Beiträge von Hadraniel

    Wo hier öfters Sonnenbrillen auftauchen: was zur Hölle macht so einen Kauf gut, geschweige denn zu einem der besten Käufe meines Lebens?


    Ich werde wohl nie verstehen wie man für eine Brille Hunderte von Euro ausgeben und sich gleichzeitig dabei wohl (statt "über den Tisch gezogen") fühlen kann .. :confused:

    Zitat

    Original geschrieben von Kanalratte
    6 EUR pro Mitarbeiter auf 100 km....

    Ein "IT Consultant" hat heute nicht selten einen Tagessatz von 750 Euro oder mehr. Die McKinseys dieser Welt produzieren die teuersten PowerPoint-Folien der Welt und können auch schonmal 10.000 Euro am Tag kosten. In beiden Fällen sind +-10 Euro Sprit am Tag tatsächlich mal grad egal.


    Geleimt sind alle Berufspendler, die nicht zu Fuß zur Arbeit laufen können. Und da sind Autofahrer natürlich genauso betroffen wie Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel.


    Also entweder muss eine günstige, regenerative und/oder unerschöpfliche Energiequelle her (Fusion?), oder aber der größte Teil der Arbeit wird künftig von zu Hause erledigt (Telearbeit). Für ersteres brauchts einen technischen Durchbruch (manche würden sagen: Wunder), für letzteres einen gesellschaftlichen Reset.


    Was kommt zuerst? ;)



    Hadraniel,
    dem bei 1.40 EUR fürn Diesel und 1.50 EUR für Benzin sogar ein ganz kleines bisschen die Lust aufs Möppifahren am WE vergeht.

    Zitat

    Vielleicht sollte man da mal ansetzen, bevor wir hier über Golf GTis oder ähnlichen anfangen zu reden..

    "Die da machen viel mehr Dreck, die sollen erst anfangen zu sparen, vorher mache ich gar nix" ist Quatsch.
    Ein one-way Interkontinentallangstreckenflug verbrennt 100 Tonnen Sprit. Mit Deiner Argumentation könnte man sogar den Kat wieder abschaffen, weil "das bisschen Fortschritt" bei PKWs in der Gesamtbilanz gar nicht sooo viel ausmacht.


    Auch wenn ich kein Motorsport-Fan bin (zumindest nicht als Zuschauer): es ist eine Triebwerk von Innovationen. Moderne Motorentechnologien, Sicherheitsmerkmale, Elektronik .. ohne Motorsport gäbs das in dieser Form nicht in heutigen Serien-PKW.


    Zitat

    Viele regen sich über SUVs und Sportwagen auf, aber diese werden in der Regel weniger bewegt, als "normale" Fahrzeuge.

    Formel1-Fahrzeuge gibts 18-24. PKW gibts ein paar Hundert Millionen mal. Die in der Regel nach dem "Ende" ihrer Lebenszeit in Industrieländern nochmal 200.000km in Entwicklungsländern fahren, bis auch der Motorblock durchgerostet ist.


    Sportwagen (oder auch übermotorisierte Limousinen und Kombis) sind nicht zwangsläufig Zweitwagen, SUV noch weniger.

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    Original geschrieben von tobias2k
    Insofern ist es etwas vermessen einen GTI wegen seines Verbrauchs zu verurteilen, selber aber vielleicht eine Rolex-Sammlung zu besitzen oder 3x im Jahr Fernreisen zu unternehmen.

    Wir reden hier doch gerade über die ökologischen Implikationen, oder?


    Wer mit nem stark übermotorisierten PKW zur Arbeit pendelt und ausserdem in der Freizeit Hobbyraser ist, schadet der Umwelt und den Mitmenschen deutlich mehr als ein Mensch mit einem Schrank voller Armbanduhren.


    Bei Fernreisen kommt es sehr auf das Fortbewegungsmittel an: Langstreckenflug imho 3l Kerosin pro 100km und Sitzplatz, Bus 1,5l/Person und 100km, vollbesetzte PKW je nach Modell 1,5l und aufwärts .. Bahn wird wohl irgendwo dazwischen liegen (An- und Abreise zu und von Bahnhöfen nicht vergessen!).


    Fakt ist, daß die Welt nicht funktioniert, wenn das Verhältnis von PKW (generell: Energieverbrauch) zu Einwohner in Indien und China so wäre wie in den "westlichen Industrienationen". An diesem Punkt muss man sich klarmachen, daß wir alle in Zukunft was zurückstecken müssen. Es ist ja auch nicht nachvollziehbar, warum 10 Millionen Autos, die heute das doppelte wiegen wie vor 15 Jahren, täglich zu 90% mit nur einer Person besetzt im Schnitt weniger als 20km fahren.


    Man muss ja auch nicht von einem Extrem (2 SUV pro Familie) ins andere (Rikscha, Fahrräder für alle, Straßenbahnen wie in Tokyo), und sicher geht das alles nicht von heute auf morgen - aber die Modellentwicklung gerade der deutschen Premiumautobauer geht unbestreitbar in die völlig falsche Richtung. So kann der Individualverkehr der Zukunft nicht aussehen.


    senderlisteffm

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    Ich sage ja nur, daß es, außer für wissenschaftliche Betrachtungen, Unsinn ist, den allerletzten zehntel Liter aus so einer Kiste zu pressen, wenn der dafür benötigte Aufwand in keinem Verhältnis dazu mehr steht.

    In der Masse ist das richtig. In der Gesamtenergiebilanz wirds selbst für "Technologieträger" wie Lupo 3L oder A2 3L schwierig, weil sie das, was sie zu ihren Lebzeiten an Energie sparen, bei der Produktion (energieintensive Werkstoffe, aufwändige komplexe Bauteile) extra kosten. Das Alu-Chassis des A2, Magnesium-Lenkrad im Lupo, seltene und teure Asphalt-Trennscheiben (schmale Räder) und Spezialgetriebe im A2 3L, ...


    Allerdings darf man nicht vergessen, daß von solchen "Speerspitzen der Technologie" auch stets alle Fahrzeuge profitieren, und wenn solche zunächst teuren und aufwendigen Merkmale in Massenproduktion übergehen, wirds auch preis-wert. Ohne den Versuch, ständig die Leistung zu steigern und den Verbrauch zu senken würden wir heute auch in Europa noch Fahrzeuge mit 3 Liter und mehr Hubraum fahren, die den Sprit durch Schwerkraft die Kolben antreiben, statt ihn effizient zu verbrennen.

    Zitat

    Original geschrieben von strikeme
    Bei dem A2 gibt es aber auch Modelle bei denen man vom Werk aus nur Superplus soll !

    Das hier ist ein Diesel-Thread, die A2 FSI der ersten Generation mit ihrem gewöhnungsbedürftigen Schichtladebetrieb sind ein Thema für sich.


    Zitat

    Original geschrieben von strikeme
    Ansonsten denke ich auch das beim A2 vermutlich das vanartige Design nicht jedermanns Sache war.

    Die Mercedes A-Klasse hat sich 40x besser verkauft - "40x schöner" ist der wohl kaum ...


    Auch wenn der A2 polarisiert, es war der Preis für die recht konsequente cw-Wert-Optimierung. Die Tropfenform sieht man ja auch beim Prius.


    Es war einfach kaputte PR. A2 als Einkaufswagen für die Gattin des reichen Zahnarztes/Rechtsanwalts/Managers? Die kauft dann auch lieber ein Cabrio.
    Wenn man heute ein Audi-Autohaus betritt sieht man auch schön, warum VAG Audi und VW Verkaufsbereiche (wieder) eindeutig getrennt hat: Audi ist Protz und Premium, da passt ein sparsames Vernunftmobil nicht in die Palette und schon gar nicht ins Image. Das war auch die halboffizielle Begründung für die Einstellung - kurz danach kam der Q7. Noch Fragen? :rolleyes: Solange solche Autos gebaut weren, ist Sprit immer noch zu billig.

    Das Thema A2 gabs hier im Thread ja schon öfters. Im Forum von a2-freun.de kann man auch einiges nachlesen.


    Ohne Zweifel war der A2 in der Anschaffung vergleichsweise sehr teuer - für viele Nutzungsprofile auch überteuert. Für deutlich weniger Geld bekam und bekommt man auch heute "mehr Auto", bei nicht mehr so viel größerem Spritverbrauch.


    Für den A2 sprechen neben dem sehr sparsamen Verbrauch aber auch noch:

    • sehr günstige Versicherung
    • günstige Steuer (wobei 1.4l heute ja schon wieder recht verbreitet sind)
    • Wertstabilität (gebrauchte A2 sind sogar überproportional teuer)
    • Audi-Qualität (allerdings auch zu Audi-Preisen)
    • das Gefühl, einen imagefreien Technologieträger zu fahren

    Nicht unter den Teppich kehren darf man neben den hohen Anschaffungskosten natürlich noch den Traktor-Sound (3-Zylinder) und den viel zu kurzen 5. Gang (bzw. fehlendem 6. Gang, was mich mit Abstand am meisten stört). Als Cityflitzer mit für seine Fahrzeugklasse großzügigem Innenraum und Komfort ist der A2 imho aber konkurrenzlos.


    Hadraniel (Durchschnittsspritverbrauch 3.9 bis 4.2 l/100km; A2 1.4 75PS)

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    Original geschrieben von Martyn
    Wenn der Euro schächelt wird alles teurer, aber wenn der Euro Stärke zeigt wird trotzdem nichts billiger. Wir Europäer sind mittlerweile einfach die Melkkühe.

    Irgendwo müssen die explodierenden Gewinne und Managergehälter (oder generell, die sich weitende Schere zwischen Arm und Reich in Bezug auf Einkommen und Vermögen) ja herkommen.


    Da fragt man sich, wann der Begriff "Wohlfahrt" aus dem Duden gestrichen wird, wann die Unis VWL abschaffen, wieviel Gewinn moralisch bzw. ethisch vertretbar ist (bzw. die Begriffe Moral und Ethik auch aus dem Duden fliegen).


    In der Mittagspause meinte eben jemand zu mir, daß man Einkommen bis 50.000 EUR p.a. steuerfrei machen könnte und dies mit einer Erhöhung der Steuern um 4% für alle die drüber liegen gegenfinanzieren könnte. Ich weiss nicht ob das mit den Zahlen genau hinkommt, aber rein von der Größenordnung kann es so verkehrt nicht sein.


    Gibts im Geplauder nicht einen anderen, passenderen Thread für diesen Dauerbrenner? Tagesschau- und Spielforen sind ja voll davon ..

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    Original geschrieben von Chefkoch85
    *sarkasmus on* Juhu, gestern gabs nen neuen Rekord, das Barrel war schon auf 118,38$. :rolleyes:

    Aber auch der Euro-Dollar-Kurs hat einen neuen Rekord aufgestellt: 1,60. Solange der Euro gegenüber dem Dollar genauso schnell steigt wie der Ölpreis, und die Scheichs den Greenback noch akzeptieren, und die Amis dem Verfall ihrer Währung zusehen ohne weitere Länder mit dem aggressiven Export ihrer Demokratie zu beglücken (Gibts eigentlich schon Büros die Wetten auf den Einführungstermin des Amero annehmen?) .. solange haben wir kein Problem.


    Da ist sogar die Rente sicherer :D

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    Original geschrieben von autares
    Das ist der Export und nicht der Konsum! Konsum ist die Säule des amerikanischen Wirtschaftssystems!

    Mit "unser" Wirtschaftssystem meinte ich das im globalen Rahmen. Ausserdem ist unser Export jemand anderes Konsum - wenn Rohstoffe von und Transport für die Güter teurer werden, wird das auch zu unserem Problem. Ausserdem sehe ich nicht, wie unsere "Säule" zur Wohlfahrt beiträgt - diese Tage ist eher das Gegenteil der Fall, da kann man schlecht von Säule sprechen. Die wahre Säule Mittelstand bröckelt bekanntlich weg, reichlich kann man dazu bei Jjahnke.net oder auf anderen "Meudalismus"-Seiten nachlesen.


    Es wundert mich sowieso, daß die deutsche Wirtschaft nicht über den hohen Eurokurs jammert. Man soll inzwischen ja unabhängiger vom amerikanischen Markt sein und liefert mehr nach China - wo man allerdings großzügig über das weiter steigende Aussenhandelsdefizit hinweg sieht.



    Wie auch immer: ich zahle heute für eine Tankfüllung meines Moppeds soviel wie vor einigen Jahren noch für eine Tankfüllung meines PKW. Im gleichen Zeitraum hat sich der Spritverbrauch der Fahrzeuge nicht halbiert, mein Gehalt nicht verdoppelt - aber die Gewinne der Mineralölkonzerne sind explodiert.


    Wo wären wir heute, wenn Henry Fords Bekannter nicht ein Mensch auf ner Ölquelle sondern ein Alkoholiker gewesen wäre (da gibts doch diese urban legend..) ...

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    Original geschrieben von autares
    Die nennt sich Kartellamt!

    Verdammt schwache Institution, nicht nur hierzulande ...


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    Original geschrieben von Chefkoch85
    Warum sollte sich der Staat ins eigene Fleisch schneiden und dort irgendwas regulieren? Der verdient sich dumm und dusslig am hohen Ölpreis...

    Kurzfristig gesehen vielleicht. Ständig teureres Öl als Grundlage für Energie, Nah+Fernverkehr, Chemie+Pharma und damit für eigentlich alle Güter bremst den eh schon halbtoten Binnenkonsum - Konsum, die Säule unseres Wirtschaftssystems. Auf der anderen Seite ist es in der gegenwärtigen Form ein bedeutender Bestandteil der Kräfte, welche die Gesellschaft spalten und die Schere weiter auseinanderklaffen lässt: arm gegen reich, jung gegen alt, nord gegen süd.


    Das einzig positive, was ich den extremen Öl-Preisanstiegen abgewinnen kann, ist, daß dies die Motivation zur Substitution dieses zur Verbrennung viel zu wertvollen Rohstoffs erhöht. Ich verwette aber mein Handy, daß wir den Systemreset haben, lange bevor das Öl-Problem gelöst ist.


    Zitat

    Original geschrieben von brasax
    Versicherung + Steuern + Sprit = Summe

    Da fehlt sogar noch die Abschreibung des Fahrzeugs (Anschaffungspreis+Wertverlust)