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Original geschrieben von tobias2k
Insofern ist es etwas vermessen einen GTI wegen seines Verbrauchs zu verurteilen, selber aber vielleicht eine Rolex-Sammlung zu besitzen oder 3x im Jahr Fernreisen zu unternehmen.
Wir reden hier doch gerade über die ökologischen Implikationen, oder?
Wer mit nem stark übermotorisierten PKW zur Arbeit pendelt und ausserdem in der Freizeit Hobbyraser ist, schadet der Umwelt und den Mitmenschen deutlich mehr als ein Mensch mit einem Schrank voller Armbanduhren.
Bei Fernreisen kommt es sehr auf das Fortbewegungsmittel an: Langstreckenflug imho 3l Kerosin pro 100km und Sitzplatz, Bus 1,5l/Person und 100km, vollbesetzte PKW je nach Modell 1,5l und aufwärts .. Bahn wird wohl irgendwo dazwischen liegen (An- und Abreise zu und von Bahnhöfen nicht vergessen!).
Fakt ist, daß die Welt nicht funktioniert, wenn das Verhältnis von PKW (generell: Energieverbrauch) zu Einwohner in Indien und China so wäre wie in den "westlichen Industrienationen". An diesem Punkt muss man sich klarmachen, daß wir alle in Zukunft was zurückstecken müssen. Es ist ja auch nicht nachvollziehbar, warum 10 Millionen Autos, die heute das doppelte wiegen wie vor 15 Jahren, täglich zu 90% mit nur einer Person besetzt im Schnitt weniger als 20km fahren.
Man muss ja auch nicht von einem Extrem (2 SUV pro Familie) ins andere (Rikscha, Fahrräder für alle, Straßenbahnen wie in Tokyo), und sicher geht das alles nicht von heute auf morgen - aber die Modellentwicklung gerade der deutschen Premiumautobauer geht unbestreitbar in die völlig falsche Richtung. So kann der Individualverkehr der Zukunft nicht aussehen.
senderlisteffm
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Ich sage ja nur, daß es, außer für wissenschaftliche Betrachtungen, Unsinn ist, den allerletzten zehntel Liter aus so einer Kiste zu pressen, wenn der dafür benötigte Aufwand in keinem Verhältnis dazu mehr steht.
In der Masse ist das richtig. In der Gesamtenergiebilanz wirds selbst für "Technologieträger" wie Lupo 3L oder A2 3L schwierig, weil sie das, was sie zu ihren Lebzeiten an Energie sparen, bei der Produktion (energieintensive Werkstoffe, aufwändige komplexe Bauteile) extra kosten. Das Alu-Chassis des A2, Magnesium-Lenkrad im Lupo, seltene und teure Asphalt-Trennscheiben (schmale Räder) und Spezialgetriebe im A2 3L, ...
Allerdings darf man nicht vergessen, daß von solchen "Speerspitzen der Technologie" auch stets alle Fahrzeuge profitieren, und wenn solche zunächst teuren und aufwendigen Merkmale in Massenproduktion übergehen, wirds auch preis-wert. Ohne den Versuch, ständig die Leistung zu steigern und den Verbrauch zu senken würden wir heute auch in Europa noch Fahrzeuge mit 3 Liter und mehr Hubraum fahren, die den Sprit durch Schwerkraft die Kolben antreiben, statt ihn effizient zu verbrennen.