Zitat
Original geschrieben von Norbert100
Womit wir jetzt bei der Preiselastizität der Nachfrage wären
[..]
Mich würde mal ein Vergleich der Airtime von deutschen und österreichischen Mobilfunkanbietern (pro Kunde!) interessieren, aber so etwas ist wohl nur schwer zu beschaffen.
Ich bin ja nicht gerade ein Betriebs- oder Volkswirt, aber dieses Stichwort fand ich interessant und habe hier gute, kompakte Informationen gefunden.
Besonders interessant sind die letzten beiden Sätze:
Generell bleibt festzustellen, dass viele Güter auf lange Sicht eine größere Preiselastizität haben als kurzfristig.
Luxusgüter weisen generell eher elastische Nachfragekurven und lebensnotwendige Güter eher unelastische Nachfragekurven auf.
Mobilfunk sehe ich betrachte ich deutlich mehr als Luxusgut denn als lebensnotwendiges Gut. Das würde die Einstufung des Produktes "Mobilfunk" als Gut mit Preiselastizität>1 gerade auf mittelfristige bis lange Sicht und damit den positiven Effekt einer Tarifsenkung sowohl für den Verbraucher als auch für die Netzbetreiber unterstützen.
Zur Airtime – Tabellen, in denen diese Kennzahlen aufgeführt oder womöglich unter den Betreibern gegeneinander verglichen wurden, scheinen nicht gerade verbreitet. Obwohl ich jetzt doch einiges gesucht habe (alle wichten Suchmaschinen also Google, FAST, Inktomi, Teoma, Vivisimo), gab es nicht direkt die eine Tabelle, sie alle zu rulen, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden ...
Im Mobilfunkbereich ist die average return per user (ARPU) eine wichtige Kennzahl. Das sind die durchschnittlichen monatlichen Einnahmen. In Abhängigkeit von den jeweiligen Tarifen kann man ja grob auf die Airtime zurückschliessen.
Die Zahlen, die ich hier herausgefunden habe, möchte ich euch nicht vorenthalten.
USA 2000 [1]
AT&T $68
Cingular $54
Nextel $72
Sprint $57
Verizon $48
VoiceStream $49
T-Mobil 2002 [2]
T-Mobil Deutschland 25 EUR
T-Mobile USA $50
T-Mobile UK 28 EUR
T-Mobil Austria 30 EUR
T-Mobile CZ 16 EUR
Vodafone 2002 [3]
Vodafone D2 26 EUR
Vodafone UK 36 EUR
Vodafone Italien 29 EUR
Österreich [4]
Mobilkom Austria 36 EUR
"In Österreich liegt der ARPU je nach Mobilnetzbetreiber zwischen 28 und 34 EUR" [5]
In diesem Artikel finde ich insbesondere Absatz 6 interessant. Ich würde es als das UMTS-Pedant zur Rentenlüge bezeichnen.
Kurzfassung (Mai 2002) [6]
Der ARPU im europäischen Mobilfunkmarkt hat sich in sechs Jahren halbiert.
Während der durchschnittliche ARPU in Europa 1996 noch bei rund 60 Euro lag, betrug er im dritten Quartal 2001 nur mehr rund 30 Euro. Den höchsten ARPU erzielt momentan die Schweiz mit 52 Euro, Schlusslicht ist Deutschland mit 25 Euro.
Das ist für mich ein klares Indiz dafür, dass die Mobilfunkbetreiber den Bogen überspannt haben.
Natürlich ist UMTS hierzulande ganz entscheidend für den aktuellen Tarifwahnsinn. Wenn man sieht wie teuer die Lizenz pro Kunde war und wie viel Umsatz pro Kunde erwartet wird, kann man verstehen warum die Mobilfunkunternehmen so 'draufdrücken'.
Andererseits haben imho alle Unternehmen die Lizenzen bereits als Verluste abgeschrieben ...
Zu Deiner Frage: Österreicher liefern eine 40% höhere ARPU, bei gleichzeitig deutlich günstigeren Tarifen – was das für die erzielte Airtime bedeutet ist ja wohl klar.
Btw, einfach so interessant zum mal-gelesen-haben, wenn auch für die meisten Telefon-Treff-Mitglieder wohl nix neues, fand ich übrigens dieses Paper hier:
http://www.durlacher.com/downloads/mcomreport.pdf
[1] http://www.us-market.de/profile/branchenprofile.html
[2] http://www.t-mobile.net/CDA/ne…-1107,de.html?w=856&h=437
[3] http://www.heise.de/mobil/news…ata/tol-27.01.03-001/2002
[4] http://www.derstandard.net/?id=1052135
[5] http://www.fmk.at/mobilkom/detail.cfm?Textid=42&Kapitelnr=8
[6] http://www.oesterreichonline.a….asp?mid=1&kid=1&aid=1203