums angezeigt wird, aus dem ausländischen Telefonnetz übergeben, haben die Anbieter sicherzustellen, dass netzintern der Eintrittsweg der Verbindung in das deutsche Netz eindeutig gekennzeichnet wird; die Rufnummernanzeige ist zu unterdrücken. Ausgenommen von Satz 1 ist das internationale Roaming im Mobilfunk. Angerufene müssen die Möglichkeit haben, Anrufe mit unterdrückter Rufnummernanzeige auf einfache Weise und unentgeltlich abzuweisen.


    "Ausgenommen von Satz 1 ist das internationale Roaming im Mobilfunk" verstehe ich so, dass auch die Ausländischen Kunden, die in Deutschland roamen von dieser Unterdrückung der Nummer ausgenommen sind und es sich bei der Implementierung der Netzbetreiber um einen Fehler handelt. Diese dürften die Nummer nicht unterdrücken, wenn das Anrufziel eine nicht deutsche Nummer ist, die in einem deutschen Netz roamt.


    Und natürlich auch die deutschen Roamer, die im Ausland roamen und eine deutsche Nummer anrufen.


    Außerdem ist die Aussage "wenn die Verbindung aus dem öffentlichen deutschen Telefonnetz übergeben wird" vollkommen ungeeignet. Was versteht man heute als das "öffentliche deutsche Telefonnetz"? Nur die IMS-Server von Telekom, Vodafone, O2? Oder auch die IMS/SIP-Server von Dellmont, Telia und weiteren Carriern, die in Deutschland als Netzbetreiber registriert sind? Ist das Standort vom IMS-Server entscheidend, oder das Land der IP, oder das Land des Betreibers (ich kenne IPs in Frankfurt, die als US registriert sind)? Wenn ich mit Teams in Deutschland sitze und einen Telefonanruf mit einer deutschen Anrufernummer starte oder mit sipgate Satellite in der Türkei, bin ich dann in einem öffentlichen deutschen Telefonnetz?

    Wenn man Wifi-Calling im Roaming nutzt, sollten die Probleme eigentlich nicht auftreten, da es sich intern um Gespräche innerhalb Deutschlands handelt. Bei Wifi-Calls kann ich jedenfalls die Landesvorwahl bei Anrufen nach Deutschland weglassen.

    Das ist momentan so. Aber z.B. Vodafone lässt kein Wifi-Calling aus dem Ausland zu. Und im Endausbau vom Wifi-Calling ist es vorgesehen, dass sich das Telefon zum Wifi-Calling-Server im Gastland verbinden wird (damit das nahtlose Umschalten zwischen VoLTE und VoWiFi funktionieren kann) und nicht mehr direkt zum Wifi-Calling-Server beim Heimnetzbetreiber. Dann geht der Anruf wieder den Üblichen Weg beim Roaming mit derselben Problematik wie ohne VoWiFi. Momentan gibt es noch fast kein VoLTE im Roaming und noch weniger VoWiFi über den Server des Roamingnetzes, aber irgendwann wird das kommen.

    Ich kann es nicht eindeutig beantworten, würde aber erwarten (!) daß zumindest in der Konstellation Anruf von roamendem Teilnehmer eines Netzbetreiber zu Teilnehmer desselben Netzbetreibers die Anzeige gelingt, denn der Netzbetreiber kennt ja den Aufenthaltsort und die lokale MSISDN seines roamenden Kunden, kann also sicher verifizieren dass es sich um "seinen" Kundenanschluss handelt. Und das gelingt ja auch nicht. Auch gelingt die Nummernübermittlung bei Anruf von einem Teilnehmer in Deutschland auf ein ausländisches roamendes Handy (gestern getestet Ziel Slowenien Mobilfunk, roamend in Österreich) ebenfalls nicht mehr. Da greift die TKG-Novelle ja gar nicht.


    Da muss ich leider genauso wie hrgajek widersprechen.


    Nehmen wir als Beispiel einen Anruf von einem Telekom Kunden, der in Österreich im Netz von Drei eingebucht ist und eine deutsche Nummer im Netz von O2 anruft.


    Der Anruf geht im besten Fall direkt von Drei zu O2. O2 sieht eine deutsche Nummer, die aus Österreich kommt und unterdrückt diese. Um die Nummer nicht zu unterdrücken, müsste O2 irgendwie feststellen, dass der Telekom Kunde momentan wirklich im Netz von Drei eingebucht ist. Wie soll das funktionieren? O2 hat weder Zugriff auf die Systeme der Telekom noch auf die Systeme von Drei. Wenn man die Systeme aller Netzbetreiber für solche Abfragen aller anderen Netzbetreiber öffnet, hat man wieder Datenschutzprobleme. Nicht lange zurück hat man versucht, gerade solche Abfragen im SS7 zu blockieren weil sonst jeder abfragen kann in welchem Netz momentan z.B. der Bundeskanzler eingebucht ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine enorme Datenschutz-Lücke, die erst geschlossen wurde, wieder aufgemacht wird.


    Wie schon hrgajek erwähnte, gehen die Anrufe oft nicht direkt zwischen zwei Netzbetreibern. Aus Kostengründen oder einfach weil die Menge der Anrufe nicht groß genug ist um eine direkte Verbindung zwischen den zwei Netzbetreibern zu rechtfertigen. Z.B. ein Netzbetreiber in Slowenien mit nur etwas über 500.000 Kunden unterhält keine direkte Verbindungen zu jedem Netzbetreiber in der EU. Das wäre viel zu teuer. Die Anrufe werden oft zu einem anderen Netzbetreiber übergeben, der dann den Anruf direkt oder über weitere zwischengeschaltete Netzbetreiber zustellt. Auch in den Gruppen wie Vodafone, Orange usw. ist es üblich, die Anrufe nicht immer direkt, sondern über die Netzbetreiber der Gruppe zuzustellen. O2 kann in solchen Fällen, wenn ein Anruf über die zwischengeschalteten Netzbetreiber ankommt, nicht wissen, in welchem Netz der Anrufer momentan eingebucht ist und ob somit die Nummer legitim ist.


    Der einzige Weg für das Problemfall Roaming wäre, alle Anrufe über das Heimnetz in Deutschland zu routen wie bei Prepaid und bei VoWiFi. Deswegen gibt es bei Prepaid im Roaming das Problem meistens nicht. Das macht das ganze jedoch noch teurer, denn z.B. bei einem Anruf eines deutschen Kunden, der in Frankreich roamt und eine Nummer in Frankreich anruft, muss man dann die zwei Wege bezahlen (FR->DE und DE->FR statt direkt FR->FR). Frankreich ist noch in der Nähe und nicht teuer. Komplizierter wird es mit anderen Ländern wie USA, Kanada, Kuba usw., wo der doppelte Weg viel teurer wird und dadurch auch unnötigerweise eine viel höhere Latenz entsteht.


    Hier haben sich also mehrere Probleme angesammelt, die man wahrscheinlich mit vertretbarem Aufwand nicht vollständig lösen kann:


    - Deutscher Kunde im Roaming ruft eine Nummer in Deutschland an. Wie oben erwähnt, nicht einfach lösbar.


    - VoIP-Anrufe deutscher Kunden, die eine Nummer in Deutschland anrufen werden oft ohne der Nummer zugestellt. Es hängt davon ab, wie und wo der VoIP-Anbieter die Anrufe übergibt, ob die Nummer angezeigt wird oder nicht. Es kann auch von der Uhrzeit abhängen oder einfach zufällig sein, je nachdem über welchen Weg der Anruf geleitet wird. Bei mir kommt über Dellmont im Telekom-Netz keine Nummer mehr an. Über Easybell, der über O2 arbeitet, aber schon.


    - Die Besucher aus den anderen Ländern, die sich in Deutschland aufhalten, und von jemandem in Deutschland angerufen werden, sehen keine Nummer mehr. Ich habe das Gesetz nicht gelesen. Oft wird davon gesprochen, dass die Regelung für die Telefonanschlüsse in Deutschland gilt. Meiner Meinung nach sind die Roamer aus den Anderen Ländern, die sich in Deutschland aufhalten, keine Telefonanschlüsse in Deutschland. Dann wäre u.U. die Implementierung, die diesen die Nummern unterdrückt, falsch. Auf jeden Fall ist es sehr geschäftsschädigend, wenn ich meine Kunden, die nach Deutschland kommen, nicht mehr so anrufen kann, dass meine Nummer angezeigt wird. Sieht unseriös aus.


    Die Telefon-Spammer können sich weiterhin SIM-Karten aus Deutschland besorgen und über diese aus dem Roaming mit einer deutschen Nummer anrufen. Genauso wenn diese einen geeigneten VoIP-Provider benutzen, der die Anrufe so übergibt, dass die deutsche Nummer nicht unterdrückt wird.


    Meiner Meinung nach wurde hier über das Ziel hinausgeschossen und mehr Schaden als Gutes angerichtet.