Ich verstehe, dass einige erwarten, dass man die Anonymität haben sollte. Die Kommunikationen haben jedoch die Welt unumkehrbar verändert. Es ist alles viel transparenter. Mann kann nicht mehr irgendwo in der Welt was machen und hoffen, dass es die anderen nicht bemerken werden. Auch, sich irgendwo zu verstecken, geht nicht mehr. Alle Kriegsverbrecher und Ähnlich werden heutzutage gefunden. Es gibt keine Verstecke mehr auf der Welt.
Alle Verschlüsselungen, VPNs oder Ähnliches helfen nur für eine gewisse Zeit. Wer irgendwas verschlüsselt in der Cloud speichert oder über das Internet überträgt, muss damit rechnen, dass diese Informationen nach einer bestimmten Zeit lesbar werden. Jede Verschlüsselung hat Sicherheitslücken, die irgendwann entdeckt werden und die Entschlüsselungsalgorithmen werden immer besser und die Hardware immer schneller. Somit können alle verschlüsselten Daten nach einer bestimmten Zeit leicht entschlüsselt werden. In bestimmten Fällen können das Jahre sein, aber im Vergleich zur Lebenserwartung der Menschen ist das eine kurze Zeit.
Bei 60 GB monatlich zu erwarten, dass man nicht identifizierbar sein wird, ist wie schon Wolf schrieb, eine Illusion. Wenn Vodafone nicht speichert, speichert Google, die DNS-Betreiber, die Webseitenbetreiber, die Zahlungsdienstleister usw. Oder eine App/Programm sammelt und verschickt im Hintergrund die persönlichen Daten irgendwohin. Auch der Standort der SIM kann ermittelt und gespeichert werden.
Natürlich macht es Sinn, möglichst viel zu verschlüsseln. Damit macht man dem, der was wissen will, das Leben schwieriger. Wer meint, die Entwicklung rückgängig machen zu können oder grundlegend ändern zu können, irrt sich. Die Entwicklung geht eher in die Richtung mehr Transparenz, was ihren Ursprung oft einfach in der Technik hat und nicht beeinflussbar ist. Das einzige, was man versuchen kann, ist, die Hürden für den offiziellen Zugang zu bestimmten Daten zu erhöhen. Dass das jedoch nicht immer respektiert wird, hat man an dem Beispiel der Restaurant-Gästelisten gesehen, die in bestimmten Fällen jedem zugänglich standen oder auch von den offiziellen Stellen für alles Mögliche benutzt wurden, außer für die Corona-Bekämpfung. Diejenigen, die an die Daten inoffiziell kommen wollen, ignorieren sowieso solche Regelungen.
Eine Registrierungsfreie SIM gibt somit nur eine Scheinanonymität und bei 60 GB monatlich sowieso. Lässt man die irgendwohin liefern oder bezahlt/auflädt man die ohne Bargeld oder man nutzt mit der SIM die Dienste im Internet, hinterlässt man mehr als genug Spuren um identifizierbar zu sein.