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Original geschrieben von autares
Unterschiedliche Tankstellen haben unterschiedliche Preise, auch innerhalb eines Konzerns. Wenn ich durch Hamburg fahre, sind die Preise bei der Esso an der (Stadt-)Autobahn teurer als bei der Esso in Wandsbek - das ist zwar konzerngesteuert, aber dennoch unterschiedlich.
Tankstellen an Verkehrsknotenpunkten, also an Hauptverkehrsadern/Kreuzungen, direkt an Autobahn-Auf/Abfahrten sind immer etwas teurer als Zapfsäulen in entlegenen Ecken der Stadt. Hier funktioniert die Preisbildung von Nachfrage und Angebot insofern, als daß die meisten Autofahrer für nen Euro Ersparnis pro Tankladung dann eben doch nicht 10 Minuten Umweg in Kauf zu nehmen scheinen.
Das geschieht natürlich auch innerhalb von Tankstellenketten - weil sie ja alle mitziehen. Jeder Pächter beobachtet ständig die Preise der umliegenden Tankstellen und meldet Preisveränderungen an die Zentrale, die auf ihrer Deutschlandkarte entsprechend Preise stellen kann. Da gab es bei ARD (plusminus?) mal einen schönen Beitrag zu wie das heute funktioniert.
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Dass der Wettbewerb im Ölmarkt nicht stimmt, ist absoluter Blödsinn - schon aufgrund der von dir verdammten Anzahl an Spekulanten herrscht solch ein reger Wettbewerb wie auf kaum einem anderen Markt.
Alleine aus der Anzahl von Spekulanten auf einen funktionierenden Markt zu schliessen, halte ich für absolut unzulässig. Wenn ich das richtig sehe, bist Du in diesem Feld beruflich tätig, von daher wundert mich Deine Meinung allerdings nicht.
Fakt ist doch, daß der Öl- und Benzinmarkt eine dem Energie- und Mobilfunkmarkt vergleichbare Oligopol-Struktur aufweist, und daß in so einem Umfeld zwangläufig kein Wettbewerb mehr funktioniert. Wenn sich wenige große den Markt aufteilen, hackt keiner dem anderen ein Auge aus, und gleichzeitig werden kleine Anbieter aus dem Markt gedrängt.
Da finde ich es schon etwas frech von einem "funktionierenden Wettbewerb" zu sprechen. <imho>Spekulanten produzieren nichts, sie verteilen Geld um und sind in meinen Augen nur Blutsauger, die auf dem Weg zum Endverbraucher nochmal Kosten erzeugen</imho>.
Natürlich ist es schwierig, so ein Kartell zu knacken. Dass es geht, hat die Zerschlagung in die Babybells in den USA seinerzeit gezeigt. Allerdings sind Politik und Wirtschaft heute so schön intransparent miteinander verwoben, daß ich da auch eher an den globalen Crash und die Katharsis glaube, als daran, daß da jemand mit aufräumt. Diejenigen, die es in der Hand hätten, für Transparenz und Wettbewerb zu sorgen, beißen letztendlich dann doch nicht die Hand die sie füttert.