Beiträge von elchris

    Naja, ich bin jetzt auch kein Bahnfreak. Ich bin eher der empathische Typ und werde persönlich eher in die Pflege/Krankenhaus/Rettungsdienst verortet. Aber das zieht auch bei der Bahn, wie ich festgestellt habe...;)

    Da hatte ich einen mal in der Ausbildung, seit Jahren Rettungsdienst, dann das Hobby zum Beruf gemacht. Der ist schier verzweifelt. Ehemalige Bundeswehrler kamen recht gut bei der Bahn zurecht - wenn vorher der Panzer nicht- und das Gewehr danebenschiesst ist die Umstellung auf die Bahn nicht so schwer.


    Erstinstanzlich ist die Bahn heute gescheitert, mal schaun was die nächste Instanz sagt.

    Und die Landwirte denken, dass es mit einem Tag Protest getan sei.:D

    Nur ein Tag, aber einer mit tollen Bildern in der Tagesschau - sowas gabs doch zuletzt in der Tagesschau vor 30 (nicht vor 20, da war das Land schon mitten auf dem Weg ins Desaster unter oh wunder, SPD Regierung) als die Stahlwerker ebenso eine 35h Woche forderten. Wie du richtig schreibst, in der Pflege geht es einfach so weiter - habe im Bekanntenkreis Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen (ich gendere nicht, alles Frauen...) die sind ausgebildet, die sind lange Jahre im Beruf, die haben jeden Tag zu kämpfen und die Entlohnung ist einfach asozial. Es wird noch dauern bis die Nachkriegsgeneration, die nie hungrig ins Bett gegangen ist, deren Eltern in ihrer Lebenszeit nicht zu kämpfen hatten die Familie zu ernähren, wenn die weg sind und die Generation der Hartz 4 Kinder drankommt, könnte sich was ändern - die ältere Generation versteht bis heute nicht, wie der Ersatzdienst des Wehrdienstes großen Anteil am Zustand des Sozialsystems hat und das wieder einführen möchte, Zwangsdienst damit die Altenpflege nicht zusammenbricht, eine brunzdumme Generation.


    Ab übermorgen sind wir dran, der Beruf muss eine Option sein, nicht nur für absolute Bahnfreaks sondern für jeden normalgebildeten Schulabgänger. Wir dürfen nicht so weitermachen, uns mit im bisherigen Beruf gescheiterten/gefrusteten Leuten mittleren Alters, schnell auf Eisenbahn getrimmt, den Verkehr erhalten. In einer Zeit, in der alles nachhaltig sein soll, ist es der Beruf meistens nicht.

    Finde ich als baldiger DB-Mitarbeiter nicht. Wir sind in diesem Land nicht bei Wünsch dir was. Und eine 35 Stunden-Woche bei dem Gehalt (ich kenne die Gehälter mittlerweile) ist mehr als unverschämt.

    Als langjähriger DB Mitarbeiter schon. Erst ab einer gewissen Gehaltsstufe ist man in diesem Land bei wünsch dir was. Die 35 Stunden Woche wird dringend benötigt um langfristig noch Leute für den Beruf anzuziehen. Du darfst nicht 40 Stunden im gleichen Rahmen mit Wechselschichtdienst vergleichen. Für jeden Feiertag, jedes Wochenende muss ein Ruhetag genommen werden, diese erarbeitet man sich gewissermassen - auf unserem Vollzeitmodell (39 Stunden) hatte ich noch genau jedes vierte Wochenende vollständig frei, dass ich mal ein Jahr sowohl Weihnachten als auch Neujahr frei habe ist sogar auf meinem Teilzeitmodell (30 Stunden) nicht selbstverständlich. Und denke nicht, dass es bei den 35 oder 39 oder sonstwieviel ausgemachten Stunden bleibt, ich habe in 10 Jahren knapp 2000 Überstunden angehäuft (ich bin passend zusammengeklappt und habe mir ein halbes Jahr Auszeit neben Krankschreibung daraus ermöglicht, der Rest wurde ausgezahlt). Im absoluten Katastrophenjahr 2018 war meine Jahresarbeitszeit am 3. Oktober erreicht. Oft wurde der Planungseifer der Firma erst durch den Computer begrenzt, der absolute Grenzen für Wochen- und Monatseinsatzzeiten einprogrammiert hat und keine weitere 12 Stunden Schicht mehr ermöglicht. Sie haben jahrelang Menschen verbraucht, wir hatten in manchen Jahren 100 Leute in der Ausbildung, die sind nach wenigen Jahren erschöpft davongelaufen, der Anteil frühzeitig arg krank werdender oder gar versterbender Kollegen ist bei uns auffällig hoch - da der Staat unfähig ist, dem einen Riegel vorzuschieben ist das die einzig sinnvolle Maßnahme dieser Schinderei Einhalt zu gebieten. Ich würde es tatsächlich nicht starr machen sondern als flexible Modelle mit einer Berechnungsgrundlage bei 35 Stunden. Wer mehr kann und will, dem soll es auch offiziell ermöglicht werden und nicht auf Basis später auszahlbarer Überstunden.


    Und nein, die Entlohnung eines Eisenbahners in Deutschland ist nicht unverschämt, die ist verglichen mit der europäischen Konkurrenz katastrophal, was sich im Arbeitsergebnis wiederspiegelt und damit ein Puzzleteil für den Zustand des Eisenbahnsystems in Deutschland ist.