Beiträge von EvolvedPenguin

    Das ist alles durchaus korrekt, aber auch ein ziemliches Totschlagargument. Deiner Argumentation folgend müssten wir unter jeden Umständen versuchen, Störungen des Verkehrsnetzes zu vermeiden, weil immer direkt Menschenleben auf dem Spiel stehen würden. Bei jedem Fußballspiel, Ferienbeginn, Weihnachten etc. wird das Verkehrsnetz bundesweit aber ebenso an seine Grenzen gebracht wie beim Bahnstreik. Verbietet man deshalb bei Fußballspielen die Anreise mit dem Auto?


    Trotzdem bin ich genauso wie du dafür, Bahnstreiks möglichst zu vermeiden, nur eben auf einem anderen Weg. Seit Anbeginn der Bundesrepublik hat es kein Tarifeinheitsgesetz oder Streikverbot gebraucht. Hier geht es um elementare Rechte der Arbeitnehmer, über deren Existenz wir froh sein sollten. Rechte, die in anderen Nationen nicht selbstverständlich sind, für die früher viele Menschen gekämpft haben. All das zunichte zu machen, weil ein einzelner Streik aus dem Ruder läuft, ist purer Aktionismus und viel zu kurzfristig gedacht. Ich bleibe dabei: Ohne die Fehlentscheidung der Politik zur Privatisierung müssten wir jetzt auch nicht an Grundrechten herumbasteln.

    Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Warum? Es gibt schließlich auch noch andere Berufsgruppen, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, der Infrastruktur und Versorgung verantwortlich sind. Die müsste man alle dann verbeamten.


    Ärzte sind auch keine Beamten. Wenn die ihre Arbeit verweigern, dann ist das sogar eine Straftat. Ähnliches (wenngleich auch nicht als Straftat) wäre auch für andere Berufe denkbar.


    Ein Vorschlag wurde ja bereits genannt (und ist auch in der Politik angekommen): Einschränkung der Arbeitskampfmaßnahmen mit vorgegebenem Schlichtungsverfahren, so dass eben nicht so leichtfertig wie jetzt die Infrastruktur eines ganzen Landes lahmgelegt werden kann, nur um die Allmachtsphantasien einer kleinen Spartengewerkschaft zu befriedigen.


    Ärzte haben hier eine Sonderstellung. Verweigern diese ihre Arbeit, stehen sofort Menschenleben auf dem Spiel. Eine derartige Gefahr sehe ich bei der Bahn nicht.


    Aber du hast Recht: Konsequenterweise muss man dann alle kritischen Berufsgruppen verbeamten, zumindest dann, wenn es auf dem Markt keine nennenswerte Konkurrenz gibt. Am Beispiel der anderen beiden ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Telekom und Deutsche Post scheint der freie Markt für genügend Konkurrenz gesorgt zu haben. Ein Streik bei der Telekom oder bei der Post könnte mehr oder weniger problemlos durch Konkurrenzunternehmen abgefedert werden.


    Bei der Bahn ist das eben nicht so. Die wenigen Privatbahnen fahren nur in wenigen Regionen und sind für längere, zusammenhängende Strecken ohne DB-Anteil nicht zu gebrauchen. Oder anders gesagt: Der freie Markt ist hier in meinen Augen gescheitert. Außer einer Kostenersparnis zu Lasten der Mitarbeiter (Überstunden, Personalmangel, ...) sehe ich hier für den Bürger keinen Vorteil. Die Kostenersparnisse kommen jetzt in Form von Wirtschaftsschäden als Retourkutsche gerade wieder zurück...

    Mich wundert es ein bisschen, dass weder hier noch in den Medien niemand die Privatisierung der Bahn kritisiert. Oftmals ist von "Geiselhaft" die Rede, es wird sich darüber echauffiert, dass eine kleine Gruppe an Lokführer eine ganze Nation lahmlegt und enormen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Da stellt sich mir die Frage, warum wir eine derart wichtige Infrastruktur dann privatisiert haben? Eine echte Konkurrenz (wie nach der Privatisierung der Deutschen Telekom) ist ja nun nicht wirklich entstanden, und der Bund hält nach wie vor 100% der Aktien.


    Meiner Meinung nach gehören die Lokführer und anderes, dringend benötigtes Personal (z.B. im Stellwerk) verbeamtet. Das Service-Personal kann man ja ggf. in eine Gesellschaft auslagern. Dann hätten wir auch jetzt nicht die Debatte, mit dem Tarifeinheitsgesetz aus purem Aktionismus die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie einzuschränken, weil ein einziger Streik etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

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    Deshalb finde ich es besser auch fremde VoIP Dienste uneingeschraenkt zuzulassen, aber dafuer sorgen das sich das Image VoIP=billig durchsetzt, und klassische Telefonie als Premiumdienst vermarkten.


    Dann muss aber als allererstes netzübergreifendes HD Voice (auch im GSM-Netz) her. Bisher ist nämlich VoIP (Skype, FaceTime Audio) eher der Premiumdienst, während klassische Telefonie sich anhört wie in den 90ern.

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    Nichts desto trotz kenn ich das 3G Netz schon aus congstar Zeiten und da war die Performanz nach Drosselung nicht annähernd so mies wie jetzt im 4G Netz.


    Es war übrigens längere Zeit so, dass die Drossel bei Congstar (insbesondere bei Prepaid) nicht funktioniert hat. Trotz Drossel-SMS konnte man mit maximaler Geschwindigkeit weitersurfen. Vielleicht war das bei dir ja der Fall, sodass du nie wirklich gedrosselt warst. Erst vor einiger Zeit wurde dieser Fehler bei Congstar behoben.

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    Aber beim Nachschlagen im Mail-Posteingang oder Kalender, während eines Gesprächs bleibe ich dabei, dass es mir nicht drauf an kommt, ob ich das nun mit UMTS- oder LTE-Speed machen kann. Ind ja ohnehin nur kleine Datenmengen.


    Das mag zwar stimmen, kann aber nicht die Prämisse für die Zukunft sein. LTE wird langfristig UMTS ablösen, von daher muss LTE auch "autark" funktionieren können, ohne dass immer noch zusätzlich ein GSM- oder UMTS-Netz verfügbar sein muss, damit man alle Dienste anbieten kann. Auch wenn das Zukunftsmusik ist, macht es deswegen Sinn, VoLTE jetzt schon einzuführen. Bis sich die Technologie so weit verbreitet hat, dass jedes LTE-Gerät auch VoLTE kann, wird es erfahrungsgemäß noch einige Jahre dauern. Es wird ja kein Kunde gezwungen, auf VoLTE umzustellen, insofern entstehen dem Kunden dadurch ja keine Nachteile.


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    Ja, von HD Voice unter GSM habe ich schon gelesen. Das wird aber offenbar nur von den wenigsten Anbietern umgesetzt.
    Ist jemandem zufällig ein kompatibles (Smart)phone bekannt?


    Mit dem iPhone 6 im Telekom-Netz funktioniert das.

    Man bedenke, dass es in Deutschland viele ländliche Gebiete gibt, in denen es nur GSM oder LTE gibt. Auch in Städten hält LTE 800 indoor deutlich länger durch als UMTS 2100. Selbst bei passablem UMTS-Empfang schieben viele Netzbetreiber das Gerät lieber ins GSM-Netz. Somit hat man dann weder HD Voice (es sei denn man ist mit entsprechendem Endgerät bei der Telekom) noch irgendeine Art von Datenverbindung.


    Eine schnelle Datenverbindung auch während Gesprächen halte ich in manchen Fällen durchaus für relevant. Das Gespräch kann man ja per Lautsprecher, Kopfhörer oder Headset weiterführen, während man nebenbei etwas im Kalender, Mail-Posteingang oder Cloud-Laufwerk (wird ja alles heutzutage online synchronisiert) nachschlägt.


    Denkbar ist es weiterhin auch, dass man sein Handy gerade als Hotspot nutzt, sodass ein anderes Gerät oder eine andere Person die Datenverbindung benötigt.